Der ein oder andere wird es kennen: draußen scheint die Sonne, die Zimmertemperatur gleicht sich der Außentemperatur an und das eigene Notebook wird unter Last langsam aber sicher heißer als es einem selbst lieb ist. Wer dann noch rechenintensive Anwendungen ausführt, wird schnell einen Schwund an Leistung feststellen, denn nahezu jede handelsübliche CPU drosselt sich zu ihrem eigenen Schutz ab einer bestimmten Temperatur nach unten (heat Throttling). So ist bei den heutigen Intel i-Prozesorreihe vom Werk aus die Temperaturgrenze bei 85 Grad angesetzt. Wenn dann auch noch die Umgebungstemperatur um die 30 Grad liegt, ist bereits im Idle-Zustand schnell über die Hälfte dieser Grenztemperatur erreicht. Doch wie kann man jetzt dafür sorgen, dass auch bei so einem tollen Wetter die volle Leistung des Notebooks gewährleistet wird?

  • Automatische Übertaktung deaktivieren/verhindern! Viele der heutigen Prozessoren übertakten sich selbst, sobald sie eine hohe Auslastung erreichen. Damit soll “kurzzeitig” mehr Leistung zur Verfügung gestellt werden. Allerdings steigt durch dieses Feature die Temperatur noch schneller auf ein kritisches Level, was bei fehlender entsprechender Kühlung schneller zum Throttling führt. Bei Intel-Prozessoren nennt sich dieses Feature “Intel Turbo Boost”, bei AMD equivalent “AMD Turbo Core”. Da die Übertaktung üblicherweise bei einer hohen Auslastung (und da reicht es bereits wenn diese nur kurz auftritt), kann man sich unter Windows eines einfachen Tricks bedienen: Man limitiert unter den erweiterten Energieoptionen die maximale CPU-Auslastung auf einen niedrigeren Wert. Bereits eine Limitierung auf 95% verhindert größtenteils die Übertaktung bei kaum spürbarer niedrigerer und konstant bleibender Leistung. Unter Linux kann mithilfe des Pakets cpulimit die Auslastung von bestimmten Prozessen begrenzt werden. Dies ist allerdings kein Garant dafür, dass man damit die Übertaktung umgeht, denn es kommen noch andere Faktoren hinzu (Stichwort: Thermal Design Power). Wer auf der sicheren Seite sein möchte kann üblicherweise die automatische Übertaktung im BIOS des Systems deaktivieren.
  • Wärmeleitpaste auswechseln! Die Wärmeleitpaste ist eine nicht zu unterschätzende Komponente eines jeden Rechners. Besonders bei langer intensiver Nutzung lässt die Leitfähigkeit dieser nach und sorgt so für höhere Kerntemperaturen. Wer also das auseinander schrauben seines Notebooks nicht fürchtet, sollte ein Auswechseln der Paste in Betracht ziehen (da häufig auch die der Hersteller ihre Mängel hat). Richtig durchgeführt können so bis zu 10 Grad eingespart werden. Ich selbst habe die Arctic Cooling MX-4 verwendet und kann diese weiterempfehlen. Durch den erhöhten Silberanteil ist diese etwas langlebiger als beispielsweise das MX-2. Aber auch andere größere Marken haben ihre Vorteile, wodurch man bei der Auswahl wenig falsch machen kann.
  • Für eine geeignete Unterlage sorgen! Viele Notebooks haben auf der Unterseite Lüftungsein- bzw ausgänge. Oft hilft bereits eine leichte Anhebung des Notebooks(z.b. mithilfe eines Buches), um so für eine bessere Luftzirkulation zu sorgen. Ansonsten gibt es auch sogenannte Coolpads, welche diese Aufgabe übernehmen und mit zusätzlichen Lüftern unterstützen. Empfehlenswert finde ich dabei das Cooler Master NotePal U2 bzw U3 (je nach Größe des Notebooks), da es komplett aus Aluminium besteht und bei Bedarf auch einfach als Schutzcase umfunktioniert werden kann.

Sollte das alles nicht ausreichen, um das Notebook kühler zu halten, hilft wohl nur noch der Kühlschrank während der rechenintensiven Zeiten. 😉