Wenn ich nicht gerade aus Konferenzen berichte, sind meine Blogpost ja meist eher technischer Natur. Mittlerweile beschäftigt mich aber um diese Zeit im Jahr immer das Thema Ausbildung, denn es muss ein neues Lehrjahr geplant werden. Wenn ich aber nun darüber schreiben würde, wäre wohl für die meisten eher uninteressant, darum will ich mich gleich dem Thema widmen, das mich danach beschäftigen wird, und zwar der Neuordnung der IT-Berufe. Diese ist zwar schon in Kraft und zeigt ihr ersten Auswirkungen, aber insbesondere durch Corona war mir die Berücksichtigung für das kommende Lehrjahr zu knapp.

Worum geht es bei der Neuordnung denn überhaupt? Bereits 2015 erfolgte durch das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) der Auftrag an Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) der Auftrag “die Ausbildungsinhalte als auch den Zuschnitt und die Abgrenzung der Berufe voneinander” zu überprüfen um den Wandel in der IT Rechnung zu tragen, denn die Ausbildungsberufe gibt es seit 1997 unverändert in dieser Form. Die Untersuchung ging bis 2017 und sorgte dann für eine Änderungsverordnung im Jahr 2018, welche dann für das Ausbildungsjahr 2020 in Kraft tritt. Diese lässt sich in Form einiger Punkte zusammenfassen:

  • Ausbildungsstruktur, Bezeichnungen und Dauer sollen bleiben.
  • Einsatzgebiete sollen geprüft und aktualisiert werden.
  • Kern- und Fachqualifikationen sind zu prüfen und anzupassen.
  • Informatikkaufmann wird neu ausgerichtet.

Als Ergebnis daraus gibt es zukünftig folgende IT-Berufe:

  • IT-System-Elektroniker
  • Kaufmann für IT-Systemmanagement (ehemals: IT-System-Kaufmann)
  • Kaufmann für Digitalisierungsmanagement (Ersatz für: Informatikkaufmann)
  • Fachinformatiker Anwendungswicklung
  • Fachinformatiker Systemintegration
  • Fachinformatiker Daten- und Prozessanalyse (neu)
  • Fachinformatiker Digitale Vernetzung (neu)

All diese Berufe haben eine gemeinsame Kernqualifikation, eine dem Berufsbild entsprechende Fachqualifikation, im Falle des Fachinformatiker eine Fachrichtung und zuletzt ein durch die Firma gewähltes Einsatzgebiet.

Neuordnung der IT-Berufe

Aber wie wirkt sich das jetzt auf die Ausbildung bei NETWAYS bzw. da ich nicht für meine Kollegen sprechen will bei NETWAYS Professional Services aus? Für den Fachinformatiker Systemintegration gibt es eine neue sachliche und zeitliche Gliederung, welche kleiner Anpassungen bei der Umsetzung erfordern. Ein Beispiel, dass uns auch immer schon wichtig war, aber nun explizit zu betrachten ist der soziale Aspekt aus den Punkten “gegenseitige Wertschätzung unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Vielfalt bei betrieblichen Abläufen praktizieren” und “bei der Beurteilung, Entwicklung, Umsetzung und Betreuung von IT-Lösungen ethische Aspekte reflektieren”. Außerdem hat die IHK Nürnberg auch in der Gliederung vorgesehen, dass ein Einsatzgebiet festgelegt wird und die Vermittlung der Themen festzuhalten ist, wobei ersteres auch an die IHK geht, letzteres dient nur dem Auszubildenden und dem Ausbilder als Kontrollinstrument. Eine weitere Änderung ist die Abschlussprüfung Teil 1, welche zukünftig die Zwischenprüfung ersetzt und mit 10% in die Abschlussnote einfließt.

Dies ist aber nur der kleinere Teil, denn die Anpassungen sind schon gelaufen und greifen schon dieses Jahr. Weiter größer wird mich treffen, dass ich den neuen Fachrichtungen Rechnung tragen möchte. In unserem Fall dem Fachinformatiker Daten- und Prozessanalyse, denn dieser passt für mich wunderbar zum Thema Log-Management und Visualisierung von Daten aus unserem Consulting-Portfolio. Meine nächsten Schritte werden also sein mir die sachliche und zeitliche Gliederung vorzunehmen und prüfen welche der berufsprofilgebenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung wir bereits in einer Form abbilden können und für welche wir noch eine Strategie brauchen. Im Anschluss daran brauchen wir einen Termin mit der IHK zur Eignungsfeststellung, bei dem genau das dann besprochen wird. Wenn die IHK unsere Eignung positiv bewertet hat, können wir dann die Stelle entsprechend ausschreiben und vermarkten. Wenn wir dann soweit sind, haben wir hoffentlich nicht nur einen weiteren Schritt in Richtung moderner, zeitgemäßer Ausbildung getan, sondern geben den Auszubildenden schon eher die Chance sich zu spezialisieren um nicht mehr in alle Themen reinschnuppern zu müssen und sich dann zu entscheiden sondern bereits in der Ausbildung mehr in die Tiefe zu gehen.

Ich finde es schön, dass auch das Thema Ausbildung immer spannend bleibt und hoffe der kleine Blick hinter die Kulissen hat dem ein oder anderen gefallen. Wem es gefallen hat, wie viel wir uns mit dem Thema Ausbildung auseinander setzen und der für sich oder andere sucht, den möchte ich auf jobs.netways.de verweisen.

Dirk Götz
Dirk Götz
Principal Consultant

Dirk ist Red Hat Spezialist und arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting für Icinga, Puppet, Ansible, Foreman und andere Systems-Management-Lösungen. Früher war er bei einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung als Senior Administrator beschäftigt und auch für die Ausbildung der Azubis verantwortlich wie nun bei NETWAYS.