Entwicklung zum Zuhören

Hört eigentlich wer noch Podcasts?developer
In den letzten Jahren hat sich das deutsche Podcastangebot erheblich verbessert und immer mehr professionelle Produktionen drängen auf die Portale. Das Angebot ist sehr vielfältig: Vom Hobby-Philosoph über die Tagesschau bis zum Radio Tatort ist thematisch alles dabei. Ebenso aber auch der langweilige Einzelschwafler bis hin zur professionellen Hörspielproduktion.
Was gibts zum Thema Technik?
Jede Menge. Oft geht es allerdings “nur” um Platformen, Gerätetechnologien oder Spiele. Hier folgt man meist stundenlangen Ergüssen eines undynamischen Duos und nimmt am Ende doch so gar nichts mit. Außer der Tatsache, dass man die Nacht über tief und fest schlief und sich nicht mit dem Kopfhörer erdrosselt hat.
Zum Glück gibt es da sowas wie den Heise Developer Blog – Einen Podcast zum Thema Softwarentwicklung. Bekannte Softwareentwickler erzählen über ihre Erfahrungen und Probleme. Die erste Episode startete im April 2009 und die Veröffentlichungsrate ist mit sieben Produktionen im Jahr ganz gut für so ein Nieschenthema. Was ich ziemlich spannend fand:

Barrierefreiheit

Hier erzählt Artur Ortega, ein blinder Diplom-Informatiker der über seine Erfahrungen mit Architekturen und Mythen.
Bei Interesse kann man einfach mal reinhören: http://www.heise.de/developer/podcast/
– Und Gute Nacht 😉
 

Marius Hein
Marius Hein
Head of Development

Marius Hein ist schon seit 2003 bei NETWAYS. Er hat hier seine Ausbildung zum Fachinformatiker absolviert, dann als Application Developer gearbeitet und ist nun Leiter der Softwareentwicklung. Ausserdem ist er Mitglied im Icinga Team und verantwortet dort das Icinga Web.

Icinga Web 2 – Barrierefreiheit im HTML

Nachdem der Kollege Johannes Meyer letztens über die Barrierefreiheit im Icinga Web 2 (Icinga Web 2 – Das kann Jeder) schon berichtet hat, so würde ich gerne ein paar Beispiele auf der HTML Ebene aufzeigen, was nun barrierefrei ist und was nicht.
Ein klassischer Fall sind die IMG Tags, viele bieten keine Text-Alternativen an, somit ist z.B. jemandem mit einer Sehbehinderung nicht klar, was da auf dem Bild drauf ist oder was es repräsentieren soll.
Falsch: <img src="xyz.jpg" />
Richtig: <img src="xyz.jpg" alt="Icinga Web 2 Logo" />
Perfekt: <img src="icinga_web2_logo.jpg" alt="Icinga Web 2 Logo" />
Und wenn wir auf das Thema Semantik angehen wollen, so ist z.B. allein durch die Schriftgröße nicht sichergestellt ob es sich um eine Überschrift handelt oder nicht.
Falsch: <span style="font-size: 150%;">Überschrift</span>
Richtig: <h1>Überschrift</h1>
Wie gesagt, das sind jetzt nur ein paar Beispiele und es gibt noch viele weitere Sachen wie man etwas macht und nicht macht um die Barrierefreiheit zu verbessern bzw. zu gewährleisten und genau um solche Sachen und viele weitere kümmern wir uns gerade.

Icinga Web 2 – Das kann Jeder

Das letzte mal habe ich zur Internationalisierung in Icinga Web 2 ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert. Heute widme ich mich einem ähnlichen, allerdings ungleich weniger beachtetem Thema:

Barrierefreiheit

Gerade im Bereich Open Source ist es nicht selten, dass Software nicht oder erst weit nach dem erstmaligen produktiven Einsatz, angesichts dem immer weiter zunehmenden Interesse und der Integration benachteiligter Individuen, überarbeitet oder erweitert wird. Zumeist liegt dies am Entwicklungsmodell. Jemand benötigt etwas oder ist unzufrieden mit den bereits existierenden Lösungen, entwickelt seine eigene Lösung und macht diese der Öffentlichkeit zugänglich welche dann durch interessierte Nutzer erweitert werden kann. In der Mehrzahl solcher Gegebenheiten ist die Zahl der tatsächlichen Anwender meist nicht oder nur bedingt absehbar, weshalb die Barrierefreiheit nicht berücksichtigt wird.
In Projekten, die von großen Unternehmen entwickelt oder in Auftrag gegeben werden, besteht allerdings meist ein spezielles Interesse an diesem Thema. Das Produkt muss entweder aus Vertrieblichen Gründen oder aus vorgeschriebenen Unternehmens-Richtlinien vollständig Barrierefrei sein, bevor es verkauft bzw. produktiv eingesetzt werden darf. Da vor einiger Zeit ein großes deutsches Unternehmen an uns heran getreten ist, wird sich das Team Web die nächsten Wochen vermehrt damit beschäftigen, Icinga Web 2 bis nur finalen Version Barrierefrei zu gestalten.
Wir werden uns an zwei bestimmten Standards orientieren, sie jedoch nicht in Gänze erfüllen. Gerade der „WCAG“ Standard beschreibt sehr viele Anforderungen, dessen Aufwand sehr hoch, die Relevanz für Icinga Web 2 wir jedoch entweder zu gering oder noch nicht einschätzen können.
Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sowie Teile der ISO 9241
Diese beiden Standards beschreiben die Grundzüge der Barrierefreiheit in modernen Web-Applikationen sowie die Anforderungen an eine erfolgreiche Interaktion zwischen Mensch und Maschine:

  • Farben & Kontraste
  • Dialoge
  • Bedienung
  • Navigation
  • Lesbarkeit
  • Verständlichkeit

Accessible Rich Internet Applications Suite (ARIA)
Dieser Standard erweitert HTML, sodass Bildschrimleser fehlerfrei innerhalb der Web-Applikation navigieren können und erweiterte Funktionen die sonst nur mit der Maus zugänglich wären, auch über die Tastatur vollständig nutzbar zu machen.
Außerdem werden wir sicherstellen, HTML auch semantisch korrekt zu verwenden. Das allseits beliebte <div> steht somit ganz oben auf dem Prüfstand.
Am Ende werden viele Verbesserungen direkt in das Framework eingepflegt worden sein, doch alle Anpassungen, die Icinga Web 2 in seiner grafischen Funktionalität bzw. der Vielfalt der Bedien-Elemente beschränken, werden mittels eines dedizierten Moduls realisiert.
Sobald alles fertig ist, kann sich niemand mehr raus reden, er habe die vielen kritischen, tief roten Anzeigen übersehen. Die sieht doch selbst ein Blinder, im wahrsten Sinne des Wortes. 😀

Johannes Meyer
Johannes Meyer
Developer

Johannes ist seit 2011 bei uns und hilft bei der Entwicklung zukünftiger Knüller (Icinga2, Icinga Web 2, ...) aus dem Hause NETWAYS.