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NETWAYS Blog

Bernd hilft – Warum Krisen selten Chancen sind!

This entry is part 4 of 4 in the series Bernd hilft!

Das die aktuelle Stimmungslage aufgrund von COVID-19 (nachfolgende Generationen können sich vielleicht nicht mehr daran erinnern) nicht die Beste ist, ist wohl kein Geheimnis. Gerade Selbständige, Künstler und Kleinunternehmer außerhalb unserer IT-Blase leiden enorm unter den vorhandenen Einschränkungen und die Prognose für die kommenden Wochen ist nicht berauschend. Dem ein oder anderen, der es durch den ersten Lockdown geschafft, wird vermutlich bald die Luft ausgehen.

Mit dem Ausfall sämtlicher Events in diesem Jahr leiden wir mit unsere Event-Tochter enorm und es gibt keinen Tag, an dem ich mir keine Gedanken über die Firma, Mitarbeiter und die nähere Zukunft mache. Dabei haben wir noch das “Glück”, dass nur ein Teil unserer Unternehmensgruppe betroffen ist und wir dank unserer Kunden in den Bereichen Consulting, Shop und Web Services gut unterwegs sind.

Was man dieser Tage ständig hört sind Sätze wie “Wir kommen gestärkt aus der Krise” oder “Die Krise ist für uns alle eine Chance”. Dabei muss ich immer an das Buch “Die Kunst des klaren Denkens” von Rolf Dobelli denken. Darin erklärt er relativ einfach, warum dies meistens ein Trugschluss ist und für die meisten ein unerfüllter Wunschtraum bleibt. Ich versuche mich, zugegeben etwas weniger wissenschaftlich, auch mal an dem Thema abzuarbeiten und aus meiner Sicht darzustellen, warum solche Aussagen meist nicht richtig sind. Hinzu ist die Betrachtung meist auch zu kurz gedacht und das stört mich eigentlich am meisten. Was stimmt also nicht mit solchen Aussagen?

Sie sind oft egoistisch

Warum? Erklär mal dem Besitzer einer kleinen italienischen Pizzeria, der gerade einen Teil seiner Belegschaft gekündigt hat, dass er gestärkt aus der Krise kommen wird. Vermutlich wird er dich direkt in den Pizzaofen schieben, da er vor Corona gut davon leben konnte, aber seine Ersparnisse schwer mehrere Monate Verdienstausfall überbrücken können. Vorausgesetzt er ist nicht der einzig überlebende Pizzahersteller im Ort, wird er danach nämlich auch nicht viel mehr verkaufen. Den Verlust der vergangenen Monate mit dem gesteigerten Absatz wieder reinzuholen ist hinzu besonders unwahrscheinlich.

Unabhängig von Pandemien geht das auch jedem Arbeitnehmer so, der seinen Job aufgrund Missmanagements oder schlechter Auftragslage verliert. Möglicherweise geht es dem Unternehmen danach wieder besser, aber er hat eben trotzdem keinen Job mehr.

Sie sind kurzsichtig

Selbstverständlich zwingen äußere Umstände oft in neue Lebens- und Arbeitssituationen, welche zuvor undenkbar gewesen wären. Vermutlich hat nichts in den letzten 10 Jahren die digitale Transformation so angeschoben, wie der letzte und kommende Lockdown. Haben viele bisher ihre Woche damit verbracht zwischen Deutschen Flughäfen ihr Unwesen zu treiben, hat man gelernt das es mit Jitsi, Zoom oder Telefon auch funktioniert. Das Unmögliche ist plötzlich möglich, weil es möglich sein muss.

Wer die richtige Umgebung zur Verfügung hat und sich kurzfristig auf Remotearbeit einstellen kann, dem bringt diese bspw. den Vorteil nicht jeden Tag in die Arbeit zu fahren. Gerade in der jetzigen Situation für viele ein Segen. Gleichzeitig haben diese Veränderungen aber auch negative Effekte, in die sich ein Großteil der Menschen nicht hineindenken möchte oder kann. Zunahme von häuslicher Gewalt und Depression wären kurzfristige Faktoren, ein sozialer Bruch in der Gesellschaft eben ein längerfristiger.

