Am Mittwoch Nachmittag ging es für mich mit Valentin Bud weiter, der der wohl gesättigten Teilnehmerschar SaltStack vorstellte und wie dieses genutzt werden kann um die Hosts für die Cloud automatisiert zu konfigurieren. Dies ist natürlich nur ein Anwendungsszenario für die Kombination aus Konfigurationsmanagement und Orchestration-Lösung.
Im Anschluß zeigte Xavier González del Aguila von Viapps wie man das Deployment von Infrastrukturdiensten wie Mailing, Firewalls und Proxies in einer Cloud mit ihrer Lösung vereinfachen und beschleunigen kann. Die Lösung basiert auf CentOS, Chef, Webmin und Eigenentwicklungen sowie weiteren OpenSource-Produkten zum Abbilden der eigentlichen Dienste.
Als nächstes wurde die Virtual Execution Platform des Contrail Projects von Yvon Jegou vorgestellt. Diese bietet zusätzlich zu einer Platform as a Service auf Basis von OpenNebula Unterstützung für SLA-Management.
Im Vortrag von Nils Magnus ging es um eins der wichtigsten Themen in der IT überhaupt und bei einer Cloud im speziellen: Sicherheit. Schon mit seinen Aussagen zum Einstieg musste ich übereinstimmen. Sicherheit hat nichts mit Checklisten zum abhaken zu tun und wird viel zu oft als Nebensache abgetan. Für mich waren die 10 Vorschläge nichts neues, aber auch ich sehe leider wie diese oft keine Anwendung finden. Insbesondere der Vorschlag Sicherheitsmechanismen auch zu nutzen, wenn sie schon zur Verfügung stehen, sollte von vielen überdacht werden.
Als letzten Vortrag für den heutigen Tag stellte Bernd die Netways Managed Service Umgebung vor inklusive all der Stolpersteine … ähm … Anforderungen für diese Umgebung. Wer sich für die verwendeten Komponenten interessiert, darf einfach einen Blick auf unser Portfolio werfen, all diese integrieren sich hier zu einer schönen OpenSource-Plattform.
Zwischen dem letzten Vortrag und der Abendveranstaltung standen nun noch die Open Spaces, in der die Entwickler Anregung jeglicher Art gesammelt haben. Dies reichte von gewünschten Bugfixes über Erweiterungen des Entwicklungsprozesses zur weiteren Qualitätssteigerung und Transparenz bis zu Fragen zu konkreten Features.
Für die Abendveranstaltung wurde wieder mal ordentlich aufgetafelt. Die Location hatte hierbei auch ihren Charme, was man so aus einem alten Umspannwerk machen kann. Somit konnte bei gutem Essen und entspannter Atmosphäre gefachsimpelt werden.
Den Donnerstag eröffnete Jordi Farrés von der European Space Agency mit einer Case Study. Interessant waren hier die Schritte bei der Einführung der Cloud von Nutzung der Amazon Public Cloud über externes Hosting einer privaten Cloud und Hosting der eigenen Umgebung in einer Federated Cloud zur Hybrid Cloud und die dabei gelernten Lektionen.
Karanbir Singh präsentierte das CentOS-Projekt und erläuterte warum es nicht nur die kostenlose Alternative zu Red Hat und eine gute Plattform für OpenNebula ist. Mit der Erfahrung aus dem Hands-On Tutorial kann ich dies nur bestätigen.
In den Lightning Talks bekamen die Präsentatoren 5 Minuten um ein Cloud-Thema ihrer Wahl anzusprechen. Dies reichte von der Vorstellung einer ungarischen Cloudumgebung über das Projekt Cloud-init bis zu den Fallen der Cloud-Mathematik.
Nach dem Mittagessen ging es weiter mit der Case-Study des spanischen Forschungsnetzwerks von Jordi Guijarro, die ihren Benutzern eine Intercloud zur Verfügung stellen. Gefolgt von einer zweiten Case-Study zum niederländischen Supercomputer präsentiert von Ander Astudillo von SURFsara. Zusätzlich zur High Performance Computing Cloud wurde dort eine Cloud Light eingeführt, da es OpenNebula den Benutzern so leicht machte virtuelle Maschinen zu betreiben, dass neben den High Performance Systemen nun auch klassische Serverdienste gehostet werden.
Boris Parak gab einen Einblick in OCCI, eine OpenSource-Standard-Schnittstelle zum Cloudmanagement, und rOCCI, ein in Ruby geschriebenes Framework, das OCCI in OpenNebula implementiert. Ziel ist es hierbei mit dem rOCCI-Server eine Brücke zu unterschiedlichen Cloud-Lösungen zu schlagen, damit diesen auch die standardisierte Schnittstelle zur Verfügung steht.
Den Abschluss bildeten noch einige Dankesworte des Opennebula Teams. Dem kann ich mich nur anschließen, denn es war eine wirklich interessante Konferenz mit internationalem Publikum und vielen Talks, die zeigten das Cloud nicht nur ein Buzzword ist.
Der Termin für nächstes Jahr steht auch schon fest, wer ihn sich vormerken möchte: 02. bis 04. Dezember 2014 in Berlin.

Dirk Götz
Dirk Götz
Senior Consultant

Dirk ist Red Hat Spezialist und arbeitet bei NETWAYS im Bereich Consulting für Icinga, Puppet, Ansible, Foreman und andere Systems-Management-Lösungen. Früher war er bei einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung als Senior Administrator beschäftigt und auch für die Ausbildung der Azubis verantwortlich wie nun bei NETWAYS.