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Linux Magazin 12/07

Bericht über die Nagios Konferenz


Linux Magazin 12 2007


Nicht nur für kleine und mittlere Umgebungen, auch für sehr große Projekte, ja manchmal gerade für diese, eignet sich das führende freie Monitoring-Tool Nagios, das dank seiner flexiblen Erweiterungsmöglichkeiten die Anpassung an anspruchsvolle Aufgabenstellungen ermöglicht. Jens-Christoph Brendel

 

Bis 2011 will der Wimax-Pionier Deutsche Breitband-dienste (DBD, [1]) bis zu 100 000 einzelne Netzelemente überwachen – 20 000 davon schon im nächsten Jahr. Das Monitoring muss zum Schluss 250 000 Services im Auge behalten, die sich auf 300 Arten verteilen. Schultern soll den Mammutjob Nagios.

Flexibilität gefragt

Für dieses bekannte Open-Source-Monitoring-Tool entschied sich DBD bewusst, weil sich nur so mit Hilfe selbst geschriebener Plugins auch die neueste Technik observieren lässt, für die kommerzielle Netzwerkmonitore noch keine Komponenten kennen. Entwickler der DBD entwarfen für das Projekt ein datenbankgestütztes Überwachungsnetz, das aus dynamisch verwaltbaren Master- und Slave-Knoten besteht und sich vollautomatisch konfigurieren lässt. Ein Fallbeispiel von vielen, die mehr als 200 Teilnehmer auf der Nagios-Konferenz in Nürnberg Mitte Oktober diskutierten.
Von der Netways GmbH [2] perfekt organisiert, bot die Veranstaltung den aus ganz Europa und den USA angereisten Nagios-Experten Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Das vielfältige Vortragsprogramm und begleitende Workshops verdeutlichten: Das führende freie Monitoringwerkzeug muss keine Vergleiche scheuen. Wo es – wie in vielen kleineren und mittleren Umgebungen – nicht out of the Box den Anforderungen genügt, ermöglicht es gerade die Open-Source-Idee, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die auch sehr anspruchsvolle Aufgaben abdecken.
So berichtete etwa Werner Neunteufl von der Consulting-Firma ITdesign [3] über ein Projekt im Auftrag des österreichischen Finanzministeriums, das mehr als 25 000 Services auf 350 Servern monitort. Ein erster Anlauf schlug wegen zahlreicher Performanceprobleme
fehl. Daraufhin entwickelte die Firma ein Verfahren, das mit einer Hostabfrage möglichst viele Informationen gleichzeitig erfasst und so die Anzahl darzustellender Dienste auf ein Sechstel verdichtet.

Ausblick

Im Fokus weiterer Vorträge standen Lösungen für verschiedene Probleme wie etwa die Hardware-Überwachung durch Nagios mit Hilfe von IPMI-Boards (Intelligent Platform Management Interface), die Implementierung einer Business-Prozess-View oder ein neues Plugin, das eine trickreiche Logfile-Überwachung möglich macht und dabei mit der üblichen Rotation der Logs klarkommt. Weil es auch in bereits wegkopierten Daten recherchiert, gehen keine Daten verloren.Prominentester Redner der Konferenz war Nagios-Er-finder und -Chefentwickler Ethan Galstad (Abbildung 1). Er gab einen Ausblick auf die noch dieses Jahr zu erwartende Version 3, die neben zahlreichen Detailverbesserungen – neue Optionen für Benachrichtigungen, neue Mechanismen für Vererbung, schnellerer Programmstart – vor allem vereinfachte Bedienung
und bessere Performance bringen soll. Mit Version 4 erhält Nagios dann ein neues Webinterface. Geld und Zeit für diese umfangreichen Projekte, so war ebenfalls zu erfahren, will Galstad künftig mit der eigenen Firma Nagios Enterprises LLC sichern, die zunächst Training und Zertifizierung sowie in Zukunft möglicherweise auch Consulting- und Supportdienste anbieten soll. Die Software selbst bleibt aber frei. Das Linux-Magazin hat die Konferenz aufgezeichnet und live übertragen. Ein Archiv der Videos ist unter [http:// streaming.linux-magazin.de/archiv] zu erreichen.

 

Weitere Informationen zur Ausgabe und Bestellmöglichkeit unter:  http://www.linux-magazin.de/heft_abo/ausgaben/2007/12

 

Download des kompletten Artikels.