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NETWAYS Blog

Weihnachtskarten für wahre Knobelfreunde

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier – dann stehen unsere Weihnachtskarten vor der Tür.

Genau das war unser Motto auf unseren Social Media Kanälen während der diesjährigen Adventszeit. Nach jedem der vier Adventswochenenden stellten wir unsere Follower auf Twitter, Instagram, Facebook und LinkedIn vor ein mehr oder weniger kniffeliges Rätsel, das es zu lösen galt.

Anschließend wurde immer ein Gewinner ausgelost, der eine persönliche NETWAYS-Weihnachtskarte sowie ein paar unserer Goodies zugesendet bekommen hat.

 

Wer jetzt auch Lust bekommen hat, sein logisches Denken zu beweisen – hier sind unsere 4 Rätsel:

    

 

Vielen Dank nochmal an alle, die jede Woche so fleißig mitgemacht haben – es war uns eine große Freude!

Wir wünschen Euch allen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! 🎄🌟

Katja Kotschenreuther
Katja Kotschenreuther
Manager Marketing

Katja ist seit Oktober 2020 Teil des Marketing Teams. Als Manager Marketing kümmert sie sich hauptsächlich um das Marketing für die Konferenzen stackconf und OSMC sowie unsere Trainings. Zudem unterstützt sie das Icinga Team mit verschiedenen Social Media Kampagnen und der Bewerbung der Icinga Camps. Sie ist SEO-Verantwortliche für all unsere Websites und sehr viel in unserem Blog unterwegs. In ihrer Freizeit reist sie gerne, bastelt, backt und engagiert sich bei Foodsharing. Im Sommer kümmert sie sich außerdem um ihren viel zu großen Gemüseanbau.

Kleine Weihnachtspyramide mit Raspberry Pi

Noch einmal schlafen und dann ist Weihnachten. Passend dazu haben wir von NETWAYS ein kleines Experiment zum selber Nachbauen vorbereitet.

Es handelt sich um eine kleine Weihnachtspyramide, die sich mithilfe von Python Code und ein paar Bauteilen ein wenig bewegt und außerdem noch schön leuchtet. Fast wie ein kleiner Weihnachtsbaum für jeden IT-Begeisterten da draußen.

 

Das braucht Ihr

Bevor wir starten, benötigen wir ein paar Dinge. Zum einen brauchen wir einen Raspberry-Pi mit Raspberry-PI OS. Das Modell spielt hierbei keine Rolle. Außerdem werden drei farbige LEDs, ein Steckbrett, ein kleiner Servo-Motor, ein Taster, sowie zehn GPIO-Verbindungskabel benötigt.

 

Und so funktioniert’s

Wie Ihr das Ganze verbinden müsst, seht Ihr in der Abbildung unten:

Ganz wichtig: Ihr müsst in der Raspberry Pi Konfiguration unter Schnittstellen noch den GPIO-Fernzugriff erlauben!

Der Programmcode lässt die Pyramide nach links und rechts drehen und die LEDs leuchten.

„#!/usr/bin/python
import RPi.GPIO as GPIO
import time

LED = [[17, 22, 10],[10, 22, 17]]
x = 0
t1 = 8
servoPIN = 21

GPIO.setmode(GPIO.BCM)
GPIO.setup(t1, GPIO.IN, GPIO.PUD_DOWN)
GPIO.setup(servoPIN, GPIO.OUT)

pwm = 2.5
a = 2.5
p = GPIO.PWM(servoPIN, 50)
p.start(pwm)

for i in LED[0]:
GPIO.setup(i, GPIO.OUT)

try:
while True:
p.ChangeDutyCycle(pwm)
pwm += a
if pwm==12.5 or pwm==2.5:
a = -a
time.sleep(0.2)
p.ChangeDutyCycle(0)
for i in LED[x]:
GPIO.output(i, True)
time.sleep(0.2)
GPIO.output(i, False)
if GPIO.input(t1) == True:
x = 1-x

except KeyboardInterrupt:
p.stop()
GPIO.cleanup()“

 

Wie Ihr Eure Pyramide, die auf den Servomotor gesetzt wird, gestaltet, ist Euch selbst überlassen.

