Als Consultant ist man natürlich einen großen Teil seiner Arbeitszeit beim Kunden und muss dementsprechend auch viel Reisen. Man sieht und erlebt Dinge bei denen man Teilweise seinen eigenen Augen nicht traut oder man schlichtweg denkt “das ist einfach nicht mein Tag”. In 98 % aller Fälle hat man in Sachen Reisen einen so großen Zeitpuffer, das in den Augen des Kunden alles reibungslos über die Bühne geht. Bei den restlichen 2 % ist meistens die Deutsche Bahn, ein nicht startender Flieger oder einfach höhere Gewalt im Spiel. Genau für diese 2 % möchte ich euch eine kleine Geschichte erzählen…
Ich stehe früh morgens auf, gehe ins Bad und höre währenddessen Radio (–> Staumeldungen). Aufgrund einer Staumeldung über 20 km (Vollsperrung der A3 wegen eines umgekippten LKWs der Windeln geladen hatte) beschließe ich spontan mit dem Zug zu fahren. Also schnell noch das Online-Ticket gebucht und auf zum Bahnhof nach Nürnberg.
Dort angekommen zeigt mir die iPhone-Bahn-App “15 Minuten Verspätung”. Da es ja immernoch sehr früh am morgen war, war dies für mich der perfekte Zeitpunkt um noch einen großen Kaffee zu kaufen. Gedacht – getan und laufe anschließend zu Gleis. Dort angekommen sehe ich auf der Anzeige “Abfahrt: pünktlich” und den ICE vor meiner Nase davon fahren. Hätte sich der ICE an die 15 Minuten Verspätung der Bahn-App gehalten, hätte ich noch 12 Minuten zeit gehabt!
In solchen Momenten bringt Aufregung und Wut natürlich nichts. Man muss entspannt bleiben und einfach auf den nächsten Zug warten, der dann nach einer Stunde Fahrt auf offener Strecke wegen eines Schadens an einer Oberleitung (3 Stunden!!) stehen bleiben muss. Der ursprüngliche Termin um 9:30 Uhr beim Kunden war damit nicht mehr zu halten. Da der Kunde sehr kulant war und ich ihm versicherte, das wir in den Folgetagen die fehlende Zeit wieder aufholen werden, war ich hier auch auf der sicheren Seite.
Mehrere Stunden später am Zielbahnhof angekommen, steige ich in ein Taxi das mich direkt zum Kunden bringen soll. Der deutsche, gefühlte 1000 Jahre alte Taxifahrer war mir eine ganze Zeit lang sympathisch. Zumindest so lange bis ich feststellte, das wir 10 km Autobahn vor uns hatten und er – immer zum überholen!! – seine Brille aufsetzt. Nach dem Überholvorgang wurde die Brille wieder sachgerecht in der Mittelkonsole verstaut.
Circa 2 Kilometer vor dem Ziel  – der Taxifahrer hat 8 mal überholt – fühle ich mich den Sieg (endlich angekommen zu sein) nahe. Dies wurde jedoch durch einen Motorschaden des Taxis rasant zerstört. Aus der Motorhaube des Taxis raucht es wie bei einem Grillfest und ich beschließe die letzten 2 Kilometer schlichtweg zu laufen.
Am Ende der Woche habe ich dann die fehlende Zeit des Anreisetages aufgeholt und der Kunde war happy.
Falls es euch wie mir geht und euch Reisen und der direkte Kundenkontakt Spaß macht, kann ich nur sagen das solche Reise-Stories wirklich die Ausnahme sind und ihr euch unter http://www.netways.de/de/info/jobs/ bewerben könnt 😉

Tobias Redel
Tobias Redel
Head of Professional Services

Tobias hat nach seiner Ausbildung als Fachinformatiker bei der Deutschen Telekom bei T-Systems gearbeitet. Seit August 2008 ist er bei NETWAYS, wo er in der Consulting-Truppe unsere Kunden in Sachen Open Source, Monitoring und Systems Management unterstützt. Insgeheim führt er jedoch ein Doppelleben als Travel-Hacker, arbeitet an seiner dritten Millionen Euro (aus den ersten beiden ist nix geworden) und versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen.