Keine Angst, ich habe hier bei NETWAYS keinen Grund in den Streik zu treten, au├čer etwa in den Hungerstreik ­čśë Auch ist dieser Blogpost nicht politisch motiviert, sondern m├Âchte eigentlich nur meine pers├Ânlichen Erfahrungen w├Ąhrend der vergangenen 8 Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokf├╝hrer in der aktuellen Tarifrunde widergeben. Nur eines vielleicht: Gro├če Freunde werden ich und Herr Weselsky, (Noch)-Vorsitzender der GdL, wohl nicht mehr werden…
streikAls Consultant und Pendler bin ich von Berufs wegen naturgem├Ą├č viel unterwegs und das aus Praktikabilit├Ątsgr├╝nden oft mit ├Âffentlichen Verkehrsmitteln. Meinen Arbeitsweg nach N├╝rnberg ins Office lege ich im Normalfall mit S-Bahn, Regional-Express oder IC und U-Bahn zur├╝ck. Zum Kunden geht’s dann nach M├Âglichkeit mit dem ICE.
Nun ist ein “Bahnstreik” als langj├Ąhriger Pendler (leider) keine Seltenheit und kommt in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden vor. In den vergangenen Jahren war das i.d.R. wirklich das letzte Mittel bei Tarifverhandlungen und hat dann entsprechend rasch gewirkt. Doch dieses Mal war/ist das anders, die aktuelle Tarifrunde zieht sich nun bereits seit letztem Jahr und uferte inzwischen mit 8 Streiks aus, einer davon ging sogar ├╝ber eine Woche.
Meine Erfahrungen zeigen das bei vereinzelten Streiks, v.a. wenn sie erst kurzfristig angek├╝ndigt sind, in der Vergangenheit entsprechendes Chaos herrschte und die Deutsche Bahn etwas brauchte bis sich der Ersatzfahrplan einpendelt. Im Zuge dieser Tarifrunde hielt sich das “einpendeln” gerade bei den letzten Streiks in Grenzen und der Ersatzfahrplan erf├╝llte seinen Zweck.
Wenn von 4 S-Bahnen in der Stunde dann nur eine f├Ąhrt oder im Fernverkehr nur ein ICE am Nachmittag, dann sind das Problem nicht die Z├╝ge die ausfallen, sondern vielmehr die wenigen Z├╝ge die fahren, weil diese hoffnungslos ├╝berf├╝llt sind. So erging mir das beispielsweise im ICE von Frankfurt nach N├╝rnberg, sodass die Fahrg├Ąste durch das Zugpersonal sogar mit Gutscheinen zum Umstieg auf den RE in W├╝rzburg gebeten wurden.
Andererseits macht der Umstieg auf andere Verkehrsmittel, wie z.B. das Auto h├Ąufig auch wenig Sinn, es sei denn man hat seine Freude daran im Stau zu stehen. Auch ohne Bahnstreik kommt es gew├Âhnlich Freitag Nachmittags zur Hauptheimreisezeit zu Stauungen auf diversen Hauptverkehrsadern. Und wenn nun noch mehr den Gedanken bzw. die M├Âglichkeit haben, aufs Auto umzusteigen, verschlimmert das die Situation nur. Nat├╝rlich hatte ich das zweifelhafte “Gl├╝ck” bei einem der letzten Bahnstreiks mit dem KfZ in der deutschen Staustadt Nummer 1 – Stuttgart, unterwegs zu sein…
Durch den “eingegroovten” Ersatzfahrplan der Bahn lie├čen sich noch so einige Streiks aussitzen, allerdings bezahlt man hierbei einfach nur mit zus├Ątzlicher (privater) Zeit. Ich denke das die Streiks nicht zuletzt dadurch an Wirkung verloren haben. Das ich aktuell absolutes Verst├Ąndnis f├╝r die Deutsche Bahn habe, macht das Ganze f├╝r mich etwas ertr├Ąglicher, jedoch hoffe ich f├╝r uns alle das Leute, die in Zukunft auf diesen Blogpost stossen werden, gar nicht mehr wissen was ein Streik ├╝berhaupt ist. In diesem Sinne w├╝nsche ich ein streikfreies Wochenende und begebe mich wieder auf die Reise!!

Markus Waldm├╝ller
Markus Waldm├╝ller
Lead Senior Consultant

Markus war bereits mehrere Jahre als Sysadmin in Neumarkt i.d.OPf. und Regensburg t├Ątig. Nach Technikerschule und Selbst├Ąndigkeit ist er nun Anfang 2013 bei NETWAYS als Lead Senior Consultant gelandet. Wenn er nicht gerade die Welt bereist, ist der sportbegeisterte Neumarkter mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf dem Mountainbike oder am Baggersee zu finden.