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Es ist schon eine Weile her, dass ich zum Foreman Discovery-Plugin geschrieben hab. Dieses zählt immer noch zu den von mir am meisten genutzten Plugins und wäre mit seinen Neuerungen wie Discovery-Regeln und erweiterbaren Images sicher auch einen neuen Blogpost wert. Aber die häufigste Frage, die mir in dem Zusammenhang gestellt wird, ist “Ich kann/darf unsere DHCP-/PXE-Konfiguration nicht anpassen. Geht das auch ohne PXE?”.
Natürlich kann ich das Discovery-Image auch einfach lokal starten, aber ich möchte eine weitere Lösung in Form des Bootdisk-Plugins für Foreman vorstellen. Dieses bietet zwar nicht die Funktionen wie Discovery-Regeln und darauf basierendes automatisches Deployment, hat aber den Vorteil auch komplett ohne DHCP und TFTP auskommen zu können.
Die Installation ist einfach, da es sowohl für RPM-basierte als auch Deb-basierte Systeme als entsprechendes Paket vorliegt. Nach der Installation einfach noch Foreman durchstarten und es findet sich ein neuer Menü-Paket “Boot disk” auf der Host-Ansicht. Dieser lässt es zu drei verschiedene Arten Installationsabbilder herunterzuladen. Voraussetzung sind hierfür die iPXE-Templates, die allerdings standardmäßig mitgeliefert werden.
Für Umgebungen in denen zwar DHCP genutzt werden kann, aber weder feste Reservierungen noch eine Anpassung der PXE-Konfiguration möglich ist, bietet sich das generische Installationsabbild an. Dieses enthält in ungefähr einem Megabyte Größe nur den Teil der notwendig ist um sich bei Foreman mit einer MAC-Adresse zu melden und die gewünschte Konfiguration zu erfragen. Danach wird der Installer für das entsprechende Betriebssystem aus dem TFTP-Verzeichnis von Foreman heruntergeladen und die Installation anhand von Kickstart, Preseed, etc. beginnt.
Für Umgebungen in denen gar kein DHCP zur Verfügung steht, können individuelle Boot-Medien heruntergeladen werden, die eine statische Netzwerkkonfiguration für die Installation enthalten. Nachdem von diesem gestartet wurde, wird wieder alles weitere nachgeladen und die Installation beginnt.
In Umgebungen oder auf Hardware bei der auch das Nachladen des Installers nicht klappt, können die individuellen “Full Images” verwendet werden, welche auch noch Installer und Installationsanweisungen enthalten. Dies ist natürlich die aufwendigste Variante, da das Image bei jeder Änderung neu erstellt werden muss. Wobei sich natürlich die Frage stellt wie oft der Aufwand tatsächlich betrieben werden muss.
Um nun keine Hamster-Käufe bei CD-Rohlingen auszulösen, handelt es sich bei den Installationsabbildern um hybride Images, die auch direkt auf einen USB-Stick übertragen werden können. Somit kann jeder Foreman-Nutzer dieses Plugin schnell und einfach ausprobieren und wer noch kein Foreman benutzt, aber keine Lust mehr auf manuelle Installationen hat, sollte diesem ein Chance geben. Wer sich bei der Einrichtung helfen lassen möchte, findet diese natürlich bei uns! 😉

dgötz
Dirk Götz
Dirk Götz
Senior Consultant

Dirk ist Red Hat Spezialist und arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting für Icinga, Puppet, Ansible, Foreman und andere Systems-Management-Lösungen. Früher war er bei einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung als Senior Administrator beschäftigt und auch für die Ausbildung der Azubis verantwortlich wie nun bei NETWAYS.