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Übliche Vorurteile gegen Open Source Software

Auch wenn die Tendenz bereits deutlich abnimmt, scheuen viele Unternehmen die Einführung von Open Source Software (z.B. Linux als Betriebssystem oder den Apache Webserver). Meist basieren die Gründe hierfür auf Vorurteilen oder Missverständnissen:

Die Entwicklung wird nicht zentral kontrolliert

OS Software unterliegt fast immer der Kontrolle einer einzelnen Person oder einer kleinen und überschaubaren Gruppe von Entwicklern. An der Entwicklung des Linux Kernels wirken über 1.000 Personen aktiv mit, allerdings hat jede einzelne Kernel Version einen dedizierten Maintainer, der entscheidet, welche Teile offiziell aufgenommen und damit Teil des Codes werden. Das letzte Wort hat allerdings immer Linus Torvalds persönlich. Perl wird komplett von Larry Wall kontrolliert und der Apache Webserver wird von der Apache Group entwickelt.

Wenn jeder die Software modifizieren kann, leidet die Qualität

Natürlich kann der Sourcecode eines offenen Softwareprojektes von jedem und zu jederzeit abgeändert und genutzt werden. Diese Modifikationen werden jedoch nicht automatisch Teil der offiziellen Version oder Distribution. In der Regel hat nur eine kleine Gruppe von Personen das Recht Code in die offiziellen Archive zu integrieren oder Releases herauszugeben. Im Gegenteil wird die Qualität erhöht, da zu jeder Zeit die aktuelle Entwicklungsversion von allen Interessierten heruntergeladen und von einer großen Nutzergruppe getestet werden kann. Finale Versionen werden von diesen Zwischenschritten deutlich getrennt und nur sehr viel seltener veröffentlicht. Die Entscheidung eine stabile Version mit weniger Features oder das aktuelle, aber weniger getestete Entwicklungsrelease einzusetzen liegt damit beim Anwender.

Es gibt keine Garantie, dass das Projekt weitergeführt wird

Durch den offenen Quellcode hat ein Projekt, dass vom führenden Entwickler nicht mehr gepflegt wird, eine viel größere Chance von einem anderen weitergeführt zu werden, als eine kommerzielle Software nach einer Insolvenz des Herstellers oder eine Änderung der Produktstrategie. Gerade bei kommerzieller Software gibt es dafür sehr viele Beispiele. Als letzten Ausweg gibt es noch die Möglichkeit die Weiterentwicklung der Software selbst in die Hand zu nehmen, was bei Closed Source gar nicht möglich wäre.

Es gibt keinen professionellen Support

Durch den uneingeschränkten Zugang zum Quellcode ist es für einen Dienstleister wesentlich einfacher ein Service- oder Supportmodel zu starten, da die Risiken leichter einzuschätzen sind und von Seiten des Herstellers keine Kosten entstehen. Für alle häufig eingesetzten OSS-Produkte, wie Apache, BIND, Perl, Sendmail, usw. ist kommerzieller Support bereits verfügbar und bei weniger bekannten Projekten sollte jeder gute und auf OSS Software spezialisierte Dienstleister - auf Nachfrage - ein Supportpaket erstellen können. Zusätzlich gibt es immer die Möglichkeit sich an die entsprechenden Mailinglisten, Newsgroups oder Anwendergruppen zu wenden. Oft ist diese Art der Hilfe nicht nur günstiger, sondern auch schneller und weniger kompliziert.

Open Source Projekte zerfallen in unterschiedliche Entwicklungslinien

Von den Kritikern von Open Source Software wird meist Unix als schlechtes Beispiel einer solchen Entwicklung angeführt. Dieser Vergleich ist nicht richtig, da es sich bei Unix um eine kommerzielle Software handelt, deren Quellcode nicht frei verfügbar ist und damit eine spezielle Weiterentwicklung dem Hersteller einen Wettbewerbsvorteil und Differenzierung bietet. Open Source Software muss nach einer Änderung oder Modifikation ebenfalls wieder unter derselben Lizenz stehen und darf nur mit dem Quellcode weiterverteilt werden. Der ursprüngliche Entwickler wird also nicht gehindert diese Verbesserungen in seine Version wieder einzubauen. Selbst wenn eine Abspaltung nachträglich nicht wieder mir der Hauptentwicklungslinie verschmolzen wird, ist der Anwender letztendlich Nutznießer dieser Verbesserung, zumal solche Branches in der Wirklichkeit äußerst selten sind. 


Wir zeigen Ihnen gerne, dass diese Vorurteile längst überholt sind und helfen Ihnen dabei, Open Source Produkte optimal zu nutzen.