Wie das ganze aussehen könnte, seht Ihr hier:

Viel Spaß beim Ausprobieren und fröhliche Weihnachten!

Wenn Ihr wissen wollt, wie wir bei NETWAYS unsere Weihachtsfeier gefeiert haben, lest Euch doch unseren Blogpost zur Weihnachtsfeier durch.

Christoph Breit
Christoph Breit
Junior Consultant

Christoph ist seit Juli 2022 Teil der NETWAYS Professional Services Abteilung. Er absolvierte hier zunächst ein Praktikum und unterstützt sein Team ab September als auszubildender Fachinformatiker für Systemintegration. In seiner Freizeit bereist er gerne die Welt, ist als Basketballer sportlich unterwegs und sitzt auch mal gerne sowohl beim Zocken als auch beim Graphic- & Motion-Designen vorm PC.

Internationale Feste | Wir feiern das ganze Jahr!

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt… 🕯 Wir sind in Weihnachts- und Feiertagsstimmung! Aber genau genommen wird bei uns das ganze Jahr über gefeiert. Wir haben einige unserer internationalen Kollegen gefragt, welcher Feiertag in ihrem Heimatland am größten gefeiert wird und welche besonderen Traditionen und Rituale damit verbunden sind.

Jonada aus Albanien, Yonas aus Eritrea, Luxshana aus Sri Lanka und Catharina aus Norwegen teilen heute ihre besonderen Erfahrungen mit uns.

 

Jonada| Dita e Veres in Albanien 🇦🇱

„In Albanien wird jedes Jahr am 14. März der Sommertag (Dita e Veres) gefeiert. Das ist seit 2004 ein offizieller Feiertag. Der Sommertag war der erste Tag des Jahres im alten albanischen Kalender. Ein Tag, der schon Jahrhunderte vor der Entstehung des Christentums gefeiert wurde. Es ist ein heidnisches Fest, dessen Beobachtung und Traditionen ihren Ursprung in der Stadt Elbasan in Zentralalbanien haben. Der Feiertag steht für die Wiedergeburt der Natur nach dem Ende des Winters. Jedes Jahr werden Festivals, Ausstellungen, Freizeit-/Sportaktivitäten, Kunsthandwerks- und Handwerksmessen von staatliche Institutionen organisiert. Ein traditionelles Essen für den Sommertag ist Ballokume, ein albanisches Gebäck, das aus der Stadt Elbasan stammt.

An diesem Tag tragen viele Menschen ein traditionelles Armband namens Verore – ein Wort, das von Sommer (Vere) abgeleitet ist -, das aus zwei dünnen, geflochtenen Schnüren besteht, die meist rot und weiß sind. Wenn man die erste Schwalbe sieht, wird das Armband als Glücksbringer an den Ast eines Kornelkirschenbaums gehängt und man glaubt, dass die Schwalben es zum Bau ihrer Nester verwenden.“

 

Yonas | Weihnachten in Eritrea 🇪🇷

„In Eritrea gibt es neben dem internationalen Neujahrsfest einen weiteren wichtigen Feiertag, der im Januar zelebriert wird. Dieser Feiertag findet immer am 7. Januar statt und wird im ganzen Land ganz groß gefeiert. Dieser besondere Tag ist ein gesetzlicher Feiertag, an dem grundsätzlich nicht gearbeitet wird. Die Schulen und die meisten Geschäfte sind geschlossen.

Was ist das Besondere an diesem Tag, fragt ihr Euch? Es ist der Tag, an dem Weihnachten gefeiert wird. Ja, Ihr habt richtig gehört, „die Geburt Jesu“ wird in Eritrea und Äthiopien erst am 7. Januar gefeiert, da dort der julianische Kalender zur Berechnung der Feiertage angewendet wird. Am Tag davor wird schon alles vorbereitet, die Getränke, das Essen. Um 4 Uhr morgens am ersten Weihnachtstag gehen alle in die Kirche, um ein Gebet zu sprechen. Jeder ist recht festlich bekleidet – hauptsächlich in weiß. Mittags isst die ganze Familie gemeinsam von einem großen Teller, der in der Mitte steht.“

 

