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Foreman 3.0 – Was bedeutet der neue Major-Release

von | Sep 23, 2021 | Foreman

Wer erinnert sich noch an die letzte Versionsnummer bei Foreman mit einer 1 am Anfang? Es war eine 1.24, also 25 Minor-Releases und ein ganzer Haufen Bugfix-Releases, bis zur 2.0! Und nun nach nur 6 Releases mit einer 2.x, kommt schon die 3.0? Hat die Entwicklung hier so viel Fahrt aufgenommen? Um gleich alle Bedenken vorweg zu nehmen: Nein, Foreman nutzt die Major-Versionen um eine größere Änderung an der Infrastruktur hinzuweisen. Mit 2.0 war es die Fokussierung auf PostgreSQL als einzige Datenbank und mit 3.0 ist es das Herauslösen von Puppet in ein separates Plugin.

Puppet als separates Plugin

Das Puppet bei Foreman eine Sonderstellung gegenüber den anderen Konfigurationsmanagementlösungen hat bzw. ab jetzt hatte, ist historisch leicht zu begründen, da Foreman als Managementoberfäche für Puppet entstanden ist. Schon lange sollten die anderen Lösungen aber möglichst gleiche Funktionalität bieten und als gleichwertig betrachtet werden können. Nachdem sowohl in der Community öfters die Frage aufkam, ob man Foreman auch ganz ohne Puppet nutzen kann, als auch sich für Red Hat die Strategie zu Ansible als einzige Konfigurationsmanagementlösung geändert hat, war es nur eine Frage der Zeit, dass Puppet mit den anderen Lösungen gleichgestellt und als ein Plugin heraus gelöst wurde. Das Red Hat hierfür verständlicherweise die Entwicklungszeit zurückfahren möchte, wurde auch bereits von Anfang an klar kommuniziert und somit hat Ondrej Ezr um Unterstützung aus der Community für die weitere Pflege gebeten. Hier geht der Dank ganz klar an die ATIX AG und dmTech, die sich hierzu bereit erklärt haben, sowie iRonin, die sie dabei unterstützen.

Bereits in den letzten Versionen war das Plugin verfügbar und konnte getestet werden. Mit 3.0 wird es immer noch standardmäßig installiert, kann aber falls Puppet nicht gewünscht ist einfach deinstalliert werden. Erst mit 3.1 ist es angedacht es nicht mehr direkt mit zu installieren.

Bis jetzt sind mir hier noch keine Probleme aufgefallen, aber wenn man bedenkt, dass hier dmTech mit wesentlich größerer Umgebung in Produktion testen kann, hätte mich das auch gewundert. Daher mein Aufruf an Foreman-Nutzer ohne Puppet-Umgebung, direkt mal das Plugin zu deinstallieren und zu testen, bzw. an die mit Puppet-Umgebung zu prüfen, ob nicht doch ein Fehler in ihrer Umgebung auftritt.

Neue Hostansicht als Preview

Natürlich bleibt die Entwicklung hier nicht stehen, der nächste große Schritt wird die Modernisierung der Hostansicht sein. Diese ist zwar immer noch funktional aber unbestreitbar in die Jahre gekommen. Wer möchte kann also die Chance nutzen, die neue Ansicht aktivieren und Feedback geben. Zwar sind bereits die ersten Detailverbesserungen für die 3.0.1 angekündigt, aber nur mit Feedback von Leuten die Foreman auch täglich nutzen, kann in meinen Augen auch das bestmögliche Ergebnis erzielt werden.

Wer also die neue Hostpage sehen möchte, muss unter “Administer -> Settings -> Generic” die Option “Show Experimental Labs” aktivieren. Nun taucht im Action-Menü der Hostübersicht eine neue Option “New Detail Page” auf.

Neue Host-Action 'New Detail Page'

Diese sieht aktuell folgendermaßen aus:

Neue Hostansicht

Teil der neuen Hostansicht ist bereits jetzt eine neue Statusübersicht, weitere Tabs für die verschiedenen Plugins werden in den nächsten Minor-Releases folgen.

Neue Statusübersicht

Über Lob, Kritik oder Anregungen freut sich der Feedback-Thread im Community-Forum.

Zukunftssicherheit

Die meisten anderen Änderungen möchte ich unter Zukunftssicherheit zusammenfassen. Zum einen setzt Foreman ab 3.0 auf mod_auth_gssapi für die Kerberos-Authentifizierung, damit steht dieser auch auf EL8 nichts mehr im Weg. Zum anderen wurde der Code zum Parsen der Systemdaten aus allen Quellen in Foreman selbst verschoben, was das angedachte Refactoring erleichtern sollte.

Dazu kommen noch kleine Änderungen an Permissions, Parametern und Defaults, die sich in der Upgrade-Warnings finden. Und zu guter Letzt wurde der Support für Ubuntu 18.04 und EL7 als Plattform abgekündigt, wobei für ersteres konkret mit 3.0 der Support ausläuft, bei EL7 gilt aktuell nur EL8 ab dieser Version als bevorzugte Plattform.

Zusätzlich listen die Release Notes noch eine große Menge an Detailverbesserungen und Bugfixes auf.

Ich wünsche allen ein erfolgreiches Update, Katello-Nutzer warten darum bitte noch auf den finalen Release der Version 4.2! Und wer sich fragt wovon ich hier überhaupt rede, kann sich ja mal unsere Produktseite anschauen, die wir vor kurzem aktualisiert und erweitert haben.

Dirk Götz
Dirk Götz
Principal Consultant

Dirk ist Red Hat Spezialist und arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting für Icinga, Puppet, Ansible, Foreman und andere Systems-Management-Lösungen. Früher war er bei einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung als Senior Administrator beschäftigt und auch für die Ausbildung der Azubis verantwortlich wie nun bei NETWAYS.
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