Spielen in der Cloud

Für unsere firmeninternen LAN-Parties habe ich vor kurzem eine Möglichkeit gesucht, auf unseren MacBook bzw. Azubi-Notebooks Spiele laufen zu lassen. Diese verfügen leider nur über die üblichen, integrierten Intel-Grafikkarten und sind damit nicht für anspruchsvolle Spiele zu gebrauchen.
Bei meiner Suche bin ich auf die Idee gestoßen, die Spiele auf EC2-Instanzen in der Amazon-Cloud laufen zu lassen. Für wenig Geld (ca. 0,50€/Stunde) lassen sich VMs mit einer NVIDIA GRID K520-Grafikkarte starten.

Zusammen mit Steam In-Home-Streaming und einem Layer-2-Tunnel (damit Steam denkt, dass die VM im gleichen LAN-Segment läuft) lässt sich daraus der perfekte Spielerechner basteln. Dass ich nicht der erste bin, der diesen Plan hatte, zeigen diverse Anleitungen, die einige Details bei der Installation besser erklären, als ich es hier in aller Kürze könnte.
Ich habe das ganze natürlich ausführlich mit Guild Wars 2 getestet (nicht während meiner Arbeitszeit ?) und mir ist nur vereinzelt aufgefallen, dass das Spiel ja gar nicht lokal läuft: Die Steuerung ist absolut verzögerungsfrei und nur bei schnellen Kameraschwenks sieht man für ein paar Millisekunden Kompressionsartefakte.

Cloud Expo Europe in London

Letzte Woche war ich drei Tage in London um die Cloud Expo Europe zu besuchen. Die Konferenz bot neben überwiegend lokalen Ausstellern ein abwechslungsreiches Konferenzprogramm in 5 parallelen Tracks. Etwas dürftig war die Abgrenzung der Räume zum üblichen Messebetrieb, was das Verfolgen der Vorträge teilweise schwierig gestaltete. Für meinen Geschmack war das Programm insgesamt etwas zu vertrieblich gestaltet und mehr als das übliche SaaS, Iaas, Cloud, Services, Storage, Virtualization usw. war den Vorträgen häufig nicht zu entnehmen. Viele Hosting-Provider mühen sich redlich ihre bisherigen Modelle als dynamisches Paket nach außen darzustellen, was jedoch nach der zweiten Fragen häufig Fragen in Bezug auf Datenschutz, Hochverfügbarkeit usw. aufkommen lässt. Wenngleich die Transparenz für den Endkunden und die Steigerung der Flexibilität eine Herausforderung ist, der man sich stellen muss, hat das ganze auch erkennbare Grenzen. In einem Vortrag eines lokalen Providers verstrickte sich der Vortragende bei Fragen in Bezug auf Ressourcenabrechnung zunehmend in Widersprüche und verstand am Ende sein eigenes Business-Modell nicht mehr. Jeder der mal versucht hat etwas komplexere Ressourcen beim Cloud-Meister Amazon und deren AWS-Dienste zu konfigurieren weiss vermutlich was ich meine.
Der Vortrag des Amazon-CTO Dr. Werner Vogels war “dennoch” der Höhepunkt der Veranstaltung und eine Keynote der Extraklasse. Er referierte über die internen Organisationsstrukturen bei Amazon, aber auch entsprechenden Abgrenzungen zum klassischen Retail-Geschäft um eine Unabhängigkeit der Dienste gegenüber Dritten sicherzustellen. Besonders schön fand ich zu Beginn die Aussage:

We have Amazon AWS for several years, but today we name it cloud-services.

Genau das ist es nämlich bei den meisten Anbietern und bei aller Marketing- und Namespracht darf man nicht enttäuscht sein, wenn am Ende der vertrieblichen Kette einfach ein Server oder eine VM ihren Dienst versieht.

Mit der Migration auf OpenNebula stellten auch wir uns erfolgreich dieser Herausforderung, flexibel Ressourcen anzubieten und kurzfristig auf Trends und Spitzen unserer Kunden zu reagieren. Wie auch immer der ein oder andere Dienst in Zukunft heissen wird; die Frage nach dem Management solcher Infrastrukturen und Implementierung entsprechender Lösungen wird uns auch in den nächsten Jahren weiter beschäftigen.
Auch bei der kommenden OSDC werden wir mit dem Schwerpunkt “Agile Infrastructures” Antworten auf die hoffentlich meisten Fragen liefern können und freuen uns schon auf die vielen spannenden Vorträge.

Bernd Erk
Bernd Erk
CEO

Bernd ist Geschäftsführer der NETWAYS Gruppe und verantwortet die Strategie und das Tagesgeschäft. Bei NETWAYS kümmert er sich eigentlich um alles, was andere nicht machen wollen oder können (meistens eher wollen). Darüber hinaus startet er das wöchentliche Lexware-Backup und investiert seine ganze Energie in den Rest der Truppe und versucht für kollektives Glück zu sorgen. In seiner Freizeit macht er mit sinnlosen Ideen seine Frau verrückt und verbündet sich dafür mit seinem Sohn.

Mal was anderes: check_amazon.pl

Heute mal was in der Kategorie “Nagios für den Privatgebrauch“. Das Nagios nicht nur was für Firmen ist beweist das Plugin check_amazon.pl. Ich habe es durch Zufall beim Stöbern im Internet auf www.nagios-portal.de gefunden. Das Check-Plugin überwacht den Preis eines Artikels bei Amazon.
Eine Einsatzmöglichkeit wäre, sich unterwegs per eMail oder SMS benachrichtigen zu lassen, wenn der Preis eines bestimmten Produkts bei Amazon gesenkt wird. Besitzt man ein iPhone oder ein anderes Telefon mit einem Browser, kann man den Artikel dann gleich bestellen. Klingt gerade jetzt in der Weihnachtszeit sehr praktisch 🙂 Noch witziger wäre das ganze mit einem Eventhandler, der dann gleich automatisch zuschlägt. Das sollte man dann aber besser gut getestet haben, denn die 400 versehentlich bestellten James Bond Collector Boxen dann wieder bei ebay zu verkaufen klingt ganz schön aufwendig.
Zufinden ist das Check-Plugin entweder über diesen Thread auf www.nagios-portal.de oder auf NagiosExchange.