Luxshana | Thai Pongal in Sri Lanka 🇱🇰

„In der tamilischen Kultur wird das Fest Thai Pongal am größten gefeiert. Es ist ein Erntedankfest, welches Mitte Januar vier Tage lang gefeiert wird. Ganz früh morgens fangen die Familien mit den Vorbereitungen an. Draußen vor den Häusern werden sogenannte „Kolams“ auf den Boden gemalt. Ein Kolam ist eine Art Mandala aus Reismehl oder Kokosraspeln in verschiedenen Farben. Das macht man in Sri Lanka oder Indien. Hier in Deutschland bzw. im Ausland machen es nur diejenigen, die ausreichend Platz dafür haben.

Das wichtigste Morgenritual ist aber, dass danach in die Mitte ein Tontopf gestellt wird. Darin wird Reis mit Milch, Palmzucker und Cashewkernen aufgekocht, bis es überläuft. Dies soll genau zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs geschehen und während dazu im Kreis gebetet wird. Drumherum liegen noch Obst, Blumen, Kandiszucker und Zuckerrohre. (Wir kochen es allerdings auf dem Herd, und es schmeckt sehr lecker!) An den vier Tagen werden vier verschiedene Themenbereiche gefeiert, unter anderem auch die heilige Kuh. Und vor allem wird an diesen Tagen der Ernte gedankt und den Bauern, die uns die Gaben der Erde zur Verfügung stellen.“

 

Catharina | Weihnachten in Norwegen 🇳🇴

„In Norwegen ist Weihnachten das wichtigste Fest des Jahres. Wochen vorher wird in jeder Ecke geputzt, geschmückt und natürlich fleißig gebacken. Es ist alles sehr feierlich, und nur die schönsten Anziehsachen werden herausgekramt. An sich wird Weihnachten ungefähr wie hier in Deutschland gefeiert. Der Baum wird traditionell am 23. Dezember abends geschmückt und am 24. werden nach dem gemeinsamen Weihnachtsessen die Geschenke ausgepackt. Zu vielen Haushalten kommt auch noch der Weihnachtsmann. Man sieht ihn nicht immer, aber wenn man ihm einen Teller Milchreis rausstellt, kann man gut erkennen, dass er hungrig war nach der vielen Arbeit – und haufenweise Geschenke liegen dann unter dem Baum.

Die Bescherung dauert in der Regel viele Stunden, denn Verwandte aus dem ganzen Land schicken Geschenke mit der Post. Nicht umsonst ist das Fest für Kinder etwas ganz Besonderes. Aber Weihnachten ist dann noch nicht vorbei. Auch wenn am 27. eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag ist, haben viele Leute noch Urlaub. Man hört ganz oft den Spruch, man sei am 3. Weihnachtstag zur Tante eingeladen, oder am 5. Weihnachtstag zur Oma. Erst nach Silvester hört das tägliche Plätzchenessen auf, oder ebbt zumindest etwas ab!“

 

Es ist zwar erst Anfang Dezember, aber lieber zu früh als zu spät in Weihnachtsstimmung! Wir hoffen, mit diesem Blogpost etwas Feiertagslaune verbreitet zu haben und Euch interessante Einblicke in ein paar von vielen Festen zu geben, die wir bei NETWAYS feiern.

Weiterhin eine wunderschöne Adventszeit!

Katja Kotschenreuther
Katja Kotschenreuther
Manager Marketing

Katja ist seit Oktober 2020 Teil des Marketing Teams. Als Manager Marketing kümmert sie sich hauptsächlich um das Marketing für die Konferenzen stackconf und OSMC sowie unsere Trainings. Zudem unterstützt sie das Icinga Team mit verschiedenen Social Media Kampagnen und der Bewerbung der Icinga Camps. Sie ist SEO-Verantwortliche für all unsere Websites und sehr viel in unserem Blog unterwegs. In ihrer Freizeit reist sie gerne, bastelt, backt und engagiert sich bei Foodsharing. Im Sommer kümmert sie sich außerdem um ihren viel zu großen Gemüseanbau.

