Wenn einer eine Reise tut

zur Zeit bin ich für Netways dabei, einen Kunden in Beijing vor Ort zu Betreuen. 3 Wochen dauert das Spektakel und ich bin in dieser Zeit in einem äußerst komfortablen Hotel in der Nähe des Diplomatenviertels der Chinesischen nördlichen(bei) Hauptstadt(jing) untergebracht.
Da so eine weite Tour auch für einen reiseerfahrenen Consultant wie mich nichts ganz gewöhliches ist, möchte ich euch mal ein paar Dinge berichten. Gestartet bin ich nämlich mit einigen Erwartungen und auch Vorurteilen die sich allerdings größtenteils nicht bestätigt haben.

way to work in beijing

Mein Arbeitsweg Beijing

Zuersteinmal:

der smog ist vorhanden, aber lange nicht so schlimm wie ich Ihn mir vorgestellt habe. Man sieht die Sonne und den blauen Himmel nahezu jeden Tag (außer es regnet). Viel dazu beigetragen hat wahrscheinlich, dass der allgegewärtige Motorroller zu 99,9% elektrisch voran kommt. Rücksicht auf Fußgänger wird deswegen zwar nicht genommen, d.h. es hält Keiner an Ampeln oder Zebrastreifen, aber auch nicht viel anders als z.B. in Paris oder Rom. Und da wo es an Verkehrssicherheit fehlt ist die persönliche Sicherheit um so höher. In Beijing braucht man keine Angst haben nachts im Dunkeln irgendwo entlang zu laufen. Es gibt sehr viel Polizei und ähnliches.
Ich fühle mich hier definitiv sicherer als z.B. in Berlin. Und dabei hat Beijing nach vorsichtigen Schätzungen 20, nach etwas offensiveren 30 Millionen Bewohner. Also mehr als 1/4 Deutschlands in einer Stadt.
Funfact: es gibt mehr als 180 Millionenstädte in China.

Die Ubahn funktioniert super.

DrollerSie ist komplett auch auf englisch beschildert und es gibt in jedem Wagon einen Plan auf dem man nicht nur die Stationen der Linie sieht, sondern auch wo man gerade ist. Die automatischen Ansagen sind auf Englisch und verständlich. Da könnten sich Nürnberg und Berlin eine Scheibe von abschneiden. Man hat eine elektronische Bezahlkarte, da lädt man ein paar RMB auf und kann dann frei fahren. Vor der ubahn an einen Scanner, nach der ubahn wieder und das Geld wird automatisch abgebucht. Eine Fahrt durch die halbe Stadt kostet umgerechnet ca. 50cent.
Da wären wir beim Preis. Beijing ist nicht so billig wie man durch chinesische Billigimporte vermuten könnte. Es ist hier und da zwar günstiger (bei Zigaretten und Ubahn z.B.) aber es gibt auch eine wachsende chinesische Oberschicht die nicht geizt und zeigt was sie hat. Ich habe zumindest noch nie so viele italienische und deutsche Luxuskarren auf einem Haufen gesehen.

last but not least . . .

der Mensch. Der Chinese als solcher ist ein Freundlicher. Egal ob auf der Arbeit (dauert wie bei uns geregelte 40 Stunden pro Woche) oder auf der Straße. Es hapert zwar auf der Straße häufiger mal am Englisch, was die leute allerdings nicht aus der Ruhe bringt. Ich habe an diversen Imbissen mit Händen und Füßen bestellt, war jedes mal überrascht was ich am Ende bekomme, aber nie negativ.
Es gibt noch so viel mehr was ich schreiben könnte aber der Platz auf der Seite geht langsam aus. Also möchte ich nur sagen: China ist eine Reise wert! Machen! Ganz dringend!

Christoph Niemann
Christoph Niemann
Senior Consultant

Christoph hat bei uns im Bereich Managed Service begonnen und sich dort intensiv mit dem internen Monitoring auseinandergesetzt. Seit 2011 ist er nun im Consulting aktiv und unterstützt unsere Kunden vor Ort bei größeren Monitoring-Projekten und PERL-Developer-Hells.

