Nürnberger Zeitung vom 23.11.2002Neue Initiative noris.tech:
IT-Firmen in einem Boot
Die gegenseitige Hilfe ist ein wichtiges Prinzip
NÜRNBERG (NZ). — Blickt man nur auf den Höhenflug und den folgenden Absturz des Neuen Marktes, geraten die vielen kleinen Neugründungen im IT-Bereich aus dem Blick. Dabei ist es doch gerade der berühmte Mittelstand, der für Innovationen und Beschäftigung sorgt. Dennoch haben gerade diese Unternehmen keine wirkliche Lobby für ihre Anliegen und wenig Möglichkeiten zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch.
Zu diesem Zweck wurde im Sommer diesen Jahres der gemeinnützige Verein „noris.tech“ ins Leben gerufen. „Initiative für Technologie und Arbeit in Nordbayern e.V.“, wie der Verein etwas umständlich heißt, ist ein Zusammenschluss von kleinen und mittleren Unternehmen vornehmlich aus dem IT-Bereich sowie Gewerkschaften und politischen Organisationen aus der Region.
Zentraler Bestandteil des Netzwerks soll die „Skill-Datenbank“ werden, in die die Partner ihre Kompetenzangebote einstellen und auf die Angebote der Kollegen zurückgreifen können. Dabei soll der Austausch nicht nur zwischen den Leitungsebenen stattfinden, sondern vor allem unter den Mitarbeitern. Die Bandbreite reicht dabei von speziellen kaufmännischen und Rechtsfragen bis hin zu Problemen mit verschiedenen Programmiersprachen. Durch den engen Kontakt können auch mehrere Firmen auf Messen einen Gemeinschaftsstand betreiben oder im Marketing zusammenarbeiten.
Inzwischen sind zwölf Firmen Mitglieder bei noris.tech und es kommen laufend neue hinzu. Eines der ersten Mitglieder ist die „NETWAYS GmbH“. Für Geschäftsführer Julian Hein zeichnet sich das Netzwerk besonders dadurch aus, dass auch auf Grund der räumlichen Nähe der Partner konkrete Aktivitäten schnell und kostengünstig realisiert werden können.
Besonders wichtig ist der jungen Initiative der Brückenschlag zwischen Unternehmen und der Politik. Dass die Initiatoren mit diesem Ansinnen offene Türen einrennen, zeigt sich daran, dass der Landtagsabgeordnete Markus Söder sich bereit erklärte, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Zweiter Schirmherr ist Harald Weiniger vom DGB Mittelfranken. Die Gewerkschaft will unter anderem Seminarangebote zu den Themen Arbeits- und Sozialrecht machen.
Markus Horbelt
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