Ein Beispiel: Etwas das man einfach erkennen kann ist die Tatsache, dass der RandoLiefer-Bote (Name wurde von der Redaktion geändert) vermutlich nicht überbezahlt wird und zu der Gruppe von Menschen gehört, die sich nicht in den Status Remote begeben können.

Etwas schwieriger ist dabei jedoch zu erkennen, das ganze Märkte dabei zerstört werden. Letztendlich kann es sich nämlich bald keine Pizza-, Sushi- oder Burgerbude mehr leisten, dort nicht gelistet zu sein, da sie am Markt sonst unsichtbar sind. RandoLiefer wird wie Amazon beim Warenkauf zur Standardanlaufstelle für Essen zu Hause oder im Büro. In der Kette führt das dazu, das die Läden weniger Geld verdienen und in einer Spirale festsitzen. Sie müssen die kleinerer Marge hinnehmen, da sie nicht gut MIT aber auch nicht OHNE den Kunden der genannten Plattform leben können. Durch Preiserhöhung die Abgabe an den Markplatzbetreiber zu kompensieren geht leider nur in spezielle Bereichen, da der Mitbewerber enorm ist.

Immer dann, wenn Unternehmen zum Marktplatz werden und dann den Kundenstrom steuern bleiben viele auf der Strecke. Der Marketplace Anbieter bei Amazon schaut dann genau so in die Röhre, wie die kleine Pizzabude am Eck. So werden viele keine Gewinner nach der Krise sein, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht.

Sie sind meistens falsch

Zugegeben sind Punkt 1 und 2 eher von meiner Sozi-Einstellung geprägt, wenngleich ich der festen Meinung bin das es genauso ist. Ein Fakt und wissenschaftlich belegt ist jedoch, dass die getroffene Aussage “Wir kommen gestärkt aus der Krise” tatsächlich meistens falsch ist. Die wissenschaftliche Untermauerung ist unter dem Begriff Survivorship Bias ausführlich dokumentiert. Nahezu auf jedem DevOps-Event werdet ihr vermutlich mal auf folgendes Bild gestoßen sein:

Im zweiten Weltkrieg hat man sich bei den vom Kampf zurückgekehrten Bombern mit den Einschusslöchern beschäftigt, um die Stellen für zukünftige Auseinandersetzungen besser zu panzern. Abraham Wald ist es zuzuschreiben, diesem Irrtum ein Ende gesetzt zu haben. Er kam nämlich auf die Idee, dass die kritischen Stellen auf den zurückgekehrten Bombern kaum zu finden sein, denn die Bomber mit Schwachstellen sind abgestürzt und nicht zurückgekehrt. Er behielt recht und es wurden die Stellen der Bomber besser gepanzert, die keine größere Zahl Einschusslöcher aufwiesen, jedoch in Wirklichkeit zum Absturz führten.

Das gleiche Prinzip oder sagen wir besser der gleiche Irrtum liegt der Aussage “Wir kommen gestärkt aus der Krise” zu Grunde. Letztendlich redet einfach niemand über die “abgestürzten”. Wenn eine Branche in freiem Fall ist, wird niemand von all denen sprechen, die es nicht überlebt haben. Letztendlich wird der Branchenprimus womöglich überleben, aber die anderen schaffen es oft nicht. Das Gleiche gilt für Success-Stories von Unternehmen. Natürlich vermitteln diese einen guten Eindruck und hinterlassen den Gedanken das der Erfolg garantiert ist. Klar, macht schließlich auch niemand eine Success-Story über gescheiterte Projekte, auch wenn es die überall gibt. Auch Kundenumfragen schlagen in die gleiche Kerbe. Sie werden in der Regel immer eine positive Tendenz haben. Dem Kunden, dem du beruhigt den Rücken herunterrutschen kannst, wird sich kaum bemühen lassen, deine Umfrage auszufüllen.

