Relax and Recover

ReaRNein – Das ist nicht nur das Motto für das kommende Wochenende, das ist auch der Name einer ziemlich beeindruckenden Lösung für Disaster Recovery unter Linux. Relax-and-Recover, kurz auch ReaR genannt, erstellt sowohl ein bootfähiges Rescue Image als auch ein Backup der zugehörigen Dateien. Beim Disaster Recovery eines Systems spielt dieses Rescue Image dann die Dateien aus dem Backup zurück und stellt so im Handumdrehen den letzten Stand wieder her.
Für das Rescue Image stehen verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung. So werden u.a. schlanke ISO-Dateien, USB-Sticks oder sogar Images für PXE-Server erzeugt. Für das Backup sind ebenso viele Lösungsmöglichkeiten denkbar. Angefangen von einer einfacher Archivdatei (z.B. *.tar.gz) können auch verschiedenste Backuptechnologien wie beispielsweise IBM Tivoli Storage Manager (TSM), EMC NetWorker (Legato), Bacula oder auch Bareos angesprochen werden.
Das in Bash geschriebene ReaR ermöglicht die geschickte Verteilung von Rescue Image und ggf. Archivdatei per NFS, CIFS (SMB) oder einer anderen Transportmethode im Netzwerk. Über diesen Transportweg findet dann auch der eigentliche Recoveryvorgang statt.
Aber genug mit der Theorie, hier ein praktisches Beispiel für eine von vielen möglichen Konfigurationen:

OUTPUT=ISO
OUTPUT_URL=nfs://192.168.42.1/atemlos/durch/die/nacht
BACKUP=BAREOS

Dieser Dreizeiler veranlasst den Befehl “rear mkbackup” zur Erstellung eines bootfähigen ISO-Images mit einer komfortablen Recoveryumgebung und transferiert dieses im Anschluss automatisch auf den angegebenen NFS-Share. Eine Archivdatei soll in diesem Fall jedoch bewusst nicht erstellt werden, da der angegebene Backuptyp BAREOS schon dazu führt das die Verbindungsdaten des lokalen Backup Clients (= File Daemon) in dieses Rescue Image eingearbeitet werden.
Nach dem Ableben des Systems, beispielsweise durch einen der “schönen” Befehle von Tobi, wird dann einfach von diesem Rescue Image gebootet und der Wiederherstellungsvorgang mittels “rear recover” durchgeführt. Mit dem Backuptyp BAREOS (oder alternativ BACULA) holt sich ReaR dann die letzten Sicherungsdaten vom Backupserver und stellt diese wie von Zauberhand wieder vollständig her.
ReaR-Bootprompt
Wer also auf der Suche nach einer simplen und vollautomatischen Disaster Recovery Lösung für Linux-Systeme ist, die einfach nur funktioniert, dem stehen wir gerne zur Seite. Und auch bei Bareos bzw. Bacula können wir natürlich weiter helfen, damit Relax and Recover beim Thema Backup endlich wörtlich zu nehmen ist!

Markus Waldmüller
Markus Waldmüller
Lead Senior Consultant

Markus war bereits mehrere Jahre als Sysadmin in Neumarkt i.d.OPf. und Regensburg tätig. Nach Technikerschule und Selbständigkeit ist er nun Anfang 2013 bei NETWAYS als Lead Senior Consultant gelandet. Wenn er nicht gerade die Welt bereist, ist der sportbegeisterte Neumarkter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem Mountainbike oder am Baggersee zu finden.

CEP CT63 unter Windows 8.x und Windows Server 2012 (R2) einrichten

cep-ct63-terminal-usb-powered Mit Windows 8.x und den Server-Versionen 2012 (R2) hat Microsoft standardmäßig die Installation von nicht signierten Treibern verboten, um die Stabilität des Systems sowie die Sicherheit zu erhöhen. Wer unser CEP CT63 Terminal USB Powered oder CEP CT63 GSM USB/Seriell Starter auch unter den neuen Windows Versionen zum SMS-Versand nutzen will, stößt daher anfänglich auf einige Schwierigkeiten – die Treiber sind nämlich nicht digital signiert und daher nicht installierbar.
Um die Treiberinstallation auf diesen Windows-Versionen dennoch zu erlauben, muss Windows mit deaktivierter Treibersignaturprüfung gestartet werden. Und so gehts:
Step 1: Sytem im Auswahlmodus neu starten
1. Windows-Taste + i drücken
2. Auf “Ein/Aus” klicken
3. Windows mit gedrückter SHIFT-Taste “Neu starten”
Step 2: In den Optionen “Problembehandlung” auswählen
01_Problembehandlung
Step 3: “Erweiterte Optionen” öffnen
02_Erweiterte_Optionen
Step 4: “Starteinstellungen” öffnen
03_Starteinstellungen
Step 5: “Neu starten” anklicken
04_Neu_Starten
Step 6: “Erzwingen der Treibersignatur deaktivieren” mittels der Taste 7 oder F7
05_Treibersignatur_deaktivieren
Nun kann der Treiber ohne Probleme auf dem System installiert werden.
Natürlich haben wir auch eine Vielzahl von SMS-Gateways, welche treiberunabhängig sind und über das Netzwerk gesteuert werden können. Einfach mal in unserem Online Store reinschauen.
Fragen?
Dann einfach direkt Kontakt aufnehmen. Wir helfen gerne weiter!

