Die Schicksalsgöttin hat es in den letzten Monaten nicht sonderlich gut mit mir gemeint. Von spontan hereinbrechenden Katastrophen kann ich inzwischen ein ganzes Medley singen und bei einer Talkrunde zum Thema „Hilfe! Ich bin ein Spielball göttlicher Willkür.“ wäre ich inzwischen ein gern gesehener Gast.
Ich möchte allein schon aus Rücksicht auf meine eigenen, angespannten Nerven nicht ausführlich auf die tragödienhaften Verstrickungen eingehen, die dazu führten, dass ich innerhalb von drei Wochen die eigentlich bereits abgeschlossene Hotelsuche für fast alle Konferenzen in 2014 noch mal in Gänze neu abwickeln konnte. Auch die Tatsache, dass diese Aufgabe zeitlich mit der heißen Vorbereitungssphase der OpenNebula Conf und dem Urlaub meines (bis dahin einzigen) Kollegen in der Abteilung zusammenfiel möchte ich lieber in die Untiefen des Unbewussten verbannen, auf dass ich nur noch in gelegentlichen, nächtlichen Alpträumen davon verfolgt werde. Von all den anderen Dingen, die in dieser Zeit noch so aus dem Nichts heraus über mich eingebrochen sind, wie die zehn Plagen (nur ohne Vorankündigung) mal ganz zu schweigen.
Wichtig ist eigentlich nur, dass Auslöser, Grund und allein Schuldige an all diesen Katastrophen Menschen waren, die ich dem Evolutionsbiologen meines Vertrauens mal gerne als heiße Kandidaten bei der Suche nach dem missing Link zwischen Mensch und Primat vorstellen möchte. Menschen, die von der Natur ganz offensichtlich nicht mit ausreichend Hirnkapazität ausgestattet wurden, um komplexe Denkprozesse erfolgreich zu Ende zu führen… und dass wir trotz aller zeitgleich auftretenden Widrigkeiten eine wirklich tolle erste OpenNebula Conf auf die Beine gestellt haben!
Mein besonderer Dank gilt dabei unserem Partner in Crime C12g Labs, unseren Referenten, Sponsoren, Medienpartnern, unserer neuen Kollegin Silke, die sich ultraschnell und quasi fast allein in Ihr neues Arbeitsfeld einarbeiten musste und mir eine Menge Kummer mit zusätzlicher Schulungsplanung erspart hat und schlussendlich… dem DHL-Boten, der für uns eine Sondertour gefahren ist, damit unsere Teilnehmermappen noch rechtzeitig ankommen.
Schlussendlich war es wohl die Macht von Grayskull, die mich in den letzten Monaten begleitet hat.
Letzte Woche ging es für uns dann auf in die Hauptstadt. Mit im Gepäck waren die früh morgens noch in Teamarbeit gefalteten und bestückten Teilnehmermappen, die ich am Samstag zuvor noch von einem sehr netten DHL -Boten entgegen genommen hatte, der mit seiner High-Speed-Sonderlieferung das katastrophale Versagen der Druckerei ausglich, die den eigentlichen Liefertermin nicht einhalten konnte. Ich hätte vor Dankbarkeit heulen können, als der Mann, für den bis in alle Ewigkeit eine Kerze in der Kathedrale meines Herzens brennen wird, mir das Paket übergab, auf das wir so lange gewartet hatten.
In Berlin angekommen, stand für uns die Schlüsselübergabe für unsere Unterkunft auf dem Plan. Nachdem sich herausstellte, dass der Zeitplan unseres Airbnb-Hosts vor der Schlüsselübergabe noch einige andere Erledigungen vorsah und wir uns beim Treffpunkt, einer Bar, noch etwas gedulden mussten, wurden die Beifahrer unserer kleinen Reisegruppe Opfer der überbordenden Berliner Gastfreundschaft. Die nette Dame an der Theke stellte sich als Kollegin unseres Schlüsselmeisters heraus und nahm uns mit auf eine kulinarische Gratisreise durch ihr Bier- und Schnapssortiment um die leidige Wartezeit zu gleichen Teilen sinnvoll und angenehm zu gestalten. Nebenbei weihte unser Marcus die zauberhafte junge Frau in die geheimnisvollen Begebenheiten ein, die dafür verantwortlich waren, dass sie auf ihrem Laptop keine Musik mehr abspielen konnte.
Schon so ein gaaaaaaanz klitzekleines bisschen angetütert bekamen wir dann von unserem Schlüsselmeister (der inzwischen sein Abendessen beendet und bestimmt auch noch ein paar Sudokus gelöst hatte) noch eine Stadtführung direkt zur Unterkunft. Gott sei Dank wusste er auch, wo die nächste Dunkin‘ Donuts-Filiale war.
Der eigentlich spannende Teil begann dann am Dienstag mit den Workshops. Nach und nach trudelte bereits hier ein Großteil der Konferenzteilnehmer ein und teilte sich in Tutorial– und Hacking Session Besucher auf. Die beiden Räume waren voll besetzt und von außen sah man als freundliche Check-In-Dame (eine der vielen meiner gespaltenen Persönlichkeiten) nur konzentrierte Gesichter durch die Glasscheiben der Räume. Dann und wann traf man sich gesammelt am Snackbuffet und tauschte sich angeregt aus.

Überhaupt drehte sich in meiner ganz persönlichen Wahrnehmung viel um Essen. Das liegt natürlich auch daran, dass meine Rezeptoren beim Thema Essen sofort die Sektkorken knallen lassen und mit Konfetti werfen.
Weiter ging es mit dem ersten Dinner der Konferenz.

Mein persönliches Highlight sind ja immer unsere Abendveranstaltungen (logisch – auch hier geht es schließlich zu großen Teilen um kulinarische Genüsse). Deswegen habe ich am zweiten Tag auch vor allem auf das Evening Event hin gefiebert.

Allerdings sollten wohl auch unsere Referenten löbliche Erwähnung finden und ihnen fotodokumentarisch gehuldigt werden.

Bilanz:
Unterm Strich hatten wir bei unserer Weltpremiere Gäste aus 12 Ländern (ein Teilnehmer hat sich sogar aus Malaysia auf den Weg gemacht) die an zwei Tagen 21 Talks gehört haben und mit 157 Bier auf eine erfolgreiche Konferenz angestoßen haben.
Jetzt heißt es Warten auf die nächsteOpenNebula Conf vom 2.-4. Dezember 2014.
Die Anmeldung läuft bereits 🙂