Und jetzt?

Mit Sicherheit kann der ein oder andere Vorteile aus Krisen ziehen und geht gestärkt aus ihnen heraus. Verkäufer von Hygieneprodukten, Masken und Desinfektionslösungen würde ich da aktuelle eine hohe Chance zugestehen. Auch hat der ein oder andere mit Sicherheit schon davon profitiert, dass ein Marktbegleiter vor die Hunde ging und konnte so deutlich seinen Absatz steigern. Klar ist auch, dass man in Krisen nicht den Kopf in den Sand stecken darf. Gerade dann ist der “erfolgreicher”, der mit der Situation umzugehen gelernt hat, neue Produkte entwickelt und nicht dem womöglich toten Geschäftsmodell hinterhertrauert. Wer kann muss jetzt in die eigene Zukunft investieren, um dann sozusagen in der Pole-Position zu stehen. Survival of the Fittest ist natürlich auch ein marktwirtschaftlicher Bereinigungsprozess oder wie heißt es so schön: “Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit”.

In den meisten Fällen jedoch führt es dazu, dass die Großen und Reichen noch größer und noch reicher werden. Für sie ist die Krise eine Chance die entsprechende Marktmacht auszubauen und auf dem Rücken von schwächeren noch mehr Geld zu verdienen. Letztendlich liegt es am Konsumenten, sein Essen selbst zu holen, beim Laden um die Ecke zu kaufen oder zu bestellen oder eben auch in Deutschland sein Kubernetes-Cluster zu starten – ZwinkerSmiley.

Ich befürchte zwar, dass uns Krisen (auch diese) meist nicht zu besseren Menschen machen, aber die Hoffnung stirbt niemals. Bleibt gesund!

Bernd Erk
Bernd Erk
CEO

Bernd ist Geschäftsführer der NETWAYS Gruppe und verantwortet die Strategie und das Tagesgeschäft. Bei NETWAYS kümmert er sich eigentlich um alles, was andere nicht machen wollen oder können (meistens eher wollen). Darüber hinaus startete er früher das wöchentliche Lexware-Backup, welches er nun endlich automatisiert hat. So investiert er seine ganze Energie in den Rest der Truppe und versucht für kollektives Glück zu sorgen. In seiner Freizeit macht er mit sinnlosen Ideen seine Frau verrückt und...

Überspringen von Online-Werbung in Videos mit dem Mac

Ich nutze seit vielen Jahren Magnet auf dem Mac um verschiedene Fenster schnell zu positionieren. Was bei vielen anderen Betriebssystemen einfach geht, kann man mit Magnet Add-on einfach nachrüsten. Bei der Neuinstallation von Magnet bin ich auf eine andere App der gleichen Entwickler mit dem Namen Dynamo gestossen.

Aufgrund der guten Rezessionen habe ich die 99 Cent investiert und bin begeistert. Dynamo ist eine Safari Extension, welche nach Installation ein paar Keyboard-Controls (diese können auch geändert werden) zur Verfügung stellt.

Mit den Tasten S, D und F kann die Geschwindigkeit des Videos verlangsamt (S), beschleunigt (F) und wieder auf normal (D) gesetzt werden. Das ist Hilfreich, wenn man bei längeren Videos an die richtige Stelle hüpfen möchte ohne sich ständig beim Quick-Scrolling zu verklicken.

Für mich ist das Killerfeature jedoch die Taste E, mit welcher die Werbung in Videos einfach übersprungen werden kann. Ein Tastendruck genügt und das eigentliche Video beginnt. Dynamo funktioniert nicht nur auf YouTube, sondern auf sämtlichen anderen Website mit Videoplayer. Auch Videos auf Spiegel.de, dessen Werbeanzeigen sich normalerweise nicht überspringen lassen und auch pausiert werden, sobald das Fenster im Hintergrund ist, können problems ohne Werbung betrachtet werden.

Kurzum, wenn ihr Safari verwendet und öfters mal Videos anschaut sind die 99 Cent eine bombastische Investition.