Christian Stein
Christian Stein
Lead Senior Account Manager

Christian kommt ursprünglich aus der Personalberatungsbranche, wo er aber schon immer auf den IT Bereich spezialisiert war. Bei NETWAYS arbeitet er als Senior Sales Engineer und berät unsere Kunden in der vertrieblichen Phase rund um das Thema Monitoring. Gemeinsam mit Georg hat er sich Mitte 2012 auch an unserem Hardware-Shop "vergangen".

Windows 7 oder doch 8.x?

Vielen Usern geht es heutzutage ähnlich – welches Betriebssystem ist das richtige? Mit Windows 8 hat Microsoft einen Schritt in Richtung Smartphones / Tablets gemacht und das bekannte Windows-Design vollständig umgekrempelt. Die meisten Desktop-User sehen das neue Kachel / Metro / Moden UI Design für den täglichen Einsatz im Büro oder Zuhause als unübersichtlich und unkomfortabel.
Als ich vor fast zwei Wochen meinen PC aufgrund von Speichermangels (64 GB SSD’s sind eindeutig zu klein!) neu installieren wollte, hatte ich die gleichen Überlegungen und bedenken angestellt. Alex hatte bereits den Artikel Windows 8 – Wieso ausgerechnet die Kacheln! vor einiger Zeit verfasst, in dem er bereits als “Versuchskaninchen” mal Windows 8 ausprobiert hatte. Testweise hab ich selbst ein wenig damit rumgespielt und war vom Design alles andere als begeistert.
Da es jetzt ja Windows 8.1 gibt dachte ich, ein neuer Versuch kann ja nicht schaden. Obwohl ich mit Windows 7 sehr zufrieden bin, muss man doch auch mal Neuheiten ausprobieren. Darum hab ich gleich zusammen mit einer größeren SSD Windows 8.1 Professional mitbestellt. Die Unterschiede zur “normalen” Windows 8.1 Version sind zwar eher gering, aber da ich Wert auf meine Group-Policies lege, fiel mir die Entscheidung nicht schwer.
So – und jetzt?
In dieser Blog-Serie will ich nun auf meine Erfahrungen mit Windows 8.1 eingehen und einige Tweaks und Tricks aufzeigen, um das neue System lieb zu gewinnen.

Basis Installation und Konfiguration

Zugegeben, die Installation von Windows 7 war bereits kinderleicht. Mit Windows 8.x wurde dieses Prinzip aber noch weiter verfeinert und mit wenigen Klicks installiert sich das neue System – und das wirklich schnell. Nachdem die Basiskomponenten installiert sind, wird man mithilfe eines Wizards durch verschiedene Einstellungen geleitet, die es einem unter anderem erlauben zu verhindern, dass Microsoft den eigenen Rechner als Teil der eigenen Infrastruktur ansieht 🙂
Hat man die Privacy Policies eingestellt und seinen User-Angelegt, erscheint nach kurzer Wartezeit auch gleich die sensationelle Modern UI (früher Metro- / Kachel-Design). Zugegeben, die bunten Bildchen machen es einem nicht leicht sich zurechtzufinden.
Hat man sich erstmal eingelebt und verstanden wie das Interface tickt, kann man sogar einigermaßen damit arbeiten. Nachdem ich die Kachel für den Desktop gefunden und drauf geklickt hatte, bot sich mir gleich ein vertrauter Blick an. Mit Windows 8.1 hatte Microsoft offiziell den Start-Knopf wieder eingeführt – jedoch nicht das gewohnte Startmenü. Im Gegenteil! Es erscheint ein neues Fenster, welches mit hübschen Bildchen bestückt ist – das sind dann wohl die Applikationen.
Zugegeben: Die Anordnung ist ganz nett (alphabetisch sortiert) und die Überschriften der einzelnen “Kategorien” sind damaligen Ordner. Nach der Installation von ein paar Treibern und Tools musste ich aber leider feststellen, dass ich mich an das neue Design nicht gewöhnen könnte. Vor allem ist die Tatsache, dass die Modern-UI Fenster kein “X” zum schließen haben, sondern durch “nach unten wischen” geschlossen werden, eine völlig neue und auf einem Desktop meiner Meinung nach keine brauchbare Technik.
Da ich mich aber bereits im Vorfeld mit dieser Thematik beschäftigt hatte und mir nicht sicher war ob das neue Design mich überzeuge würde, gab es noch einen kleinen Strohhalm.

