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Warum wir gendern

by | Jul 27, 2021 | NETWAYS

This entry is part [part not set] of 5 in the series Queerer Monat

Kürzlich habe ich eine sehenswerte Dokumentation gesehen. In „No more boys and girls“ taucht die Moderatorin Collien Ulmen-Fernandes in die Lebens- und Lernwelt von siebenjährigen Kindern ein und geht dort der Frage nach, welche Rollenbilder sie von Frauen und Männern haben und wie diese entstehen. “Frauen sind für Kochen und Putzen eher so geeignet”, sagt einer der Jungs. Eines der Mädchen ist überzeugt, dass nur Männer Flugzeuge fliegen können.

Einer unserer Werte ist Diversität. Bei uns sind alle willkommen! Im Juni und Juli hatten wir anlässlich des Pride Months und des International Non-Binary People’s Day eine kleine Serie im Blog und in Social Media, an die ich heute anknüpfe. Es geht darum, warum wir gendern.

Was hat „No more boys and girls“ damit zu tun, warum wir bei NETWAYS gendern? Bei genauerem Hinsehen: viel!

Gleichberechtigung

Auch mein Vorstellungsvermögen hat seine Grenzen, wie das der Kinder in der Doku, auch ich bin täglich mit Stereotypen konfrontiert – bei mir, bei anderen – und will doch eigentlich super offen sein. Ich schätze, das ist auch relativ normal irgendwie und das, womit ich eben umgehen muss. Der Sprachkritiker Ludwig Wittgenstein sagte: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“. Hm, okay…

Demgegenüber wächst mein Bedürfnis, Vielfalt sprachlich sichtbar zu machen. Und generell mehr Menschen, nicht nur in Verwaltungen, sondern auch in der Wirtschaft und den Medien zeigen sich aufgeschlossener gegenüber sprachlichem Gendern.

Gerechte Sprache ist ein Sprachgebrauch, der alle Menschen einschließt, unabhängig von Geschlecht, Bildungshintergrund und anderen möglichen Ausgrenzungsgründen.

Aktuell ist Sprache männlich geprägt und vergisst Frauen und andere Geschlechter häufig. „Es sind doch alle mitgemeint,“ ist ein beliebtes Argument für das generische Maskulinum. Nur stimmt das leider nicht. Menschen haben bei der männlichen Form auch tatsächlich Männer vor Augen, wie viele Studien belegen. Kollege = Mann. Umgekehrt fühlen sich viele Frauen und Menschen verschiedenster Geschlechter nicht mitgemeint.

Mehr Verbindung

Menschen explizit anzusprechen hat eine besondere Qualität für diejenigen. Es entsteht etwas zwischen mir und Dir, wenn Du Dich gesehen und gemeint fühlst! Hallo! 😀 Du weißt, was ich meine, oder?

Wenn Du „neue Mitarbeitende“ begrüßt, „Bewerber:innen“ einlädst oder „die Leute in Deinem Team“ ansprichst oder anschreibst, dann beziehst Du damit alle ein, Frauen, Männer und Menschen, die sich nicht in der binären Ordnung wiederfinden.

Wie wir sprechen und schreiben, spiegelt nicht einfach unsere Realität. Sprache prägt, wie wir denken, was wir sehen und für möglich halten – und ob wir uns gemeint fühlen. Und natürlich hat Sprache auch mit Emotionen und Verbundenheit zu tun. Mit Liebe und Macht. (Anerkennung, Diskriminierung.)

Dein und Unser Potenzial

Deswegen haben wir beschlossen, in unserer Kommunikation auf eine gerechte Sprache zu achten. Zum Beispiel heißt das, dass wir auf Webseiten oder in Social Media, aber auch unserer internen Kommunikation jetzt den Gender-Doppelpunkt nutzen. Das ist aber nur ein Aspekt, es gibt viele weitere Möglichkeiten, alle einzubeziehen. Gendern geht auch im Sprechen. Wer so sprechen will, macht zunächst eine minikleine Pause zwischen dem männlichen Wortstamm und der weiblichen Nachsilbe „in“ oder „innen“. Weil mit dem „i“ ein Vokal anschließt, wird mit dem sogenannten Glottisschlag gesprochen.

Darauf jedenfalls haben wir Bock:

Neue Kolleg:innen und diverse Teams: Bewirb Dich jetzt auf einen unserer Jobs!

Damit wir hier noch mehr coole Menschen werden: Das ganze NETWAYS Team!

Zahlreiche Speaker:innen bei unseren Events wie der OSMC und der stackconf.

Auf geht’s, Leute!

 

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