Bernd Erk
Bernd Erk
CEO

Bernd ist Geschäftsführer der NETWAYS Gruppe und verantwortet die Strategie und das Tagesgeschäft. Bei NETWAYS kümmert er sich eigentlich um alles, was andere nicht machen wollen oder können (meistens eher wollen). Darüber hinaus startete er früher das wöchentliche Lexware-Backup, welches er nun endlich automatisiert hat. So investiert er seine ganze Energie in den Rest der Truppe und versucht für kollektives Glück zu sorgen. In seiner Freizeit macht er mit sinnlosen Ideen seine Frau verrückt und...

Amazon ist nicht alternativlos

In den letzten Wochen scheint die Bestellung von Waren bei Amazon für viele im Grunde alternativlos. Nicht wegen der Tatsache, dass ein Verlassen der Wohnung aus bekannten Gründen nicht erlaubt oder gewünscht war, sondern weil Amazon für viele einfach Standard ist. Das uns E-Commerce oder auch der Laden um die Ecke soviel mehr Alternativen bietet als alles bei Amazon zu bestellen, kommt einigen schon garnicht mehr in den Sinn.

Hinzu kommt, dass der geschäftstüchtige Jeff Bezos seit Jahren auch noch überaus erfolgreicher Anbieter von Cloud-Infrastruktur ist. Amazon ist gut, ehrlich gesagt sogar sehr gut. Ihre Innovationen haben nicht nur den IT-Markt revolutioniert und sie schein in irgendeiner Form unausweichlich. Aber können wir das Verhalten von Amazon und seinem CEO mit unseren Vorstellungen in Einklang bringen?

In unserer globalisierten Welt ist es nahezu unmöglich sämtliche Produktions- und Lieferketten für Waren nachzuvollziehen. Natürlich ist es leicht vorstellbar, unter welchen Bedingungen eine Hose für 10 Euro produziert wurde, aber als Konsument kann ich die Recherche vermutlich nicht für jedes Produkt leisten. Hier verlassen wir uns (oft zu unrecht) auf staatliche Kontrollen, Qualitätssiegel und ähnliches und versuchen uns im Idealfall bestmöglich zu verhalten. Zumindest wäre das wünschenswert.

Bei Amazon wissen wir von bescheidenen Arbeitsbedingungen, Kündigung von Kritikern und professioneller Steuerflucht.

Daher die ehrlich gemeinte Frage, ob wir dem Mann weiter Milliarden in den Hintern schieben wollen?

Jeff Bezos hat so unfassbar viel Geld, dass die Vorstellung davon nahezu unmöglich ist. Wer es trotzdem versuchen möchte, sei diese Website wärmstens empfohlen. Ich kann sehr gut damit leben, das andere Menschen erfolgreich sind und dann, meist auch verdient, mehr Geld besitzen. Gerne auch sehr viel mehr Geld. Das wir globale Steuerflucht eines Unternehmens, welches immense Gewinne auf dem Rücken ihrer Mitarbeiter erwirtschaftet, unterstützen ist für mich aber schwer hinzunehmen.

Das zunehmend auch aktiv Steuergelder (Bund, Länder oder die Bahn) in den Hals von AWS und somit von Herrn Bezos geworfen werden, geht mir aber absolut nicht ein. Warum nehmen wir das als Gesellschaft, aber ganz speziell auch als Branche hin?

Wir bescheissen uns doch selbst!

COVID 19 und die über uns hereingebrochene Rezession ermöglichen es, das soziale Gewissen unser Gesellschaft in nie da gewesener Zeitrafferaufnahme zu begutachten. Ein kurzer Abriss:

  • Mir doch egal, bleibt vermutlich in China, oder?!
  • Die Italiener hat es schon übel erwischt 🙁
  • Warum machen die sich bei uns so verrückt?
  • Warum verbieten die bei uns nicht viel mehr?
  • Warum haben die schon nicht im Januar Masken gekauft?
  • Warum lockern die so langsam, ist doch alles überstanden?!
  • ICH WILL NACH MALLE!

