Es war einmal ein Python-Software-Projekt, das ich für Icinga umzusetzen hatte.
Eine Vorgabe, die mir persönlich nicht gefallen hat, war die Python-Version: 2.4.
Ein größeres kleines Dorn im Auge war mir vor allem das Fehlen der (erst in Python 2.5 eingeführten) bedingten Ausdrücke:
print 'komfortabel' if sys.version_info[:2] > (2, 4) else u'umst\xe4ndlich'
Im Ernst: Wer verwendet heute noch den fast 10 Jahre alten Python-2.4-Interpreter?
Ach ja… Red Hat Enterprise Linux.
Die zu entwickelnde Software soll wohl u. a. auf der (bis einschließlich März 2017 unterstützten) Version 5 von RHEL laufen.
Aber warum ist RHEL eigentlich so konservativ?
Ein Grund ist sicher, dass RHEL für Geschäftskunden gedacht ist, von deren Servern ein extrem stabiler Betrieb verlangt wird (z. B.: Wissenschaft, Militär oder Raumfahrt).
Dieser ist des öfteren auch von großer Bedeutung – in den USA beispielsweise bei der NASA, dem Verteidigungsministerium oder der Luftfahrtbehörde.
RHEL 7 soll immerhin Python 2.7 enthalten, während Debian, das als eine der stabilsten Linux-Distributionen gilt, schon länger Python 3 anbietet.
Fedora (wohl eine der innovativsten Linux-Distributionen) will Python 3 sogar als Standart-Interpreter heranziehen.
Aber solch ein Schritt ist für RHEL wahrscheinlich noch #Neuland.

Alexander Klimov
Alexander Klimov
Developer

Alexander hat 2017 seine Ausbildung zum Developer bei NETWAYS erfolgreich abgeschlossen. Als leidenschaftlicher Programmierer und begeisterter Anhänger der Idee freier Software, hat er sich dabei innerhalb kürzester Zeit in die Herzen seiner Kollegen im Development geschlichen. Wäre nicht ausgerechnet Gandhi sein Vorbild, würde er von dort aus daran arbeiten, seinen geheimen Plan, erst die Abteilung und dann die Weltherrschaft an sich zu reißen, zu realisieren - tut er aber nicht. Stattdessen beschreitet er mit der...