O du fröhliche…

Es ist Heiligabend! Die perfekte Gelegenheit ein paar Mitarbeitende zu fragen, wie sie Weihnachten verbringen, ob sie es überhaupt feiern, was deren Gedanken dazu sind und oder was deren Lieblingsbräuche sind.

Zuallererst habe ich Rania gefragt, wie sie die Feiertage am liebsten verbringt:

Rania: „Ich feiere Weihnachten nicht selber, aber meine Eltern haben es ursprünglich gefeiert, da sie Christen sind. Mittlerweile wird daraus aber eher ein Themen Weihnachten gemacht, wie zum Beispiel dieses Jahr wieder Harry Potter dran ist. Das heißt, wir spielen diverse Brettspiele zum Thema Harry Potter, schauen uns ein oder zwei Filme an und trinken gemeinsam Butterbier. Es hat ursprünglich mit meinem Vater begonnen, der die Idee hatte, so etwas mal zu probieren. So ist es zur Familientradition geworden, sich für jedes Weihnachten ein anderes oder ähnliches Thema zu suchen. Dementsprechend ist Weihnachten für mich mehr ein Familientreffen geworden, bei dem die Familie gemeinsam daheim Zeit miteinander verbringt.“

Keya kommt ursprünglich aus Indien, von ihr erfahren wir, wie man dort Weihnachten feiert und wie sie jetzt in Deutschland die Feiertage verbringt.

Keya: “In India, malls and shopping centers are not only decorated with colorful lights, and a big Christmas Tree – there is also a Santa handing out sweets! Christmas is a public holiday there. When I was in India, we used to visit my mother’s christian friend and celebrate every year. I like the decoration and different variety of food, plus the fruit cake was a delight! Now here in Germany, we continue to visit our friends during Christmas Eve – we go to church and eat dinner together.”

Thomas W. wohnt in Österreich. Ihn habe ich gefragt, was seine Gedanken zu Weihnachten sind.

Thomas W.: Die Feiertage am Ende vom Jahr haben für mich zwar einen ähnlichen Effekt wie für die meisten bei uns, aber was sie mir im Detail bedeuten, ist bis heute nicht ganz klar für mich. Die meisten Traditionen haben für mich zu sehr den christlichen Touch, neuheidnische Ableger sprechen mich zwar mehr an, treffen für mich aber auch nicht ganz ins Ziel. Im Endeffekt schauen wir, dass wir uns unsere eigenen Traditionen schaffen, so wie sie uns am meisten zusagen. Und zwar völlig unabhängig davon, ob jemand anderer das als „passendes Weihnachtsfest“ empfinden würde oder nicht. Wir machen uns eine gute Zeit, dekorieren unser Heim und lassen es uns gut gehen. Bei verschiedenen Feiern in meinem Umfeld, die ihre Ursprünge in verschiedenen Glaubensrichtungen/Philosophien/Traditionen haben, nehme ich, außerhalb von Pandemien, teil, solange es um die Gemeinsamkeit und nicht die Hingabe zu etwas geht, das mir nichts bedeutet oder mir sogar widerstrebt. Das kann ich nur im Einzelnen entscheiden. Ganz abseits davon haben wir in unserer Kernfamilie übrigens einen Ansatz für das übliche „Wir sagen, wir schenken uns nix, aber ich hab‘ halt doch was besorgt“- Dilemma gefunden: Wenn jemand von uns sich übers Jahr selber was für’s Hobby oder eine Leidenschaft kaufen möchte, tun wir das meist nicht, sondern setzen es auf eine Wunschliste. Wenn Feiern anstehen, schenken wir uns gegenseitig etwas von der Liste. Wenn die lang genug ist (das geht mit Kleinigkeiten ganz gut), dann ist auch die Überraschung nicht dahin. Das ist so etabliert, dass oft Freunde oder Verwandte jemand von uns fragen, ob wir nicht einen „Tipp von der Liste“ haben, wenn man was schenken möchte, aber nicht weiß was.“

Wie man in Südtirol im Vergleich zu Franken Weihnachten feiert wird uns Thomas G. erzählen.