Einer muss es aber auf jeden Fall immer richten, der Staat. Der muss uns durch diese Pandemie fahren, Kredite auflegen, Kurzarbeitergeld aufstocken, und gefälligst Masken vor die Haustür liefern. Ist uns im Kollektiv eigentlich noch ein Minimalverständnis dafür geblieben, wo die Kohle herkommt? Irgendjemand muss doch Münzen in den Kreislauf einschmeissen. Wenn wir also Unternehmen unterstützen, die wissentlich und zugegeben auch aufgrund europäischer Unfähigkeit, diesen Kreislauf umgehen, machen wir uns auch schuldig daran, wenn nicht genügend Geld für diejenigen da ist, die es so dringend brauchen.

Klar ist Amazon einer von vielen und leider lässt kaum ein großes Unternehmen die Gelegenheit aus, seine Steuerlast zu reduzieren. Sei es nun Starbucks, Vorwerk, Adidas oder IKEA. Keiner ist jedoch auch in der Digitalbranche so stark verankert wie Amazon.

Wie konnte das passieren?

Aus irgendeinem Grund regt es mich bei Amazon viel mehr auf, als bei allen anderen und ich frage mich seit vielen Wochen warum das so ist. Ich komme zu dem Schluss, dass wir als NETWAYS und auch ich persönlich Amazon zu dem gemacht haben, was es ist. Zu einem Monopolisten, der ganze Marktsegmente kontrolliert und dafür auch noch gefeiert wird. Amazon war über viele Jahre Standard bei mir und die App auf der ersten Seite von Telefon oder Tablet. Eigentlich ist es mir fast unangenehm, wie lange ich deren Verhalten toleriert haben und es keine Konsequenzen nach sich gezogen hat. Damit ist Schluss und ich habe es mir schon seit längerem zur Aufgabe gemacht auch andere davon zu überzeugen. Heute bist DU dran.

Natürlich ist das schwierig und bei der kritischen Auseinandersetzung mit Amazon gibt es eigentlich immer eine oder mehrere von drei Antworten:

  • “Ich würde ja woanders kaufen, aber der Service ist echt gut”
  • “Ich denke es ist Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass die Steuern zahlen und ihre Mitarbeiter vernünftig behandeln”
  • “Mit AWS sind wir schneller”

Ich würde ja woanders kaufen, aber der Service ist echt gut
Brauchen wir wirkliche alles Prime und am nächsten Tag? Wie viel Alternativen habt ihr schon ausprobiert? Ich bestelle seit einigen Monaten nichts mehr bei Amazon und hab bisher durchwegs gute Erfahrungen gemacht. Gerade in den letzten Wochen wurden vielen Dinge bei anderen Händlern schneller geliefert als bei Amazon. Hinzu kommt, dass Amazon meist nicht über das günstigste Angebot verfügt. Ich nutze zunehmend die Idealo-App um Anbieter zu finden. Ich hab mich ehrlich gesagt nicht damit auseinandergesetzt, wem Idealo gehört oder wer damit Geld verdient (sollte ich vielleicht), aber zumindest bekomme ich so eine Vielzahl an kleinen Händlern und somit auch Steuerzahlen vorgeschlagen.

Ich denke es ist Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass die Steuern zahlen und ihre Mitarbeiter vernünftig behandeln
Stimmt, da ist schon was dran. Auch wenn ich verstehe wie schwierig politische Kompromissarbeit sein kann, ist es mir selbst ein Rätsel das der Staat und auch Europa solch ein massives Umgehen der Systeme zulässt. Deswegen ist das Unvermögen auf der einen Seite noch lange kein Freispruch für das eigene Handeln.

Ein Gedankenexperiment:

Du hättest zwei Restaurants in deiner Strasse. Das Essen ist ähnlich, aber Du weisst das ein Besitzer es mit den Hygienevorschriften nicht so genau nimmt. Vermutlich würdest Du bei dem anderen kaufen, oder?

