Spielen in der Cloud

Für unsere firmeninternen LAN-Parties habe ich vor kurzem eine Möglichkeit gesucht, auf unseren MacBook bzw. Azubi-Notebooks Spiele laufen zu lassen. Diese verfügen leider nur über die üblichen, integrierten Intel-Grafikkarten und sind damit nicht für anspruchsvolle Spiele zu gebrauchen.
Bei meiner Suche bin ich auf die Idee gestoßen, die Spiele auf EC2-Instanzen in der Amazon-Cloud laufen zu lassen. Für wenig Geld (ca. 0,50€/Stunde) lassen sich VMs mit einer NVIDIA GRID K520-Grafikkarte starten.

Zusammen mit Steam In-Home-Streaming und einem Layer-2-Tunnel (damit Steam denkt, dass die VM im gleichen LAN-Segment läuft) lässt sich daraus der perfekte Spielerechner basteln. Dass ich nicht der erste bin, der diesen Plan hatte, zeigen diverse Anleitungen, die einige Details bei der Installation besser erklären, als ich es hier in aller Kürze könnte.
Ich habe das ganze natürlich ausführlich mit Guild Wars 2 getestet (nicht während meiner Arbeitszeit ?) und mir ist nur vereinzelt aufgefallen, dass das Spiel ja gar nicht lokal läuft: Die Steuerung ist absolut verzögerungsfrei und nur bei schnellen Kameraschwenks sieht man für ein paar Millisekunden Kompressionsartefakte.

OSDC 2014: Der Countdown läuft – nur noch 78 Tage

Red Hats Cloud-Profi Justin Clift gibt heute praktische Lebenshilfe und erklärt uns, wie man die totale Katastrophe in den Griff bekommt.

OSDC? Noch nie gehört…
Das ist aber schade und fast schon ein unentschuldbares Versäumnis!
Aber wir holen das nach:
Die Open Source Data Center Conference (kurz OSDC) ist unsere internationale Konferenz zum Thema Open Source Software in Rechenzentren und großen IT-Umgebungen. 2014 findet sie zum sechsten Mal statt und bietet mit dem Schwerpunktthema Agile Infrastructures ganz besonders erfahrenen Administratoren und Architekten ein Forum zum Austausch und die Gelegenheit zur Aneignung des aktuellsten Know-Hows für die tägliche Praxis. Diesmal treffen wir uns dafür in Berlin!
Workshops am Vortag der Konferenz und das im Anschluss an die Veranstaltung stattfindende Puppet Camp komplettieren dabei das Rundum-sorglos-Paket für Teilnehmer, die gar nicht genug Wissen in sich aufsaugen können.

High Performance in der Cloud kann teuer werden

Amazon bietet neuerdings in ihrer Cloud auch ein High Performance (HPC) Angebot, den sogenannten “EC2 Cluster Compute”. Es besteht aus hardware-virtualisierten Maschinen mit 2 Nehalem-CPUs und 23 GB Hauptspeicher, vernetzt durch 10 Gbit/s-Ethernet. Um das Angebot zu vermarkten, hat Amazon einen medienwirksamen Testlauf mit 880 Clusternodes durchgeführt, dabei fast 42 TFlop/s ermittelt und hätte damit theoretisch Platz 146 in der aktuellen Liste der Supercomputer erreicht.
Die Kollegen von science + computing haben nun in ihrem HPC Blog nachgerechnet, was das am Ende kostet und wie viel Geld man durch dieses Cloud Angebot einsparen kann. Das Ergebnis: Man spart gar nichts, man zahlt sogar deutlich drauf. Ein Beispielcluster aus 8 Nodes, der zu 70% ausgelastet ist, kostet je nach Abrechnungsmodel bei Amazon zwischen 62.400 USD und 79.000 USD jährlich. Würde man die gleiche Hardware im eigenen RZ aufbauen, kommt man auf jährliche Kosten von etwa 15.500 USD, also kostet die Amazon Lösung ungefähr 46.000 USD mehr als der Eigenbetrieb.
Natürlich ist das nur eine Beispielrechnung, die lediglich auf die Hardware und den Strompreis abstellt. Viele Zusatzkosten wie Storage, Deployment oder zusätzliche Dienstleistungen dürften aber in beiden Szenarien anfallen, so dass man sie letztendlich ausser acht lassen kann. Bei aller Vereinfachung sieht man trotzdem deutlich, dass die Cloud nicht per se günstiger ist und man schon mit sehr spitzem Bleistift nachrechnen muss. Nur bei einer Auslastung unter 20% wird die Amazon Lösung günstiger. Die Cloud rechnet sich also nur, wenn man lediglich hin und wieder mal einen HPC Cluster braucht.

Julian Hein
Julian Hein
Executive Chairman

Julian ist Gründer und Eigentümer der NETWAYS Gruppe und kümmert sich um die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Neben seinem technischen und betriebswirtschaftlichen Background ist Julian häufig auch kreativer Kopf und Namensgeber, beispielsweise auch für Icinga. Darüber hinaus ist er als CPO (Chief Plugin Officer) auch für die konzernweite Pluginstrategie verantwortlich und stösst regelmässig auf technische Herausforderungen, die sonst noch kein Mensch zuvor gesehen hat.