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Das war die KubeCon 2023

von | Mai 19, 2023 | NETWAYS

Ende April stand für die Kollegen im Consulting Daniel Bodky und Markus Waldmüller eine der großen Konferenzen des Kalenderjahres an – die KubeCon+CloudNativeCon EU 2023 in Amsterdam, wohin es NETWAYS bereits letzten Sommer im Rahmen der Startup Days verschlagen hatte. Mit fachlichem Vorwissen und Ortskenntnis konnten sich die beiden also in den Konferenzalltag mit Talks, Podiumsdiskussionen und dem allseits bekannten „Hallway Track“ voller interessanter Gespräche stürzen. In diesem Blogpost blicken sie zurück: Wie war die Konferenz, was treibt Anwender und Betreiber um, und welche Trends konnten sie ausmachen?

 

So fanden wir uns also zusammen mit den über 10.000 Teilnehmern (ja, richtig gelesen!) unter dem Motto „Community in Bloom“ im Amsterdamer RAI Kongresszentrum ein. Nach den Workshops am Vortag erfolgte die Eröffnung der eigentlichen Konferenz durch Priyanka Sharma, der Geschäftsführerin (Executive Director) der Cloud Native Computing Foundation (CNCF). Sie erwähnte u.a., dass 58% der Anwesenden zum ersten Mal an einer KubeCon teilnahmen. Wie auch an den anderen Konferenztagen fanden anschließend eher sponsorenlastige Keynotes statt, bevor dann ab dem späten Vormittag die tiefergehenden Tech-Talks angesetzt waren.

Neben den zahlreichen Präsentationen zu verschiedensten Themen waren in zwei großen Hallen mit GitLab, AWS, SUSE Rancher, Google Cloud und Co. auch ca. 220 Aussteller vertreten, bei denen man sich vor, zwischen und nach den Sessions zusätzlich auf dem neusten Stand zu Kubernetes und anderen Cloud Produkten bringen konnte.

Die Auswahl an Talks war groß, die professionellen und privaten Bekanntschaften aus aller Welt allgegenwärtig, und zwischendurch lockte der ein oder andere Sticker, eine spezifische Frage zu einem Produkt oder einfach nur Neugierde in die Ausstellerhalle. An dieser Stelle auf sämtliche Eindrücke einzugehen wäre wohl etwas zu viel verlangt. Wir hoffen, dass ihr uns verzeiht und euch unsere persönlichen Highlights ausreichen.

Unsere Highlights

Einen Tag vor Beginn der eigentliche Konferenz fand u.A. die ArgoCon im Rahmen der „Co-located Conferences“ statt, die sich Daniel nicht entgehen lassen wollte. Das war wohl auch die richtige Entscheidung:

„Rückblickend würde ich fast soweit gehen, zu sagen, dass mir die ArgoCon am besten gefallen hat. Hier konnte ich mich einen Tag lang den Themen GitOps (dazu später mehr), Workflows, Deployments und Events widmen – alles Themen, die das Argo-Projekt abbilden kann. Eines meiner Highlights dieses ersten Tages war der Beitrag „Scaling GitOps using ArgoCD Application-Sets: Lessons learnt“ von Amit Dsouza, der ein eher selten genutztes Feature in ArgoCD, Application Sets, und seine möglichen Vor- und Nachteile genauer beleuchtete.“

Im Verlauf der folgenden Tage waren insbesondere die 90-minütige Frage-Antwort-Session von Kelsey Hightower zum Thema „From Community to Customers“ sowie die „Wasserstandsmeldung“ „The State of Backstage in 2023“ zum CNCF-Projekt Backstage von besonderem Interesse. Hierbei handelt es sich um  eine Internal Developer Platform (IDP, auch hierzu später mehr) entwickelt von Spotify. Natürlich gab es noch viele weitere gute Beiträge zu unterschiedlichsten Themen und Problemstellungen.

GitOps, Wasm, Service Meshes und IDPs – die Trends im Überblick

Die KubeCon EU, die von den „großen“ Konferenzen meistens am frühesten im Kalenderjahr angesetzt ist, wird gerne auch als Trendbarometer und Gradmesser für Technologien und Frameworks rund um Cloud-Native und Kubernetes wahrgenommen. Und so stellt sich natürlich auch 2023 die Frage: „Wo geht’s hin?“. Einen ersten Aufschluss darüber können oft die Co-located Conferences an „Day Zero“ der KubeCon geben – zu brandaktuellen Themen gibt es oftmals gesteigertes Interesse an Workshops, Einführungen, Fallstudien und tiefergehenden Talks. So finden sich Interessengruppen zu eigenen, kürzeren, parallel stattfindenden Konferenzen zusammen. Daniel besuchte z.B. die ArgoCon, die sich u.A. mit dem Thema GitOps befasste, also der Praxis, zu deployende Anwendungen und teilweise auch Infrastruktur in Git zu versionieren, um einen eindeutigen, nachvollziehbaren und deklarativen Stand seiner Umgebung zu forcieren.

