Ich habe vor einiger Zeit schon mal einen Blogpost geschrieben, wie man Time Machine so einrichtet, dass es auch auf ein Netzlaufwerk sichert. So wie es aussieht hat sich das aber durch Snow Leopard ein bisschen verändert. Solange das damals erstellte Sicherungsfile noch vorhanden war, hat es problemlo weiterfunktioniert, aber vor einigen Tagen habe ich das ganze neu einrichten wollen und da ging es mit dem damals beschriebenen Weg nicht mehr. Mit diesem Weg funktioniert es nun auch unter Snow Leopard wieder ohne Probleme:

  1. Zuerst muss man einen versteckten Konfigurationsparameter setzen, der es Time Machine erlaubt auch Netzwerklaufwerke zu verwenden. Dazu gibt man im Terminal den folgenden Befehl ein:
    defaults write com.apple.systempreferences TMShowUnsupportedNetworkVolumes 1
  2. Danach muss man sicherstellen, dass der Hostname keine Sonderzeichen enthält und nur aus Buchstaben oder Zahlen besteht. Standardmässig benennt Apple den Rechner ja in der Art von “Julian Hein’s MacBook Pro”. Ich habe auf einigen Website auch gelesen, dass der Name nicht länger als 8 Buchstaben sein sollte. Da meiner aber schon kürzer war, habe ich das nicht getestet. Anzeigen lassen kann man sich den Namen am einfachsten im Terminal mit
    hostname -s
  3. Später benötigt man die MAC Adresse der lokalen Netzwerkkarte. Diese eindeutige Nummer kann man sich ebenfalls gleich mit Terminal mit dem folgenden Befehl anzeigen lassen:
    ifconfig en0 | grep ether

    Am einfachsten lässt man die Nummer dort einfach stehen oder kopiert sie schon einmal in die Zwischenablage, man braucht sie im nächsten Schritt.

  4. Danach legt man ein lokales Sparse Bundel an. Das ist eine mitwachsende Image Datei. Auch das passiert im Terminal mit dem folgenden Befehl:
    hdiutil create -size SIZE -fs HFS+J -volname VOLNAME HOSTNAME_MACaddr.sparsebundle

    Bitte das Bundle nicht direkt auf dem Netzlaufwerk anlegen, das wird nicht funktionieren. Die einzelnen Parameter in Großbuchstaben muss man dabei wie folgt mit den eigenen gewünschten Settings versehen:

    • SIZE: Maximale Größe der Bundle Datei. Sie ist erst sehr klein und wächst dann maximal bis zu dieser Größe mit.
    • VOLNAME: Name des Volumes, wenn es gemounted wird. Beispielsweise “My Time Machine” o.ä.
    • HOSTNAME: Name des Rechners (siehe oben)
    • MACADDRESS: MAC Adresse des Rechners, wie oben ermittelt, aber ohne Doppelpunkte
  5. In meinem Fall sah der Befehl dann so aus:

    hdiutil create -size 500g -fs HFS+J -volname TimeMachineJH jhein_c42c45108f2c.sparsebundle
  6. Anschließen den Ordner auf dem Netzlaufwerk mounten und das Sparsebundle in die oberste Ebene dieses Netzlaufwerks verschieben. In dem Ordner dürfen außer dem Bundle keine weiteren Dateien oder Ordner liegen. Am einfachsten kopiert man das Bundle auch im Terminal mit dem folgenden Befehl:
    mv jhein_c42c45108f2c.sparsebundle /Volumes/TimeMachine
  7. Danach kann man Time Machine öffnen und das gemountete Netzlaufwerk als Backupvolume auswählen. Danach sollte man noch die entsprechenden Optionen setzen, damit man keine unnötigen Dateien sichert. Ich habe beispielsweise alle Musik, Filme, Downloads und auch alle virtuelle Maschinen vom Backup ausgenommen. Bei den VMs vor allem deswegen, weil die sich nicht differentiell sichern lassen, also immer komplett gespeichert werden, auch wenn sich nur ein einziges Byte darin geändert hat.
  8. Danach Time Machine nicht gleich starten, sondern erst das Netzlaufwerk trennen. Der Grund ist, dass wenn das Netzlaufwerk schon als /Volumes/TimeMachine gemounted ist, das beim Start des Backups noch einmal als /Volumes/TimeMachine-1 gemounted wird. Normalerweise ist das für das System kein Problem, aber Time Machine scheint damit nicht zurecht zu kommen. Deswegen das Volume vor dem ersten Start dismounten, es wird dann von Time Machine automatisch wieder verbunden.
  9. Schlussendlich kann man Time Machine nun starten. Bei mir waren es im ersten Lauf ca. 110GB an Daten und das hat natürlich ein bisschen gedauert. Besser man schließt den Rechner dazu über Kabel an und lässt das ganze über Nacht laufen. Danach werden ja nur noch die Änderungen gesichert und das geht auch am WLAN schnell.

Viel Spaß beim Sichern im Netz. Wenn Ihr Probleme, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge habt, dann postet doch einen Kommentar.

jhein
Julian Hein
Julian Hein
Executive Chairman

Julian ist Gründer und Eigentümer der NETWAYS Gruppe und kümmert sich um die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Neben seinem technischen und betriebswirtschaftlichen Background ist Julian häufig auch kreativer Kopf und Namensgeber, beispielsweise auch für Icinga. Darüber hinaus ist er als CPO (Chief Plugin Officer) auch für die konzernweite Pluginstrategie verantwortlich und stösst regelmässig auf technische Herausforderungen, die sonst noch kein Mensch zuvor gesehen hat.