Unkonferenz, BarCamp, RootCamp wtf? Teil II

RootCamp Banner 125Seit gestern sind wir also schon fast Unkonferenzprofis und wissen aber immer noch nicht was ein BarCamp ist.Dabei ist das ganz, ganz easy peasy erklärt: BarCamps sind Unkonferenzen bei denen der inhaltliche Schwerpunkt irgendwo im Bereich Programmierung liegt.
Warum denn das jetzt?
Weil die von O’Reilly ins Leben gerufenen Camps FooCamps (Friends of O’Reilly Camps) heißen. Teilnehmen darf man dort nur mit persönlicher Einladung vom Master himself. Das ist natürlich blöd für all jene, die gerne auch mal unkonferenzen möchten aber Herrn O’Reilly nicht persönlich kennen. Also wurden die ersten komplett öffentlichen Unkonferenzen ins Leben gerufen, die metasyntaktisch korrekt BarCamps heißen mussten und die waren, die Sache mit der metasytaktischen Variable lässt es erahnen, von und für Programmierer gemacht.
Inzwischen gibt es auch jede Menge anderer Unkonferenzen, die sich mit komplett anderen Themen beschäftigen und sich dann BibCamp (Themen rund um Bibliotheken), EduCamp (Bildungsthemen) oder HotelCamp (wer hätte es gedacht…Hotelleriethemen) schimpfen.
Aber verlassen wir den Exkurs über die Entstehungsgeschichte und wenden wir uns wieder der Praxis zu.
Wie läuft das so… organisatorisch gesehen?
Der eine oder andere wird sich vermutlich schon gestern gefragt haben, wie effektiv es denn ist Menschenmassen in einen Raum zu stecken und darauf zu hoffen, dass sie sich irgendwie selbst organisieren. Funktioniert das überhaupt?
Erstaunlich gut sogar, aber es braucht natürlich ein paar Hilfsmittel für die Kommunikation und Dokumentation.
Logisch, wenn eine Hand voll Leute bei so einer Unkonferenz gemeinsam in einem Raum sitzt, können sie sich wunderbar unterhalten und absprechen. Schwieriger wird es bei ganz vielen Leuten, die zwischen mehreren Räumen hin- und herwuseln. Genau das ist aber bei größeren BarCamps oft der Fall. Da wird zum Beispiel auch gerne mal zwischen parallel laufenden Sessions hin- und hergehüpft.
Deshalb gibt es an allererster Stelle mal einen ganzganzganz groben Ablaufplan, der vom jeweiligen Organisator eines Camps festgelegt wird. Unserer sieht zum Beispiel so aus.
Wichtigster Punkt dieses Plans ist vorerst der Start der Veranstaltung und der Zeitpunkt der großen Begrüßungs- und Vorstellungsrunde. Danach trifft man sich zum Ideenpitch, in dem gemeinsam festgelegt wird, welche Themen wann Gehör finden werden, wer die Session halten wird und wer daran teilnehmen möchte. Meist wird am Abend des ersten BarCamp-Tages auch eine Art Abendveranstaltung angeboten, die das gegenseitige Beschnuppern erleichtert. Die Sessions selbst werden bei mehrtägigen BarCamps dann meist erst ab dem zweiten Tag gehalten – wann genau bestimmen alle gemeinsam.
Alles was darüber hinaus an organisatorischer Kommunikation stattfindet passiert vor Ort über Kanäle wie Twitter oder wird bei den gemeinsamen Treffen besprochen. Außerdem gibt es noch das mixxt….
Das mixxt
Von den deutschsprachigen Unkonferenzen nutzen viele ihre eigene mixxt-Seite um die Koordination für alle Interessenten zu erleichtern. Unter rootcamp.mixxt.de findet Ihr zum Beispiel unsere RootCamp-Seite. Neben einigen Informationen zum Camp haben RootCamper dort auch die Möglichkeit bereits im Vorab Themenvorschläge für Sessions loszuwerden, oder ihr Interesse an eingestellten Sessions zu bekunden. Einmal angemeldet kann man die entsprechende Seite bearbeiten und hat die Möglichkeit auch schon erste Kontakte mit anderen RootCampern zu knüpfen. Die Tickets zum Camp gibt es dort auch – aber erst ab März.
Zu guter Letzt möchte ich mich noch einer Frage zuwenden, die vermutlich schon einigen schlaflose Nächte bereitet haben wird:
Muss ich jetzt wirklich damit rechnen unvorbereitet einen Vortrag halten zu müssen?
Noch mal zur Erinnerung: hier gibt es keine Vorträge! Hier geht es um eine Kaffeepause! Wir plaudern in netter Atmosphäre über Dinge, die uns interessieren und wenn jemand etwas zu einem Thema beizutragen hat, für das sich ein anderer brennend interessiert, dann setzen sie sich zusammen und reden miteinander… manchmal auch mit mehr als zwei Personen – mehr ist das wirklich nicht.
Und morgen…. morgen werdet ihr endlich erfahren was das RootCamp ist 🙂