Schöne bunte Apfelwelt

Ich hab’s getan! Nachdem einige Jahre Windows und viele Jahre Linux auf meinem Arbeitsplatzrechner lief, bin ich nun (freiwillig) zu Mac OS gewechselt. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich möchte mit diesem Blogpost keinen erneuten Glaubenskrieg lostreten, sondern lediglich meine Erfahrungen mit Mac OS X bzw. dem MacBook Pro 2015 der ersten Tage wiedergeben. Meiner Ansicht nach hat jedes Betriebssystem und jede Hardware je nach Einsatzzweck auch seine Daseinsberechtigung.
Beweggründe
Generell ist es uns hier bei NETWAYS frei gestellt mit welchem Notebook bzw. welchem Betriebssystem wir arbeiten möchten, allerdings ist die Geräteauswahl (derzeit) aus nachvollziehbaren Gründen auf Dell, Lenovo und Apple eingeschränkt. Bisher hatte ich ein Dell Latitude E6530, das nun über 3 Jahre auf dem Buckel hat. Als Betriebssystem habe ich Linux Mint eingesetzt. Das Dell an sich hat mir treue Dienste geleistet, ich hatte nie einen Supportfall. Es ist zwar schön wenn man auch außerhalb des eigenen Büros ein großes Display (15,6″) hat, aber im Laufe der Zeit ist mir das Latitude einfach zu klobig und v.a. auch zu schwer geworden. Hardwareseitig bin ich v.a. bei Trainings mit mehreren gleichzeitig laufenden VM’s an die Grenzen gestossen.
Als Betriebssystem auf Linux Mint zu setzen war, rückwirkend betrachtet, vermutlich nicht die beste Wahl. Die Probleme die ich damit hatte treten so oder so ähnlich aber auch bei anderen Arbeitsplatzrechnern mit Linux auf. Brandaktuelle Softwarepakete ziehen u. U. Abhängigkeitsprobleme nach sich, so kam es beispielsweise vor das nach dem Update plötzlich der VPN-Client des Kunden oder der Mailclient (Thunderbird) nicht mehr korrekt funktionierten. Bei zusätzlicher Software stand ich auch oft vor dem Problem das Linux gar nicht unterstützt wurde, allerdings fast immer Windows und Mac OS (Webconferencing, etc.). Auch Unverträglichkeiten mit Beamern sind vielen Linux-Usern bekannt…
Einstieg
macbookpro2015Der große Vorteil von Apple ist das sie die Möglichkeit haben Hard- und Software perfekt aufeinander abzustimmen. Das macht sich beim Betrieb auf alle Fälle bemerkbar, es läuft einfach rund und bringt vieles von Haus auf mit. Zusätzliche Software ist mit ein paar Klicks installiert und Einstellungen schnell angepasst, sobald man sich an das geänderte Fensterkonzept mit Menüleiste und Dock gewöhnt hat. Natürlich merkt man dem aktuellen MacBook Pro auch seine Leistung an, nicht nur (viele) VM’s laufen flüssig, sondern das ganze System und alle Applikationen regieren sehr flott. Dabei gibt das Gerät durch den fehlenden Lüfter keinen Ton von sich. Die 2te Maustaste lässt sich über die Systemeinstellungen zuschalten, daher war für mich die größte Hürde eigentlich die Tastatur. Das geänderte Layout ist, wie ich finde, v.a. für Umsteiger gewöhnungsbedürftig. So dauert es ein wenig bis das @-Zeichen sitzt oder andere Sonderzeichen wie “|” gefunden werden.
Fazit
Nach der ersten Woche habe ich neben Kundenterminen nun den Großteil meiner bisherigen Umgebung auf das MacBook gezogen und mich mit den meisten Änderungen angefreundet. Das Ganze läuft von Tag zu Tag flüssiger und macht zunehmend mehr Spass. Insgesamt habe ich den Umstieg trotz der anfänglichen Hürden also nicht bereut und einen großen Vorteil hat das MacBook und dessen Zubehör auf alle Fälle: Es sieht einfach verdammt gut aus!

