Das Thema Agile sickert nun so langsam in jeden großen Konzern und sogar die ersten Behörden.

Dabei klingt das Thema sehr Verlockend, egal in welcher Tiefe man es ausleben möchte:

  • Kleinere Teams oder Squads
  • Mehr Verantwortung der einzelnen Teams
  • Kurze Dienstwege
  • Klare Schnittstellen
  • Flexible Prozesse

Nur ist die Realität oft nicht so einfach, denn es ist nicht damit getan einen neuen Organisationsplan zu erstellen, und Zuständigkeiten zu definieren.

Es gibt viele weitere Punkte die eigentlich wichtiger sind, gerade Verantwortungen verteilen und vor allem auch Rechte weitergeben fällt den meisten Konzernen sehr schwer. Meine Erfahrungen als Consultant zeigen leider, dass der technische Aspekt von Agile oft vernachlässigt wird.

Viele Konzerne arbeiten noch mit klassischen Managed-Systemen, bei denen das Fachteam, dass eine Anwendung betreibt so gut wie keine Rechte hat. Auch wenn dieses Konzept gute Gründe hat, so ist es fast das Gegenteil von Agile. Denn wenn ein Fachteam nicht in der Lage ist, außerhalb des Laufstalls des ihm zugestanden wird, etwas zu ändern, oder gar ein Paket zu installieren oder updaten, dann ist das eigentlich nicht der Server des Teams. Und dann eigentlich auch in dessen Verantwortung.

Deswegen mein Appell: Wenn man Agile macht, dann bitte auch technische Verantwortung und Rechte übertragen, eben Vertrauen zugestehen.

Das heißt übrigens nicht, dass ein Betriebssystem-Team damit obsolet wäre, dieses wird dann eher zum Dienstleister. Sie stellen die VM oder die Hardware bereit, liefern Grundkonfiguration, helfen bei der Einrichtung, Best-Practices und Problemen.

Der Blick auf die Security der Plattform bleibt eigentlich unverändert, denn es musste auch vorher schon auditiert werden, z.B. ob Sicherheits-Updates installiert wurden, oder Software unsicher konfiguriert ist.

Der Unterschied liegt darin mehr Eigenverantwortung zu etablieren, und damit Flexibilität und Einfachheit zu Gewinnen, eben die Agilität.

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Markus Frosch
Markus Frosch
Principal Consultant

Markus arbeitet bei NETWAYS als Principal Consultant und unterstützt Kunden bei der Implementierung von Nagios, Icinga und anderen Open Source Systems Management Tools. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Markus aktiver Mitarbeiter im Debian Projekt.