Minimale Rechte und persönliche Accounts zur Administration

Icinga 2
Nachdem in unserer letzten “Icinga 2”-Schulung die Diskussion aufkam wie man Icinga 2 am besten mit minimalen Rechten konfiguriert und administriert, will ich mich dieser Thematik mal annehmen. Dies wird zwar anhand des Beispiels Icinga 2 auf CentOS 7 sein, aber lässt sich so auf jeden Dienst anwenden, der in Konfigurationsdateien verwaltet wird.
Ausgangsbasis
Die Ausgangsbasis stellen immer die Rechte dar, die durch das Package bei der Installation vorgegeben werden. Diese sollen unverändert bleiben, da sie sonst bei einem Update wieder auf den Standard des Packages zurückgesetzt werden. Als zweites gehen wir mal davon aus, dass eine Anmeldung als unpriviligierter Benutzer mit einem persönlichen Account möglich ist, wobei egal ist ob dieser lokal angelegt ist oder aus einem zentralen Verzeichnisdienst kommt, und dass dieser zur Administration genutzt werden soll.
Bei Icinga 2 sehen die Rechte nach der Installation folgendermaßen aus:

  • Auf dem Hauptverzeichnis /etc/icinga2 hat root alle Rechte, die Gruppe icinga darf lesen und browsen, alle anderen haben keine Rechte.
  • Auf die Dateien und Unterverzeichnisse hat der Benutzer icinga alle Rechte, die Gruppe icinga darf lesen und Verzeichnisse browsen, alle anderen haben keine Rechte.
  • Die Ausnahme bildet die Datei /etc/icinga2/init.conf, bei der die Benutzerrechte auf root liegen, aber auch nicht editiert werden sollte.

Zusätzlich zu den Dateirechten brauchen wir zur Administration Befehle wie systemctl reload icinga2.service um Icinga 2 neuzustarten oder auch icinga2 daemon -C zum Validieren der Konfiguration. Die Systemkommandos können nur als root ausgeführt werden, die Icinga-Kommandos als root oder icinga. Der Benutzer icinga ist allerdings als Benutzer gedacht unter dem der Dienst läuft und hat daher keine Benutzerumgebung, Kommandos können mit sudo aber trotzdem mit seinen Rechten ausgeführt werden.
Ein unpriviligierter Account kann nun noch nicht mal die Konfiguration lesen oder auch nur durch die Verzeichnisse navigieren, den Dienst nicht steuern oder Icinga-Kommandos absetzen. Dies können wir auf zwei Arten lösen. Methode 1 sind Gruppenrechte, Methode 2 ACLs, beides angereichert um eine Prise sudo um Kommandos unter anderen Rechten auszuführen.
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Dirk Götz
Dirk Götz
Senior Consultant

Dirk ist Red Hat Spezialist und arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting für Icinga, Puppet, Ansible, Foreman und andere Systems-Management-Lösungen. Früher war er bei einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung als Senior Administrator beschäftigt und auch für die Ausbildung der Azubis verantwortlich wie nun bei NETWAYS.