Berlin – Um das politische Gewicht kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) zu steigern, reisten 6 Vertreter des Nürnberger Unternehmensnetzwerks noris.tech Mittwoch und Donnerstag zu einem eintägigen Abgeordnetenbesuch nach Berlin. In der Abgeordnetenkantine des Reichstags führten sie Gespräche mit Günther Gloser (SPD), Christine Scheel (Bündnis 90 / Grünen), Horst Schmidtbauer (SPD), Dr. Rainer Stinner (FDP) und Dagmar Wöhrl (CSU). Am Rande des Treffens erhielt sogar Bundeskanzler Gerhard Schröder einen kurzen Einblick in die Ziele des Netzwerks und sagte spontan einem weiterführenden Dialog zu.
Die Delegation unterbreitete den Abgeordneten konkrete Vorschläge zur Überwindung des Lehrstellenmangels. “Großunternehmen, die zu wenig Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, müßten ausbildungswillige Kleinunternehmen unterstützen” forderte Roland Weiniger, Vorsitzender der noris.tech, “Dadurch werden wirtschaftliche Lenkungseffekte erzielt und die Gesamtwirtschaft nicht belastet.”
Vor dem Hintergrund der aktuellen Kreditvergabepraktiken der Banken und Basel II wurde die dünne Kapitalausstattung vieler KMUs oder das Hausbankrecht bei öffentlichen Förderprogrammen diskutiert. Julian Hein, Geschäftsführer der NETWAYS GmbH: „Zwischen der Förderung von Minigründungen und den großen Summen im industriellen Mittelstand, gibt es für kleine und mittlere Dienstleistungsunternehmen kaum Finanzierungshilfen.“.
Änderungen wünschen sich die Unternehmer auch bei den Zugangsvoraussetzungen für öffentliche Ausschreibungen, die kleine Unternehmen unangemessen benachteiligen. „Selbst bei sehr kleinen Aufträgen, wird oft ein Umsatz von 10 Mio. Euro und mehr als Teilnahmevoraussetzung gefordert. “Das begünstigt große Konzerne und ist nicht verhältnismäßig.“ sagt Konstantin Böhm, Geschäftsführer der Ancud GmbH.
Neben diesen Schwerpunkten, wurden viele weitere Einzelthemen erörtert, konkrete Gemeinschaftsaktionen geplant und weitere, regelmäßige Treffen vereinbart, die einen kontinuierlichen Austausch zwischen noris.tech und den Abgeordneten ermöglichen sollen. Bereits für Anfang des nächsten Jahres ist eine ähnliche Veranstaltung im Bayrischen Landtag geplant.

Julian Hein
Julian Hein
Executive Chairman

Julian ist Gründer und Eigentümer der NETWAYS Gruppe und kümmert sich um die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Neben seinem technischen und betriebswirtschaftlichen Background ist Julian häufig auch kreativer Kopf und Namensgeber, beispielsweise auch für Icinga. Darüber hinaus ist er als CPO (Chief Plugin Officer) auch für die konzernweite Pluginstrategie verantwortlich und stösst regelmässig auf technische Herausforderungen, die sonst noch kein Mensch zuvor gesehen hat.