Jetzt wäre der Gedanke “Das kann man doch nicht vergleichen, ich will ja nicht krank werden”, erlaubt? Ich denke jedoch auch das es unserer Verantwortung ist dafür zu sorgen, dass unser Staat nicht krank wird. Weder durch Rassisten und Extremisten auf der einen, aber auch Unternehmen, welche Steuerflucht perfektioniert haben, auf der anderen Seite.

Mit AWS sind wir schneller
Es wäre töricht zu bestreiten, das AWS einen guten Job macht. Gerade im Bereich Serverless ist AWS Branchenprimus und wer globale Verfügbarkeit usw. braucht bekommt dort einen guten Dienstleister. Aber ganz ganz viele von Euch brauchen das nicht und nutzen es auch nicht und machen mit traditionellem VM-Geschäft dort  Umsatz. Da wäre es doch schön mal bei einem anderen einzukaufen. Wir nehmen Euer Geld gerne für unsere Dienstleistungen, aber ich freue mich auch wenn es ein anderer Marktbegleiter bekommt, der nach den Regeln spielt.

Um provokant zu sein: Wie können wir Staatshilfen beantragen, wenn wir alle realen und digitalen Waren bei Firmen beziehen, die jedes solidarische System über- bzw. umgehen?

Es ist in unserer Verantwortung Hygieneartikel bei Müller, Rossmann und Co. zu beziehen und das Hosting bei einem regionalen oder europäischen Anbieter zu machen. Ja ich weiss, Amazon ist unfassbar gut und an Service im Retail und Featureset im Cloud-Bereich kaum zu überbieten. Trotzdem muss doch die Frage erlaubt sein, ob das als Grundsatzargument ausreicht um alles was wir wissen bei Seite zu schieben und dort einzukaufen. Zumindest die Frage zu stellen ist doch Teil unserer sozialen Verantwortung.

Wisst ihr, es geht hier nicht um Service, Kundenfreundlichkeit oder gute Produkte. Vielmehr geht es um die Frage, ob wir als Gesellschaft eine solch moderne Sklaverei zulassen, die täglich unsere sozialen Systeme torpediert. Gerade jetzt wo wir als Gesellschaft diese so sehr brauchen.

Bernd Erk
Bernd Erk
CEO

Bernd ist Geschäftsführer der NETWAYS Gruppe und verantwortet die Strategie und das Tagesgeschäft. Bei NETWAYS kümmert er sich eigentlich um alles, was andere nicht machen wollen oder können (meistens eher wollen). Darüber hinaus startete er früher das wöchentliche Lexware-Backup, welches er nun endlich automatisiert hat. So investiert er seine ganze Energie in den Rest der Truppe und versucht für kollektives Glück zu sorgen. In seiner Freizeit macht er mit sinnlosen Ideen seine Frau verrückt und...

Exclusion of NPD and AfD supporters from our events

We have always expressed our political convictions both personally and here in the blog. As a multicultural company, it has always been a concern to take a position where it is necessary. The political discourse in our country has unfortunately not really improved in the last months and weeks, and despite the increasingly extreme positioning of large sections of the AfD, a certain voter base also seems to have consolidated.

This concerns us as a company and me personally to a great extent. When people with whom you work every day are insulted as monkeys and applicants tell you that beer cans are thrown at them on the street, we should unfortunately feel remembered of our darkest times. This can not be tolerated.

Even if the extremes are in the minority, they are strengthened by the tolerant mass. In our view, not tolerating racism and extremism in any way and, whenever possible and necessary, raising one’s voice against it, is a matter of course.

We will draw the line more clearly in the future, especially at our conferences and events. We have added the following chapter to our Code of Conduct:

4.) We only work with people and companies who, like us, believe with absolute conviction in the free and democratic basic order and respect the dignity of all people. By accepting our Code of Conduct, you assure that you share our values and do not work with people or companies that degrade other people or promote the destabilization of our democratic system. The AfD and NPD parties should be mentioned here in particular. Conference participants be sanctioned or expelled from the conference without a refund.