Das Zauberwort heißt StartIsBack+

Obwohl ich mir von diesem “Addon” nicht zu viel versprochen hatte, wollte ich dennoch einen Versuch wagen und habe kurzerhand die 30-Tage Testversion runtergeladen und installiert.
Zu meiner positiven Überraschung, ist dieses kleine Tool aber gar nicht so verkehrt:
StartIsBack
Das Design und die Handhabung sind dabei identisch zu Windows 7. Sowohl neue als auch häufig verwendete Applikationen werden automatisch in der Ansicht hinzugefügt und können bei Bedarf auch wieder entfernt werden. Die Suche ist natürlich ebenfalls in vollem Umfang integriert – ein wahrer Traum!
Ganz besonders wichtig hierbei: Man kann den Computer jetzt ohne Umwege Herunterfahren 🙂
Damit man vom Kachel-Design größtenteils los kommt, gibt es hierzu noch einige Einstellungen, welche man erhält sobald man mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste und anschließend “Eigenschaften” drückt:
Anti_Kachel
Jetzt wird automatisch auf den Desktop von Windows 8.1 gewechselt und durch das “neue” Startmenü fühlt man sich gleich wieder wie Zuhause. Es gibt nur sehr wenige Momente, bei denen ich bisher gezwungen war auf das neue Interface zu wechseln. Die meisten Themen lassen sich über die Systemsteuerung sowie bekannte Menüpunkte bearbeiten.
Fazit: Windows 8.1 ist insgesamt ein sehr gelungenes System. Es bootet nicht nur wahnsinnig schnell sondern bietet auch einige Verbesserungen gegenüber seinen beiden Vorgängern. Wer dem neuen Kachel-Design kritisch gegenüber steht, hat jetzt auch eine Möglichkeit größtenteils auf das bekannte zu wechseln.
Wer auf der Suche nach einer kostenlosen Alternative zu StartIsBack ist, dem sei Classic Shell nahegelegt.
Im nächsten Teil der Serie werde ich detaillierter auf die verschiedenen Einstellungen und andere Tweaks für Windows 8.1 eingehen, welche die Usability durchaus erleichtern.

Christian Stein
Christian Stein
Lead Senior Account Manager

Christian kommt ursprünglich aus der Personalberatungsbranche, wo er aber schon immer auf den IT Bereich spezialisiert war. Bei NETWAYS arbeitet er als Senior Sales Engineer und berät unsere Kunden in der vertrieblichen Phase rund um das Thema Monitoring. Gemeinsam mit Georg hat er sich Mitte 2012 auch an unserem Hardware-Shop "vergangen".

Selbstgebauter USB Bootstick

Wer kennt das nicht als IT-Mensch bei Kunden vor Ort, man hat verschiedenste Software und Tools dabei. Hier mal eine Debian CD, hier mal einen Memory-Test oder einen Festplattentest.
Viele Kollegen und Bekannte von mir tragen eine ganze Sammlung an CDs und DVDs mit sich rum – die wenigsten brauchen 10% der Tools die sie dabei haben. Und wenn man Sie mal braucht dann hat der Server kein DVD-Laufwerk oder es ist kaputt – alles schon passiert. Dabei gibt es USB Ports mittlerweile überall, und das Booten von USB Geräten gehört zum Standard.
Die meisten Linux-Distributionen liefern sogar fertige Stick-Images mit, aber ich will ja nicht 10 Sticks mitnehmen – und was mache ich dann mit den Tools die ich auch brauche.
Also baue ich mir meinen USB Stick selbst!
Das schöne an dieser Art von Stick ist, dass man auch normale Daten drauflegen kann und diese sich mit den Bootfunktionen überhaupt nicht in die Haare kriegen.
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Markus Frosch
Markus Frosch
Principal Consultant

Markus arbeitet bei NETWAYS als Principal Consultant und unterstützt Kunden bei der Implementierung von Nagios, Icinga und anderen Open Source Systems Management Tools. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Markus aktiver Mitarbeiter im Debian Projekt.