Thomas G.: „Weihnachten ist bei uns immer recht traditionell und entspannt. Na ja, so entspannt wie eine Familienfeier eben sein kann. Ich komme ja eigentlich aus Südtirol, so viel anders als hier in Franken feiert man Weihnachten dort aber auch nicht. Mittlerweile weiß ich auch, wo man im Nürnberger Land in familiärer Atmosphäre bei gutem Schnäpschen seinen Tannenbaum kaufen kann. Denn auch wenn man als IT’ler und insbesondere im Consulting schon ein ziemlicher Einzelgänger ist, bin ich letztlich doch ein sehr geselliger Mensch.

Wenn wir hier in Franken feiern, gestalten wir den Abend mittlerweile zweiteilig. Bei Eltern, Großeltern, Tanten und Onkeln werden das ansonsten einfach viel zu viele Pakete. Nach dem Essen gibt es meist unter unserem Baum die Bescherung für die Kinder. Sind die Kinder dann durch und im Bett, geht bei den Schwiegereltern die Bescherung für die Großen los. Da holt sich dann reihum jeder ein Paket und öffnet es vor allen anderen am Tisch. Das kannte ich so früher noch nicht, und so ein Prozedere in Kombination mit der berühmten Extrovertiertheit der Franken hat mich anfangs schon ein wenig irritiert.

Mittlerweile finde ich es aber richtig schön – und freue mich auch heuer wieder darauf!“

 

Vielen Dank an Rania, Keya, Thomas W, und Thomas G., die mit uns geteilt haben wie sie die Feiertage verbringen und was die Gedanken zum Fest sind. Ich finde, dass man gut erkennen konnte, dass jede:r Weihnachten anders verbringt, und das ist auch wichtig und richtig so!

 

Ich wünsche Euch allen ein fröhliches Fest, wie auch immer Du es verbringst. Und falls Du gar kein Weihnachten feierst, wünsche ich Dir trotzdem ein paar schöne & ruhige Tage am Jahresende.

 

Merry Christmas!

Sollte man beim Weihnachtsfest über Politik sprechen?

TLTR – Ja absolut, wann denn sonst?!

Zugegeben hoffe ich sehr, dass ihr euch trotz Weihnachtsvorbereitungen und dem damit verbundenen Stress etwas mehr Zeit zum Lesen nehmt, denn die gegebene Antwort ist natürlich durchaus streitbar. Darüber hinaus ist mir auch völlig bewusst, dass wir in erster Linie ein Technologieunternehmen sind und der Leser nicht wegen unserer bzw. meiner politischen Meinung hier ist. Aber wir haben ein Medium, mit dem wir Kunden, Lieferanten und all diejenigen erreichen können, mit denen wir zusammenarbeiten. Nicht weniger wichtig aber auch ein Medium, mit dem wir uns noch unbekannte Menschen erreichen können und daher hat es für mich durchaus auch einen Platz hier verdient.

Politik und Unternehmen

Was mich derzeit besorgt, ist der zunehmende Trend, Politik und politische Ansichten aus Unternehmen verbannen zu wollen. Gerade in den USA bekamen in den letzten Monaten viele Technologieunternehmen die Macht der Community zu spüren, welche sich sehr deutlich gegen eine staatliche Zusammenarbeit mit der „Immigration and Customs Enforcement“ (kurz ICE) aussprach. Diese Bundesbehörde zeichnet u.a. für die teils menschenunwürdige Trennung von Kindern und deren Eltern verantwortlich und ist gerade deshalb im Fokus der Öffentlichkeit. Der öffentliche Druck hatte nicht zuletzt die weitere Zusammenarbeit zwischen ICE und Chef beendet und das Unternehmen zum Einlenken gezwungen.