Info-System Deutsche Bahn

Frisch aus dem Urlaub kann man immer was erzählen und bei mir gibt es ausnahmsweise mal etwas positives über die Bahn zu berichten. Nachdem wir ja schon hier und da ein paar Erfahrungen geteilt haben, möchte ich meine  Erlebnisse im Zusammenhang mit einem schlimmen Unfall auf der Strecke von Magdeburg nach Dresden schildern.
Durch den Unfall gab es am Leipziger Hauptbahnhof mehr als nur ein Durcheinander, viele Züge hatten Verspätung, Reisende mussten kurzfristig auf andere Züge, Regionalbahnen oder gar Busse umsteigen und Reservierungen waren auch schwer einzuhalten. Unser Zugführer kam z.B. erst mit einer anderen Regionalbahn, welche auch Verspätung hatte.
Das positive dabei war die Informationen, welche einerseits vom Personal bekannt gegeben und auch an online Kunden per Mail etc. versandt wurden. Durch letzteres hatte man oft vor dem Zugpersonal einen genauen Einblick und konnte die Möglichkeiten von Anschlüssen oder Alternativen planen. Man mag so etwas zwar für selbstverständlich halten, aber es sollte dennoch hin und wieder erwähnt werden.

ICE 2 – Tag der Abrechnung

Ich versuche ja durchaus bei einigen Sachen weniger deutsch zu sein, soll heißen, ich möchte Veränderungen gegenüber aufgeschlossen sein. Aber was die Bahn gerade mit dem Redisgn der ICE 2-Flotte versp(b)richt, ist so wie Wilhelm Conrad Röntgen die Schuld am Zugunglück vom 3. Juni 1998 bei Eschede zu geben.
Aber zuerst einmal zu einigen Zahlen: Die Sitzplatzzahl ist pro Zugteil von 368 auf 381 gestiegen[¹]. Dies soll ohne eine Reduzierung des Sitzplatzangebots[²] für den einzelen Platz von 92 cm bewerkstelligt werden. Die Erhöhung ist durch den Verzicht der Garderobe und dem Klettergerüst im Familienabteil zustande gekommen[¹]. Hier soll doch der Einwurf gestattet sein, dass schon beim Redesign vom ICE 1, der Komfort durch Verringerung des Abstand von 102 auf 92 cm ebenfalls deuchtlich herabgesetzt worden ist! Ok, warum regt mich das so auf, da doch der ICE 2 und auch der ICE 3 schon nur einen Sitzabstand[³] von 92 cm hatten?
Der Grund sind die neuen Stühle, diese haben keine verstellbare Rückenlehne mehr. Die Lehne steht in einem zu steilem Winkel, als dass man lange so sitzen könnte, ohne Rückenverspannungen zu bekommen. Etwas Abhilfe kann man sich verschaffen, indem man die Sitzfläche nach vorne schiebt. Wurde dies auch schon beim ICE 1 Redesign eingeführt, wo zum Verstellen der Rückenlehne, die Sitzfläche 5 cm nach vorne geschoben wurde, sind es nun beim ICE 2 gefühlte 8-10 cm! Dies reduziert das Platzangebot merklich! Ist noch zu erwähnen, die Fußstützen sind auch weggefallen. Sitzpositionswechsel sind somit noch schwieriger.
[youtube]//www.youtube.com/watch?v=tX_rbixpOpU[/youtube]
Zum Abschluss stelle ich mir noch einige Fragen. Wie aus diesem Beitrag hervorgeht, ist im Familienabteil ein Tisch hinzugekommen, nur der Tisch oder auch die zugehörige Bestuhlung? Auch wurde in den einzelnen Wagen eine Abstellmöglichkeit für Gepäck geschaffen. Anstatt der Garderobe? Und wie sieht das mit dem Platzangebot in Bezug auf die Breite aus? Die nette Catering-Bedienstete im Videobeitrag lobt die breiteren Gänge. Ist das Abteil breiter geworden? Oder doch die Sitzplätze schmaler?
Auf jeden Fall steht DB für mich ab sofort für Das Bekloppte Redesign.
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/ICE_2#cite_note-nn-2011-12-17-41
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/ICE_2#cite_note-mobil-2011-05-22-42
[3] http://www.bahn.de/p/view/service/zug/ice-sitzplatzkomfort.shtml

Lennart Betz
Lennart Betz
Senior Consultant

Der diplomierte Mathematiker arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting und bereichert seine Kunden mit seinem Wissen zu Icinga, Nagios und anderen Open Source Administrationstools. Im Büro erleuchtet Lennart seine Kollegen mit fundierten geschichtlichen Vorträgen die seinesgleichen suchen.