One or the other reader may wonder whether an exclusion is undemocratic and whether we all have to seek dialogue with each other. I admit that this question has been on my mind for several weeks and months.

Ultimately however, I conclude that supporters of parties such as the AfD and NPD at least tolerate open racism in their ranks. And whoever does that, we would rather not have them among us.

Bernd Erk
Bernd Erk
CEO

Bernd ist Geschäftsführer der NETWAYS Gruppe und verantwortet die Strategie und das Tagesgeschäft. Bei NETWAYS kümmert er sich eigentlich um alles, was andere nicht machen wollen oder können (meistens eher wollen). Darüber hinaus startete er früher das wöchentliche Lexware-Backup, welches er nun endlich automatisiert hat. So investiert er seine ganze Energie in den Rest der Truppe und versucht für kollektives Glück zu sorgen. In seiner Freizeit macht er mit sinnlosen Ideen seine Frau verrückt und...

Sollte man beim Weihnachtsfest über Politik sprechen?

TLTR – Ja absolut, wann denn sonst?!

Zugegeben hoffe ich sehr, dass ihr euch trotz Weihnachtsvorbereitungen und dem damit verbundenen Stress etwas mehr Zeit zum Lesen nehmt, denn die gegebene Antwort ist natürlich durchaus streitbar. Darüber hinaus ist mir auch völlig bewusst, dass wir in erster Linie ein Technologieunternehmen sind und der Leser nicht wegen unserer bzw. meiner politischen Meinung hier ist. Aber wir haben ein Medium, mit dem wir Kunden, Lieferanten und all diejenigen erreichen können, mit denen wir zusammenarbeiten. Nicht weniger wichtig aber auch ein Medium, mit dem wir uns noch unbekannte Menschen erreichen können und daher hat es für mich durchaus auch einen Platz hier verdient.

Politik und Unternehmen

Was mich derzeit besorgt, ist der zunehmende Trend, Politik und politische Ansichten aus Unternehmen verbannen zu wollen. Gerade in den USA bekamen in den letzten Monaten viele Technologieunternehmen die Macht der Community zu spüren, welche sich sehr deutlich gegen eine staatliche Zusammenarbeit mit der “Immigration and Customs Enforcement” (kurz ICE) aussprach. Diese Bundesbehörde zeichnet u.a. für die teils menschenunwürdige Trennung von Kindern und deren Eltern verantwortlich und ist gerade deshalb im Fokus der Öffentlichkeit. Der öffentliche Druck hatte nicht zuletzt die weitere Zusammenarbeit zwischen ICE und Chef beendet und das Unternehmen zum Einlenken gezwungen.

Drang zur Neutralität

Auch wenn ich keinen direkten Zusammenhang herstellen kann, hat GitLab nur drei Tage darauf seine öffentlichen Richtlinien zur “Customer Acceptance” geändert und aufgrund heftiger Reaktionen einige Tage später wieder entschärft. Dabei ist es mit Sicherheit nicht das einzige Technologieunternehmen und auch GitHub und Google ringen mit der eigenen Position, aber aufgrund der offenen Meinungsfindung ist die Diskussion bei GitLab sehr transparent und dient daher als Beispiel. Im Ergebnis führt es dazu, dass Unternehmen möglichst wenig Positionierung ihrer Mitarbeiter wünschen und dies in internen Regelungen so deutlich formulieren, dass es teils schon staatliche Behörden auf den Plan gerufen hat, die diese Unternehmen an das Recht zur freien Meinungsäußerung erinnert haben. Vor nun fast zwei Jahren habe ich mein damaliges Verständnis von politischer Meinung und Verantwortung der Unternehmen hier Blog zusammengefasst. Die Zustimmungswerte der AfD fand ich schon damals sehr besorgniserregend und muss heute leider sagen, dass es nicht “besser” geworden ist. Jetzt mag nicht jeder gleich die Brücke zum amerikanischen Wertesystem schließen, aber ich habe den Eindruck, dass wir uns als Gesellschaft auf selbiges zubewegen. Auch in unserer Politik geht es immer weniger um wirkliche Sachfragen, sondern um politische Polarisierung und Instrumentalisierung.

