Seit wir hier bei NETWAYS für die Versionierung und Verwaltung unserer Projekte Git benutzen, nutzen wir auch die mitgelieferte Oberfläche gitweb. Vor einiger Zeit jedoch wurden ein paar Rufe laut, dieses System sei zu unflexibel und aufwändig zu handhaben. Die erste Alternative die einem dann in den Sinn kommt ist vermutlich github. Das Problem bei github, ungeachtet des Funktionsumfangs den man geboten bekommt, ist allerdings die Tatsache dass es nicht frei ist. Will man ein privates Projekt hosten wird man monatlich und bei einer github Installation auf dem hauseigenen Server jährlich zur Kasse gebeten. Informiert man sich ein wenig mehr, so fallen sofort zwei weitere Namen die den selben Zweck verfolgen und “frei” sind.
Gitorious
Eine auf ruby on rails basierende Web-Anwendung die durchaus zu gefallen weiß. Gitorious konzentriert sich hauptsächlich auf den Aspekt Code-Management, ganz besonders aus Sicht eines ganzen Projektes. Oder um es mit den Worten des Entwicklers zu sagen:

The central entity in Gitorious is the project, which contains one or more top-level repositories and any repositories managed by the project’s contributors.

Und das, ganz nach dem Motto “weniger ist manchmal mehr”, scheint auch super zu funktionieren wodurch noch nicht einmal auffällt dass es keinen Issuetracker gibt.
Gitlab
Ebenfalls auf ruby on rails basierend geht Gitlab eher den Weg den auch github geht. Der Funktionsumfang reicht dem von github schon fast das Wasser, wobei das aufgrund der aktiven Entwicklung (Jeden Monat eine neue Version) möglicherweise schon bald keinen allzu großen Unterschied mehr machen wird. Im Vergleich zu Gitorious kristallisiert sich das System für die Zugriffsverwaltung heraus, welches zwar statisch aber doch etwas feiner aufgebaut ist. Besonders die Möglichkeiten zur Kommunikation der Benutzer gefiel mir bei Gitlab am besten, neben den drei verschiedenen mitintegrierten Designs.
Fazit:
Ich habe mir beide Systeme nur oberflächlich angesehen und möchte deshalb nichts bewerten, allerdings reicht schon meist der Ersteindruck um bei der Entscheidungsfindung zu helfen. Gitorious scheint ein bereits “erwachsenes” Projekt zu sein, weiß genau was es möchte und wird auch von einigen größeren Communities eingesetzt. (OpenSUSE, Qt) Gitlab ist ein relativ junger github-Klon der scheinbar viel Wert auf ein gutes Zusammenspiel von Funktionalität und Zugänglichkeit legt.
Ich würde am liebsten einmal beide in größerem Umfang ausprobieren!

Johannes Meyer
Johannes Meyer
Developer

Johannes ist seit 2011 bei uns und hilft bei der Entwicklung zukünftiger Knüller (Icinga2, Icinga Web 2, ...) aus dem Hause NETWAYS.