Früher oder später gelangt wohl jede/r, die / der einen Server am Laufen hat einmal an den Punkt, dass es ihr / ihm die VM (oder Teile davon) irreversibel “zerreißt” – wodurch auch immer.
Wer sich im Vorfeld der Sicherung seiner Daten gewidmet hat, ist jetzt klar im Vorteil und hat signifikant niedrigere Adrenalinpegel zu erwarten – besonders, wenn die letzte Sicherung keine 24 Stunden her ist. Unsere OpenStack-Plattform bietet für die Sicherung Ihrer virtuellen Maschine(n) Funktionalität zum automatischen oder auch manuellen Erstellen von Schattenkopien (im Folgenden Snapshots genannt) an.

 > Automatischen Snapshot einrichten

Man wähle den Reiter Snapshots und setze ein Häkchen bei der automatisch zu sichernden VM und die Einstellung wird übernommen.

Et voilà! Ab sofort kümmert sich die OpenStack-App jede Nacht nach 00:00 Uhr darum, dass ein Snapshot dieser virtuellen Maschine erstellt wird. Wie im Bild erwähnt macht sie sieben Stück, beim achten Mal Snapshot-Erstellen löscht sie den ältesten, also den ersten, usw.
Ergo ist “7” ist der Rotations-Standardwert. Wer diesen gerne verändern möchte, d. h. weniger als eine Woche täglicher Snapshots vorhalten will, beispielsweise nur deren drei, kann das wie folgt tun: Zurück zum Reiter “LiveView” > Compute > Instanzen > Drop-down-Menü (ganz rechts neben der Instanz, die modifiziert werden soll) > “Aktualisiere Metadaten”.
Hier sieht man nun, dass unter “Existing Metadata” “nws_backup” existiert und auf “true” gesetzt ist.

Man schreibe unter “Available Metadata” neben das Feld “Custom” “rotation” hinein, füge es mit dem Pluszeichen der “Existing Metadata” hinzu, trage dort den Wert “3” ein und klicke auf “Speichern”.
Fertig.

¡¡¡ Im Fall von Datenbanken auf der zu sichernden VM !!!
Da Snapshots im laufenden Betrieb genommen werden, ist die Konsistenz der Datenbanken darin nicht garantiert. Ich empfehle die Einrichtung eines Cronjobs, der einen Dump der laufenden DBs oder anderer nicht-persistenter Daten anlegt. Gut wäre, wenn dieser vor 24:00 Uhr fertig ist und somit nahtlos mitgebackupt werden kann.

 > Manuellen Snapshot erstellen

Wer hingegen nur einen bestimmten Zustand – beispielsweise nach Durchführung aller Installationshandgriffe seiner Software-Landschaft – gesichert haben möchte, kann das manuell tun: Compute > Instanzen > Schattenkopie erstellen (neben der zu sichernden VM). Es ist dann noch ein aussagekräftiger Schattenkopiename zuzuteilen und Schattenkopie erstellen zu klicken.

Eine grüne Erfolgsmeldung wird hierauf oben rechts aufpoppen.
Hier sollte – wie oben beschrieben – ebenfalls auf Datenbanken geachtet werden.

 > Snapshot einspielen

Sollte es dann eben zur Havarie oder einem sonstigen Fall notwendiger Zurücksetzung kommen, läuft das Einspielen der Sicherung so ab, als würde man eine neue VM starten.
Compute > Instanzen > Instanz starten.

Details > Instanzname setzen

Quelle > Bootquelle auswählen:
Hier gibt es zwei Möglichkeiten, wo sich Ihr Snapshot befindet:

  • entweder > “Datenträger Snapshot” (i. F. v. VMs “mit Datenträger” bzw. “mit Volume”: Systemdatenträger in unserem Ceph-Storage, insgesamt dreifache Replikation an zwei Standorten)
  • oder > “Abbild” oder “Instanz Snapshot” (i. F. v. VMs “ohne Datenträger” bzw. “ohne Volume”: Systemdatenträger lediglich auf dem Hypervisor)

Variante, Netzwerke, Sicherheitsgruppen und Schlüsselpaar sind wie gehabt zu setzen.

Als Ergebnis wird man jetzt zwei ähnliche VMs haben:

Um den neuen Sollzustand zu verkomplettieren, bleibt, der zu verwerfenden Instanz die Floating-IP abzutrennen (Drop-down-Menü ganz rechts neben der Instanz) und diese der neuen zuzuweisen. Wenn sicher ist, dass die alte nicht mehr benötigt wird, kann diese dann auch gelöscht werden, um nicht weiterhin nutzlos Kosten zu verursachen.

Dieses Vorgehen eignet sich nicht nur zur Desaster-Recovery. Auch das Aufsetzen einer baugleichen VM oder das Testen größerer Patches abseits der produktiven Areale kann so bewerkstelligt werden.

> Snapshot als Datenträger einbinden

Für den Fall, dass man nur an die enthaltenen Daten heranwill, existiert auch die Möglichkeit, aus dem Snapshot einen Datenträger zu erstellen und diesen einer anderen laufenden VM anzuhängen.
Dies ist möglich über zwei Schritte:
Compute > Abbilder > Drop-down-Menü (ganz rechts neben dem zu benutzenden Abbild) > Datenträger erstellen > Datenträger erstellen.
Weiter über Datenträger > Datenträger > Drop-down-Menü (ganz rechts neben dem zu benutzenden Datenträger) > Anhänge verwalten.

Es ist noch die Instanz, mit der das Laufwerk verbunden werden soll auszuwählen und zu bestätigen.
Jetzt steht die Platte zur Verfügung, auf Ubuntu beispielsweise als /dev/sdb1 .

Martin Scholz
Martin Scholz
Systems Engineer

Martin sattelte unlängst vom sozialen Bereich auf die IT um und ist im Managed-Services-Support tätig. Praktischerweise nutzt ihm hier, dass er sich bereits vor geraumer Zeit Linux als User zugewandt hat. Privat ist er bekennende Couch-Potatoe. Es sei denn, er fühlt sich einmal wieder gedrängt, einen Marathon-Marsch zu unternehmen. Kein feliner oder kanider Passant ist vor seiner Kontaktaufnahme sicher.