MySQL 5.5 ist raus!

Bereits im März haben wir mal über den damals eingeschlagenen Entwicklungsprozess von MySQL gebloggt, der uns gestern zu einer neuen MySQL GA Version verholfen hat. Diese lang erwartete Version bringt uns viele neue Features und vor allem Optimierungen der verbreitetsten Open Source Datenbank.
Viele Benutzer waren oder sind durch den Kauf von SUN Microsystems und damit MySQL durch Oracle verunsichert, wie es mit der Datenbank weitergeht. Ich denke es spricht viel dafür das Oracle auch in Zukunft viel Energie in MySQL und die seit Version 5.5 verwendete Default-StorageEngine InnoDB stecken wird. Warum wird sich der ein oder andere Fragen, da Oracle mit der “großen” Datenbank ja das Schlachtschiff am Markt im Portfolio hat? Die Idee aus meiner Sicht ist jedoch eine andere. Gerade mit MySQL konkurriert das Unternehmen aus Redwood Shoores gegen die vielen kleinen Datenbanken am Markt. Mit MySQL kann man so den PostgreSQL-, Sybase- oder MSSQL-Server Kunden abholen und in den Kundenstamm integrieren. Dafür spricht beispielsweise die erhebliche Performanceoptimierung der Windowsversion, welche ein 15Fache Performancesteierung im Read/Write bringen soll. Neben unzähligen Optimierungen welche im Vergleich zu 5.1 einen deutlich stabileren Eindruck machen ist die semi-synchrone Replikation eines der aus meiner Sicht spannenden Features.
Während die Master-DB in normalen Replikationsumgebungen nichts vom Status der Slave-Datenbanken weiss, bietet die semi-synchrone Replikation die Möglichkeit den Dateneingang im Slave zu verifizieren. Dies hat bei Schreibvorgängen natürlich Einfluss auf die Performance, bringt dem Nutzer jedoch nun bei Bedarf systemübergreifende Transaktionssicherheit. Nach einem konfigurierbaren Timeout schaltet der Master bei Ausfall alles Slaves auf die normale asynchrone Replikation um, um die Verfügbarkeit des Systems weiter zu gewährleisten.
Wer mehr wissen möchte findet im Oracle-Blogpost die Highlights der neuen Version und viele Details auch zur Replikation in den verlinkten Artikeln.

Bernd Erk
Bernd Erk
CEO

Bernd ist Geschäftsführer der NETWAYS Gruppe und verantwortet die Strategie und das Tagesgeschäft. Bei NETWAYS kümmert er sich eigentlich um alles, was andere nicht machen wollen oder können (meistens eher wollen). Darüber hinaus startet er das wöchentliche Lexware-Backup und investiert seine ganze Energie in den Rest der Truppe und versucht für kollektives Glück zu sorgen. In seiner Freizeit macht er mit sinnlosen Ideen seine Frau verrückt und verbündet sich dafür mit seinem Sohn.

Londoner Börse wechselt zu Linux und Solaris

Heise hat gestern gemeldet, dass die Londoner Börse (LSE) von ihrer bestehenden und auf .NET basierenden Handelsplattform auf eine neue Lösung umsteigt. Die neue Plattform wurde von einer Firma in Sri Lanka entwickelt und läuft unter Linux oder Solaris. Interessant ist, dass der Wechsel nicht nur aus Kostengründen erfolgt, sondern auch die bessere Performance der neuen Software eine große Rolle gespielt hat.
Trotzdem scheint der Kostenvorteil sehr groß zu sein, denn für etwa 30 Mio Euro Kaufpreis hat die LSE gleich die komplette Herstellerfirma gekauft, während bei der alten Lösung etwa 65 Mio Euro Kosten angefallen sind – vermutlich nur für Lizenzgebühren.

Julian Hein
Julian Hein
Executive Chairman

Julian ist Gründer und Eigentümer der NETWAYS Gruppe und kümmert sich um die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Neben seinem technischen und betriebswirtschaftlichen Background ist Julian häufig auch kreativer Kopf und Namensgeber, beispielsweise auch für Icinga. Darüber hinaus ist er als CPO (Chief Plugin Officer) auch für die konzernweite Pluginstrategie verantwortlich und stösst regelmässig auf technische Herausforderungen, die sonst noch kein Mensch zuvor gesehen hat.

SCO ist endlich pleite

Endlich mal eine schlechte Nachricht, bei der man ohne schlechtes Gewissen Schadenfreude haben kann: SCO hat Konkurs angemeldet, weil ihnen das Geld ausgeht. SCO hatte 2003 mit Klagen gegen IBM, Novell und andere Linux Firmen wegen der Zahlung von Lizenzgebühren Schlagzeilen gemacht. Angeblich habe IBM Quellcode in den Linux Kernel eingebracht, der auf Unix basiere wofür SCO behauptete das Urheberrecht zu haben. Vor kurzem hat ein US Gericht dieses Urheberrecht aber Novell zugesprochen und die Verlangen jetzt natürlich ihrerseits Lizenzgebühren von SCO. Vermutlich haben diese Forderungen nun auch zur Insolvenz geführt. Leider bedeutet der Gläubigerschutz nicht das entgültige Aus, sondern soll eher die Möglichkeit eines Turnarounds bieten. Trotzdem stehen die Chancen aber nicht schlecht das die Angelegenheit damit mal endlich vom Tisch kommt.
Wer sich die ganze Geschichte nochmal zu Gemüte führen will, der findet bei Heise alle Meldungen im Artikel “SCO vs. Linux: Die unendliche Geschichte

Julian Hein
Julian Hein
Executive Chairman

Julian ist Gründer und Eigentümer der NETWAYS Gruppe und kümmert sich um die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Neben seinem technischen und betriebswirtschaftlichen Background ist Julian häufig auch kreativer Kopf und Namensgeber, beispielsweise auch für Icinga. Darüber hinaus ist er als CPO (Chief Plugin Officer) auch für die konzernweite Pluginstrategie verantwortlich und stösst regelmässig auf technische Herausforderungen, die sonst noch kein Mensch zuvor gesehen hat.