Markus Waldmüller
Markus Waldmüller
Lead Senior Consultant

Markus war bereits mehrere Jahre als Sysadmin in Neumarkt i.d.OPf. und Regensburg tätig. Nach Technikerschule und Selbständigkeit ist er nun Anfang 2013 bei NETWAYS als Lead Senior Consultant gelandet. Wenn er nicht gerade die Welt bereist, ist der sportbegeisterte Neumarkter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem Mountainbike oder am Baggersee zu finden.

Wenn der Apfel mal wieder madig ist…

Auch wenn Apple die wohl schönsten Computer baut, so kommt es vor, dass doch ab und an mal ein Zahnrad klemmt.
Da sich NETWAYS mit mir einen ehemaligen Apple-Supportler ins Boot geholt hat (sollte in jeder Firma vertreten sein, wo mehrere Macs am Start sind 😉 ), kennt man bereits die ein oder andere Macke der Geräte und deren schnelle Problemlösung.
Oftmals sind es die komischten Sachen, die in solchen Situationen der Fehlfunktion doch helfen können. Das sind zum einen der PRAM-Reset und der SMC-Reset. Beide Resets ähneln von den Tastenkombinationen eher einer Fingerdehnübung und derer Durchführung und Erfolg scheint auch mehr dubios. Manchmal hilft’s dann aber doch 😉
Nach erfolgreich vollzogenem Beschwörungstanz sollten die Räucherstäbchen nun auch bis zur Hälfte hinuntergebrannt sein, nun kann das Tastendrücken los gehen!
PRAM-Reset:
Hierbei wird der Mac komplett heruntergefahren und anschließend wieder angeschaltet. Dabei sollte er immer am Netzteil sein und das Netzteil in der Steckdose stecken 😉 Anschließend werden die Tasten P, R, ALT und CMD gedrückt (und sie bleiben weiterhin gedrückt) bevor der allseits bekannte Startton erklingt. Man verharrt nun in dieser Position so lange, bis der Ton das dritte mal aus den Lautsprechern schallt. Danach können die Tasten gelöst werden und der Mac fährt nun wie gewohnt hoch.
SMC-Reset:
Hierbei wird ebenfalls der Mac heruntergefahren und an seiner Stromversorgung angeschlossen. Bei diesem Ritus müssen die Tasten CTRL, ALT und Shift gedrückt werden und dann wird der PowerButton gedrückt und es muss wieder in dieser Position mindestens 20 Sekunden gewartet werden. Danach alle Tasten lösen und den Rechner wie gewohnt anschalten.
Safe-Boot:
Das kennt man. Wohl noch von Windows 95 und seinen abgesicherten Modus. Beim Mac verhält sich das ähnlich.
Zunächst sollte der Stand der Räucherstäbchen kontrolliert werden. Sind sie heruntergebrannt? Nun heißt es schnell sein, Nachschub einlegen!
Glüht das Stäbchen, so kann mit dem Prozedere fortgefahren werden. Hierbei wird wieder der Mac komplett herunter gefahren und im Anschluss mit gedrückter Shift Taste hochgefahren. Das veranlasst den Mac sich auf sein elementares zu besinnen und fährt in den Safe-Mode hoch. Ein kleiner Balken sollte erscheinen (Sollte etwas außerhalb vom Monitor erscheinen, empfehle ich von den Räucherstäbchen in Zukunft Abstand zu nehmen). Dabei werden beim Start diverse Checkroutinen durchgeführt. Ist der Mac nun hochgefahren, fällt auf, dass der grafische Firlefanz nicht mehr so schick aussieht wie zuvor. Das liegt daran, dass nur die wichtigsten Dienste und Treiber geladen wurden. Grafikbeschleunigung zählt leider nicht dazu 🙁
Der Safe-Mode ist ganz nützlich, wenn das System unter normalen Umständen nicht mehr richtig funktioniert, oder man gar selbst einen Treiber eingespielt hat, der das OS zum Abstürtzen zwingt (ich denke da mal an die guten USB->RS232 Adapter – meinen Mac zwang der Treiber schonmal in die Knie).
Ich hoffe ich konnte euch ein paar wertvolle Tips mit auf den Weg geben, die euch bei der weiteren Reise durchs Leben mit eurem Mac helfen können.
Und zur Vervollständigung auch nich die Links zu den KB-Artikeln bei Apple, die das Verfahren etwas sachlicher darlegen:
PRAM-Reset
SMC-Reset
Safeboot