Drang zur Neutralität

Auch wenn ich keinen direkten Zusammenhang herstellen kann, hat GitLab nur drei Tage darauf seine öffentlichen Richtlinien zur „Customer Acceptance“ geändert und aufgrund heftiger Reaktionen einige Tage später wieder entschärft. Dabei ist es mit Sicherheit nicht das einzige Technologieunternehmen und auch GitHub und Google ringen mit der eigenen Position, aber aufgrund der offenen Meinungsfindung ist die Diskussion bei GitLab sehr transparent und dient daher als Beispiel. Im Ergebnis führt es dazu, dass Unternehmen möglichst wenig Positionierung ihrer Mitarbeiter wünschen und dies in internen Regelungen so deutlich formulieren, dass es teils schon staatliche Behörden auf den Plan gerufen hat, die diese Unternehmen an das Recht zur freien Meinungsäußerung erinnert haben. Vor nun fast zwei Jahren habe ich mein damaliges Verständnis von politischer Meinung und Verantwortung der Unternehmen hier Blog zusammengefasst. Die Zustimmungswerte der AfD fand ich schon damals sehr besorgniserregend und muss heute leider sagen, dass es nicht „besser“ geworden ist. Jetzt mag nicht jeder gleich die Brücke zum amerikanischen Wertesystem schließen, aber ich habe den Eindruck, dass wir uns als Gesellschaft auf selbiges zubewegen. Auch in unserer Politik geht es immer weniger um wirkliche Sachfragen, sondern um politische Polarisierung und Instrumentalisierung.

Unsere Verantwortung

In einer Zeit des politischen Umbruchs liegt es umso mehr an jedem einzelnen von uns, für seine Überzeugungen einzutreten und diese auch kundzutun. Da gehört es selbstverständlich auch dazu, dass wir nicht immer der gleichen Meinung sind. Das Vertreten einer Meinung, deren Akzeptanz, aber auch der Widerspruch gehören zu unserer Gesellschaft, zu unserem Wertesystem und auch zu unserem Unternehmen. Wenn sich Unternehmen mehr und mehr deshalb von politischer Meinung distanzieren, da sie befürchten, Kunden zu verlieren, ist das aus meiner Sicht fatal. Vielleicht nicht sofort für das Unternehmen, aber mittel- und langfristig für unsere Gesellschaft.

Was hat das jetzt mit dem Weihnachtsfest zu tun?

Am vergangenen Freitag hatten wir unser NETWAYS Weihnachtsfest und meine Lieben haben das Buch „Selbstbetrachtungen“ von Mark Aurel geschenkt bekommen. Der römische Kaiser und Philosoph prägte u.a. auch nachfolgendes Zitat:

„Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, der befiehlt es.“

Viele von uns haben doch diesen Opa, Onkel, Schwager oder ähnlichen Verwandten, der irgendwann im Laufe des Abends mit einer oft anstößigen, verzerrten und manchmal auch beleidigenden Aussage glänzt. Ob nun gegen Ausländer, die Greta, Dieselfahrverbot oder Windräder. Eigentlich ist es vollkommen egal, aber ein anderer Teil am Tisch denkt sich sofort:

„Ich sag besser nix, da gibt es nur Streiterei.“

Wenn euch der Gedanke kommt, und dazu möchte ich euch ermutigen, ist es das Richtige das Gegenteil zu tun. Wir brauchen mehr Diskussionen und Meinungsaustausch und vielleicht manchmal auch Streit. Ich will euch ja beim besten Willen nicht das Weihnachtsfest versauen, aber wenn wir es schon daheim nicht machen und dort auch mit unserer Meinung hinterm Zaun halten, wo bitte denn dann?

In diesem Sinne wünsche ich euch auch im Namen aller bei NETWAYS ein schönes Weihnachtsfest. Wenn ihr kein Weihnachten feiert, wünsche ich Euch ein paar Tage Ruhe und das bessere Gefühl, danach nicht vollgefressen auf der Couch zu liegen.

Den Menschen, für die Weihnachten eine schwere Zeit ist, wünsche ich Kraft und auch den Mut, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Alles Gute für euch!

Bernd Erk
Bernd Erk
CEO

Bernd ist Geschäftsführer der NETWAYS Gruppe und verantwortet die Strategie und das Tagesgeschäft. Bei NETWAYS kümmert er sich eigentlich um alles, was andere nicht machen wollen oder können (meistens eher wollen). Darüber hinaus startete er früher das wöchentliche Lexware-Backup, welches er nun endlich automatisiert hat. So investiert er seine ganze Energie in den Rest der Truppe und versucht für kollektives Glück zu sorgen. In seiner Freizeit macht er mit sinnlosen Ideen seine Frau verrückt und verbündet sich dafür mit seinen beiden Söhnen und seiner Tochter.