Unsere Verantwortung

In einer Zeit des politischen Umbruchs liegt es umso mehr an jedem einzelnen von uns, für seine Überzeugungen einzutreten und diese auch kundzutun. Da gehört es selbstverständlich auch dazu, dass wir nicht immer der gleichen Meinung sind. Das Vertreten einer Meinung, deren Akzeptanz, aber auch der Widerspruch gehören zu unserer Gesellschaft, zu unserem Wertesystem und auch zu unserem Unternehmen. Wenn sich Unternehmen mehr und mehr deshalb von politischer Meinung distanzieren, da sie befürchten, Kunden zu verlieren, ist das aus meiner Sicht fatal. Vielleicht nicht sofort für das Unternehmen, aber mittel- und langfristig für unsere Gesellschaft.

Was hat das jetzt mit dem Weihnachtsfest zu tun?

Am vergangenen Freitag hatten wir unser NETWAYS Weihnachtsfest und meine Lieben haben das Buch “Selbstbetrachtungen” von Mark Aurel geschenkt bekommen. Der römische Kaiser und Philosoph prägte u.a. auch nachfolgendes Zitat:

“Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, der befiehlt es.”

Viele von uns haben doch diesen Opa, Onkel, Schwager oder ähnlichen Verwandten, der irgendwann im Laufe des Abends mit einer oft anstößigen, verzerrten und manchmal auch beleidigenden Aussage glänzt. Ob nun gegen Ausländer, die Greta, Dieselfahrverbot oder Windräder. Eigentlich ist es vollkommen egal, aber ein anderer Teil am Tisch denkt sich sofort:

“Ich sag besser nix, da gibt es nur Streiterei.”

Wenn euch der Gedanke kommt, und dazu möchte ich euch ermutigen, ist es das Richtige das Gegenteil zu tun. Wir brauchen mehr Diskussionen und Meinungsaustausch und vielleicht manchmal auch Streit. Ich will euch ja beim besten Willen nicht das Weihnachtsfest versauen, aber wenn wir es schon daheim nicht machen und dort auch mit unserer Meinung hinterm Zaun halten, wo bitte denn dann?

In diesem Sinne wünsche ich euch auch im Namen aller bei NETWAYS ein schönes Weihnachtsfest. Wenn ihr kein Weihnachten feiert, wünsche ich Euch ein paar Tage Ruhe und das bessere Gefühl, danach nicht vollgefressen auf der Couch zu liegen.

Den Menschen, für die Weihnachten eine schwere Zeit ist, wünsche ich Kraft und auch den Mut, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Alles Gute für euch!

Bernd Erk
Bernd Erk
CEO

Bernd ist Geschäftsführer der NETWAYS Gruppe und verantwortet die Strategie und das Tagesgeschäft. Bei NETWAYS kümmert er sich eigentlich um alles, was andere nicht machen wollen oder können (meistens eher wollen). Darüber hinaus startete er früher das wöchentliche Lexware-Backup, welches er nun endlich automatisiert hat. So investiert er seine ganze Energie in den Rest der Truppe und versucht für kollektives Glück zu sorgen. In seiner Freizeit macht er mit sinnlosen Ideen seine Frau verrückt und...

Veranstaltungen

Dez 01

Icinga 2 Fundamentals Training | Online

Dezember 1 @ 09:00 - Dezember 4 @ 17:00
Dez 03

DevOps Meetup

Dezember 3 @ 17:30 - 20:30
Dez 08

Terraform mit OpenStack Training | Online

Dezember 8 @ 09:00 - Dezember 9 @ 17:00
Dez 08

Icinga 2 Advanced Training | Online

Dezember 8 @ 09:00 - Dezember 10 @ 17:00
Dez 15

GitLab Training | Online

Dezember 15 @ 09:00 - Dezember 16 @ 17:00