Bernd Erk ist gerade mit seinem Vortrag “Aktuelle Open Source Lösungen für das Data Center im Überblick” durch. Am Beispiel einer klassischen Standardarchitektur mit redundanten Firewalls, Loadbalancern und einer Farm von Applikation- und Datenbankservern erläutert er die unterschiedlichen Projekte und Technologien.
Zur Clusterung von Firewall und Loadbalancer kommt Heartbeat zum Einsatz, mit dem sich die wichtigen Ressourcen, wie Firwall-Rules, VPN Service oder Cluster IP Adresse schwenken lassen. Zur Lastverteilung auf die verschiedenen Applikation Server kommt Linux Virtual Server zum Einsatz. Eingehende Verbindungen werden mit verschiedenen Schedulern gleichmäßig oder nach aktueller Auslastung auf die zur Verfügung stehenden Server verteilt. Durch Direct Routing kann zusätzlich verhindert werden, dass der Loadbalancer selbst zum Flaschenhals wird. XEN bietet sich als freie Virtualisierungslösung im Rechenzentrum an, denn es erlaubt die bessere Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen. Durch die Möglichkeit eine virtuelle Maschine auf eine andere Hardware zu verschieben, erhöt sich die Flexibilität der Admins ungemein. Zudem ist XEN aktuell die am besten performende Virtualisierungslösung. Der notwendige Speicherplatz innerhalb der Architektur wird durch DRBD bereitgestellt. Dafür ist keine spezielle Hardware notwendig und neben der einfachen active/passive Architektur lassen mit Clusterfilesystemen auch active/active Speichersysteme bauen.
Gemanaged wird das Beispielszenario durch ein Configuration Management System bestehend aus Puppet und Subversion. Im letzteren werden die Konfigurationsdateien gespeichert und versioniert und dann duch Puppet individuell auf die verschiedenen Maschinenklassen verteilt. Überwacht wird die komplette Installation durch Nagios.
Der Einsatz von Open Source auch in anspruchsvollen Rechenzentrumsumgebungen ist inzwischen kein Problem mehr, denn es gibt ausreichend Erfahrung im Markt, alle vorgestellten Projekte sind stabil und auch in großen Installationen gut getestet. Daneben gelten natürlich die normalen Argumente für Open Source, wie höhere Flexibilität, geringere Kosten und Unterstützung durch die Community ebenfalls.
Update: Bild noch eingefügt.

Julian Hein
Julian Hein
Executive Chairman

Julian ist Gründer und Eigentümer der NETWAYS Gruppe und kümmert sich um die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Neben seinem technischen und betriebswirtschaftlichen Background ist Julian häufig auch kreativer Kopf und Namensgeber, beispielsweise auch für Icinga. Darüber hinaus ist er als CPO (Chief Plugin Officer) auch für die konzernweite Pluginstrategie verantwortlich und stösst regelmässig auf technische Herausforderungen, die sonst noch kein Mensch zuvor gesehen hat.