Doch auch andere Co-located Conferences befassten sich mit momentan heiß gehandelten Themen, sei es der Cloud Native Wasm Day, Istio Day oder Linkerd Day. Wasm steht für „Web Assembly“, ein portierbares Compilationtarget für verschiedene Programmiersprachen, das bspw. im Vergleich zu Javascript mehr Performanz und Plattformunabhängigkeit für Webanwendungen verspricht. Mehr Informationen zu WebAssembly findet man unter https://webassembly.org.
Istio und Linkerd hingegen sind zwei Service Mesh Technologien, die sich um das Management und die Absicherung von Netzwerkverkehr innerhalb von Microservice-Architekturen, aber auch zwischen Endnutzer und Anwendung(en) kümmern. Dass die zwei „beliebtesten“ Service Meshes parallel eigene Konferenzen veranstalten, spricht für den Einfluss und Nachfrage der darunterliegenden Technologie. Wir sind jedenfalls gespannt, wie sich die Thematik rund um Netzwerkarchitekturen auf und um Kubernetes herum weiterentwickeln wird.

Ein drittes Thema, das auf der Kubecon großen Anklang zu finden schien, waren sogenannte Internal Developer Platforms (IDP). In einer „cloud-native“ Welt, in der sich Anwendungen aus vielen einzelnen Microservices und verschiedensten Technologien und Frameworks zusammensetzen, wird es für Entwickler zunehmend schwieriger, den Überblick zu behalten und weiterhin ungehindert gute Software zu schreiben. Das Konzept einer internen Entwicklerplattform, die eine Übersicht über im Unternehmen vorhandene Technologien, festgelegte Konventionen und Best Practices und im Bestfall sogar die Integrationen bestehender Dritttools bietet, kann den Alltag für Entwicklerteams deutlich vereinfachen.
Das wohl bekannteste Projekt in dieser Sparte ist Backstage (s.o.), ursprünglich entwickelt von Spotify und momentan ein „incubating project“ in der CNCF. Aber auch andere Produkte und Projekte existieren, so waren bspw. die beiden Anbieter „Port“ und „Mia-Platform“ Sponsoren der diesjährigen KubeCon EU.
Es wird sicherlich spannend sein zu sehen, wie sich Developer Tools und Plattformen die kommenden Monate und Jahre weiterentwickeln werden, und welche Tools sich letzten Endes durchsetzen können.

Fazit

Auch wenn die vielen Teilnehmer fast schon als Kleinstadt durchgehen würden, war die Konferenz sehr gut organisiert, sodass dem Wissenstransfer überhaupt nichts im Wege stand und wir eine unüberschaubare Anzahl an neuen Informationen und Kenntnissen mitnehmen konnten.
Bei der KubeCon EU im nächsten Frühjahr in Paris sind wir auf jeden Fall wieder vertreten und freuen uns bis dahin unser Wissen an unsere Kunden weiterzugeben bzw. dort umzusetzen.

Sei es ein Training rund um Docker und Kubernetes für Einsteiger, die Zusammenarbeit in und an euren cloud-native Projekten oder die Arbeit mit Containern im CI/CD-Bereich, z.B. auf GitLab –  für Anfragen aller Art zu Cloud Native stehen wir natürlich gerne zur Verfügung!

Daniel Bodky
Daniel Bodky
Platform Advocate

Daniel kam nach Abschluss seines Studiums im Oktober 2021 zu NETWAYS und beriet zwei Jahre lang Kunden zu den Themen Icinga2 und Kubernetes, bevor es ihn weiter zu Managed Services zog. Seitdem redet und schreibt er viel über cloud-native Technologien und ihre spannenden Anwendungsfälle und gibt sein Bestes, um Neues und Interessantes rund um Kubernetes zu vermitteln. Nebenher schreibt er in seiner Freizeit kleinere Tools für verschiedenste Einsatzgebiete, nimmt öfters mal ein Buch in die Hand oder widmet sich seinem viel zu großen Berg Lego. In der wärmeren Jahreszeit findet man ihn außerdem oft auf dem Fahrrad oder beim Wandern.

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