Wenn Agile, warum dann nicht richtig?

Das Thema Agile sickert nun so langsam in jeden großen Konzern und sogar die ersten Behörden.

Dabei klingt das Thema sehr Verlockend, egal in welcher Tiefe man es ausleben möchte:

  • Kleinere Teams oder Squads
  • Mehr Verantwortung der einzelnen Teams
  • Kurze Dienstwege
  • Klare Schnittstellen
  • Flexible Prozesse

Nur ist die Realität oft nicht so einfach, denn es ist nicht damit getan einen neuen Organisationsplan zu erstellen, und Zuständigkeiten zu definieren.

Es gibt viele weitere Punkte die eigentlich wichtiger sind, gerade Verantwortungen verteilen und vor allem auch Rechte weitergeben fällt den meisten Konzernen sehr schwer. Meine Erfahrungen als Consultant zeigen leider, dass der technische Aspekt von Agile oft vernachlässigt wird.

Viele Konzerne arbeiten noch mit klassischen Managed-Systemen, bei denen das Fachteam, dass eine Anwendung betreibt so gut wie keine Rechte hat. Auch wenn dieses Konzept gute Gründe hat, so ist es fast das Gegenteil von Agile. Denn wenn ein Fachteam nicht in der Lage ist, außerhalb des Laufstalls des ihm zugestanden wird, etwas zu ändern, oder gar ein Paket zu installieren oder updaten, dann ist das eigentlich nicht der Server des Teams. Und dann eigentlich auch in dessen Verantwortung.

Deswegen mein Appell: Wenn man Agile macht, dann bitte auch technische Verantwortung und Rechte übertragen, eben Vertrauen zugestehen.

Das heißt übrigens nicht, dass ein Betriebssystem-Team damit obsolet wäre, dieses wird dann eher zum Dienstleister. Sie stellen die VM oder die Hardware bereit, liefern Grundkonfiguration, helfen bei der Einrichtung, Best-Practices und Problemen.

Der Blick auf die Security der Plattform bleibt eigentlich unverändert, denn es musste auch vorher schon auditiert werden, z.B. ob Sicherheits-Updates installiert wurden, oder Software unsicher konfiguriert ist.

Der Unterschied liegt darin mehr Eigenverantwortung zu etablieren, und damit Flexibilität und Einfachheit zu Gewinnen, eben die Agilität.

Photo by bonneval sebastien on Unsplash

Markus Frosch
Markus Frosch
Principal Consultant

Markus arbeitet bei NETWAYS als Principal Consultant und unterstützt Kunden bei der Implementierung von Nagios, Icinga und anderen Open Source Systems Management Tools. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Markus aktiver Mitarbeiter im Debian Projekt.

Event Ticketverkauf mit Pretix

Seit etwa einem Jahr setzen wir bei NETWAYS für den Ticketverkauf für unsere Konferenzen und Schulungen auf Pretix. Ich habe unser Event-Team von der Evaluierung bis hin zur vollständigen Umstellung begleitet und dabei viele Eindrücke gewonnen.

Pretix ist eine Open Source Software die es Veranstaltern ermöglicht auf bequeme Weise Tickets für Veranstaltungen anzubieten, zu verkaufen und Teilnehmer zu verwalten. Bei den zahlreichen Schulungen und Konferenzen die NETWAYS organisiert ist so ein Instrument extrem wichtig. Die Wahl auf Pretix ist uns trotz unserer unzähligen Anforderungen relativ leicht gefallen, weil es nahezu alles bietet was das Event-Herz begehrt.

Alle Features aufzulisten wäre hier etwas zu viel. Ich habe daher die für uns wichtigsten Punkte ein mal zusammengefasst.

Verwaltung und Statistiken

Bei Pretix werden Events von verschiedenen Veranstaltern organisiert. Jeder Veranstalter hat dabei Teams die Zugriff auf die jeweiligen Events bekommen. Jedes Event hat eines oder mehrere Produkte (Tickets) die zum Verkauf angeboten werden. In einer aufgeräumten Übersicht bekommt man einen schnellen Überblick über anstehende Veranstaltungen und aktuelle Teilnehmerzahlen. Pretix unterstützt dabei nicht nur einmalige Events sondern auch wiederkehrende, so wie unsere Schulungen. Mit einer Vielzahl an Optionen und Plugins lässt sich der Ticketshop auf die eigenen Bedürfnisse anpassen.

 

Look and Feel

Neben den Farben des Shops erlaubt es Pretix auch die Tickets frei zu designen. Zusätzlich können alle Texte und das gesamte Design für die E-mail Kommunikation angepasst werden. Auch die automatisch generierten Rechnungen lassen sich mit etwas technischem Know-How abstimmen.

Integration

Die generelle Funktionalität wird bei Pretix durch Plugins erweitert. Zum Beispiel können verschiedene Bezahlmethoden eingebunden werden, von Sepa Lastschriftmandat, PayPal bis hin zur Kreditkartenzahlung. Ist man bei einem entsprechenden Provider registriert, lässt sich das problemlos einbinden. Pretix kann auch mit eigenen Plugins erweitern werden, wir verwenden zum Beispiel einen eigenen Renderer für Rechnungen und eine spezielle Export Variante für Teilnehmerdaten. Neben den bereits erwähnten textuellen Anpassungen, kann auch das gesamte Design von E-mails mithilfe eigener Plugins verändert werden. Die jeweiligen Ticket Shops werden auf die entsprechenden Konferenz-Webseiten eingebettet, so müssen Teilnehmer die Seite garnicht erst verlassen um ihre Tickets zu ordern. Ach ja, unser Request Tracker spricht auch mit Pretix über die Pretix REST API, die es natürlich auch gibt. Alles in allem lässt Pretix bezüglich Integrationen keine Wünsche offen.

On-premise oder in der Cloud

User können sich entscheiden ob sie Pretix selbst hosten (so wie wir) oder es lieber in der SaaS Variante einkaufen möchten. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Für uns war relativ schnell klar das wir selbst hosten werden. Die Installation ist sehr einfach und gut dokumentiert. Pretix grenzt klar ab welche Plugins open source sind und welche man nur gegen Bezahlung bekommt, so gibt es zu keinem Zeitpunkt unklarheiten. Die Software bekommt zuverlässig jeden Monat Updates mit Bugfixes und größeren kleineren Features. Auf GitHub erhält man in einem nahezu unmenschlich schnellem Tempo Antworten auf Fragen und Probleme.

Fazit

In Summe ist Pretix ein Vorzeigeprojekt wie Open Source Software im professionellen Umfeld funktionieren kann. Sowohl von der Funktionalität her als auch von den Möglichkeiten zur Erweiterung hat uns das Projekt überzeugt. Alle Features im Detail werden auf der Pretix Webseite aufgeführt.

Alle unsere Events findet ihr natürlich auf der NETWAYS Webseite.

Blerim Sheqa
Blerim Sheqa
Product Manager

Blerim ist seit 2013 bei NETWAYS und seitdem schon viel in der Firma rum gekommen. Neben dem Support und diversen internen Projekten hat er auch im Team Infrastruktur tatkräftig mitgewirkt. Hin und wieder lässt er sich auch den ein oder anderen Consulting Termin nicht entgehen. Mittlerweile kümmert sich Blerim hauptsächlich im Icinga Umfeld um die technischen Partner und deren Integrationen in Verbindung mit Icinga 2.