Auf www.adityaravishankar.com unternimmt der (fast – haha) gleichnamige Blogbesitzer nicht nur eine Reise zur Perfektion (eigene Deklaration), er beschäftigt sich unter anderem auch mit HTML 5. Und zwar nicht mit dem üblichen dumpfen Webseiten-Gedöns, sondern – für mich als passionierten Computerspiele-Nerd viel interessanter – Spieleprogrammierung in HTML5 und Javascript, exemplarisch am ersten Teil von Command&Conquer (auch bekannt mit dem Beinahmen Tiberian Dawn). Das ist nicht unbedingt etwas, worauf ich (oder die Welt) schon immer gewartet hätte.
(Zumal, das Original ist kostenlos zu haben. Außerdem war ich nie ein Fan des Command&Conquer-Universums und kam lediglich in den noch jungen Jahren der Serie (und mir) damit freiwillig in Kontakt. Danach wand ich mich fast völlig von Echtzeit-Strategie im allgemeinen und C&C im speziellen ab und verbriet meine Zeit lieber im Taktik-Bereich (oder dem verfassen sinnfreier und unnötig langer Texte wie diesem hier) und bin bis heute dem gar (mehr oder weniger) rundenweisen Ablauf zugetan. Wo war ich? Ach ja …) Aber erstens war mir nicht wirklich bewusst, dass man mit diesen Mitteln „ernsthaft“ Unterhaltungssoftware umsetzen kann (vermutlich kann man tatsächlich nicht – oder?). Und zweitens könnte ich es damit auch mal versuchen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Was Spieleprogrammierung betrifft, so kam ich nie über ein paar sich langsam auf dem Bildschirm aufbauende farbige Linien oder etwa einen unkontrolliert aus dem Bild „laufenden“ Cursor (aka „Joysticksteuerung“) hinaus. Da war das höchste der Gefühle schon, aus dem Amstrad/Schneider CPC International-Magazin und Konsorten vielleicht ein paar Basic-Listings abzutippen, dann die Nachfolgeausgabe zu versäumen, um dann zu bemerken, zu blöd zu sein, die (prinzipiell in die Vorlage eingebauten sowie die) mir unterlaufenen Fehler korrigieren zu können.
Daran änderte sich auch nichts, als mir später beispielsweise ein DirectX-7-Programmierlehrbuch in die Hände fiel, das erneut den Wunsch aufkeimen ließ, es doch noch einmal zu versuchen. Für die nächsten Ferien schmiedete ich große Pläne, deckte mich mit Pizza und Cola ein, um die „durchcodeten“ Nächte zu überstehen … ratze schon am ersten Abend um halb Zehn ein und ließ das Buch anschließend im Regal verstauben. Gleich neben „C++ Einstieg leicht gemacht“ (oder so – Allerweltstitel hier einsetzen).
Was soll ich tun, Fisch?
Bleibt die Frage: Taugt so ein HTML5/Java-Kongolerat auch für mehr, als ein paar Sprites über den Bildschirm wandern zu lassen? Ermunternd immerhin, dass Herr Shankar die Umsetzung einer Wegfindung demonstriert, eine Aufgabe, mit deren zuverlässiger Umsetzung nicht nur zu Zeiten des Erscheinens des Original-C&C viele Programmierer so ihre liebe Not hatten. Blöd wiederum, dass beim HTML-Remake ebenfalls die Panzerchen hängen bleiben.
Ok, und was für ein Spiel mache ich dann? Für eine flüssig laufende 3D-Engine mit modernsten Grafikeffekten taugt javascript eher nicht. Wie wäre es also mit Taktik, die das nicht braucht? Sagen wir, in Form eines (endlich mal guten) Jagged Alliance 2-Remakes? Da müsste ich dann vermutlich mit jursitischem Ärger rechnen. Außerdem erscheint genau davon in wenigen Tagen ein neuer (Gerüchten zufolge brauchbarer) Ableger. Originäre Ideen bei mir sind da eher mau – etwas vom Kaliber “5 Gewinnt” wäre weder sonderlich innovativ (Modifikation eines bekannten Spielprinzips), noch will das jemand ernsthaft spielen (ein Stein mehr für eine siegreiche Reihe ist ein spielerischer Rückschritt).
Ich glaube, selbst wenn ich in der Lage wäre, Spiele zu programmieren, müsste ich wohl vor meiner notorischen Ideenlosigkeit kapitulieren. Ich für meinen Teil kehre erst einmal zurück zu meinen Testfällen für icinga-web. Spaß genug, würde ich sagen … wie Spieleprogrammieren per HTML5 in der Praxis funktioniert, verklickert Ihnen daher nächste Woche an dieser Stelle HTML-Maniac Herr Meyer – er weiß es nur noch nicht … 😉